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Ferd. Lauffer: Städtlein und Herrenburg. 325
die wir dem greiſen Haar unſer Vertrauen ge⸗ ſchenkt, übel berathen genug.“
„Wenn's auf's Geſicht ankäme und des Lei⸗ bes Haltung und Geberde,“ meinte Kluger,„ſo jung der Fant, das muß man ihm zugeſtehen: er gibt ſich wie ein geborner Senator! Wie ernſt und voll gemeſſenen Anſtandes ſchritt er einher, gleich dem Landvogt, der ſeine Frohner zu beſichtigen kommt. Mit welch' gnädigem Stolz und herablaſ⸗ ſendem Kopfnicken hat Großmögen uns ſeine Zu⸗ friedenheit kundzugeben geruht! Gebt acht, er tritt ſicherlich noch einmal an Kornelius Ottwei ler's Stelle!“
„Feuer und Schwert!“ brach G ztſchliſ d⸗ los,„wenn's wahr iſt, wie das Gerücht geht, daß beim nächſten Auszug gegen Mödlitz ein Fähnlein unter ſeine Befehle kommt, ſo bin ich der Erſte, der ihm ſeine Klinge über's Knie zerbricht und ihm vor die Füße wirft. Sollen wir einer Vogel⸗ ſcheuche folgen? Wer hat ihn je in männlich wa⸗ ckerem Thun auf dem Fechtplatz das Eiſen führen — wer nur ein ſolches an ſeiner Hüfte geſehen?“
„Geduld! Geduld!“ unterbrach ihn lachend Gramſel;„ſaht Ihr nicht heute ſeinen neuen Hüftengurt?'s iſt Wachswetter jetzt— wer weiß, ob ihm nicht über Nacht eine Klinge daran ſprießt!“
„Und der Galgenvogel, ſein Wierkrenn licher Kamerade— wo blieb er heute? Kaltherz wird doch dem edlen, luftſegelnden Herold nicht gar für ein Liebesbrieflein die Fittige verrupft ha⸗ ben?“ ſtimmte der Schreiner ein.
„Dreimal!“ fuhr Glutſchlacker, dieſe Bemerkung überhörend, immer hitziger fort,„drei⸗ mal habe ich bittern Ernſtes zum Kampf ihn ge⸗ fordert! Feuer und Schwert! was war ſeine Er⸗ wiederung? Er hat mir ſchweigend den Rücken gekehrt! Wer von euch Allen, frage ich, hat Luſt, ſich am ernſten Tage der Entſcheidung unter ſein löſchpapiernes Banner zu ſtellen?“
„Keiner! Keiner!“ tobten Alle im Chor.
„Warun hieltet ihr mich auf, da ich ihn Stirn an Stirn faſſen wollte? Heute war's an uns, ſcharfe Abrechnung mit ihm zu pflegen für alte Schuld und das Facit in ehrlicher Fraktur mit unſeren Stahlklingen in ſein jungferlich Antlitz zu ſchreiben.“
„Was ſoll das Gelärm?“ unterbrach eine tieſ männliche Stimme ihn plötzlich und der Schlag einer Handfläche fiel nachdrücklich auf ſeine Achſel.
Einen Fluch über die plötzliche Störung zwi⸗ ſchen den Zähnen wandte ſich der Getroffene um und ſah in das finſter drohende Antlitz des Heer⸗ meiſters Kornelius. Unbemerkt während der ſtür⸗ miſchen Bewegung Aller war er mit dem Rotten⸗ führer aus dem Forſte herzugetreten.
„Was ſoll das Gelärm?!“ wiederholte er jetzt mit ſtrengem Ausdruck der Stimme,„und Wen traf die Drohung? Hat ſie jemand anderem als
losbrechend
unſerem gemeinſamen Erbfeind und Schädiger ge⸗ golten, ſo iſt ſie von der Lippe eines Buben ge⸗ kommen!“
„Feuer und Schwert!“ fuhr Glutſchlacker mit funkelndem Auge auf,„wär't Ihr nicht Vogt und Heermeiſter der Stadt— der Bube antwor⸗ tete Euch mit was Schärferem als ſeiner Zunge! Das Maß iſt voll und jede Saat muß endlich zum Schnitte kommen. Frei wie meine Schwertklinge dem Angreifer, ſchleudre ich Euch die Wahrheit in's Geſicht. Wir ſind es müde, Inder⸗ Knochen und Muskeln an das Leitſeil eines Schulbuben zu ſpan⸗ nen, weil es der Laune des geſtrengen Herrn Stadt⸗ hauptmanns alſo gefällt!“
„Thor! lächerlicher, kolleriger Thor!“ entgeg⸗ nete der ernſte Krieger mit dem Ausdrucke vollſter Verachtung;„der Bär des Waldes erſetzt mir zehn⸗ fach Deines Gleichen und läuft Dir den Rang ab, wenn blindes Wüthen und rohe Kraftäußerung unter Menſchen einmal das Höchſte gilt. Neidharte ihr! die ihr dem tiefſinnigen Jüngling mit dem reifen, männlichen Geiſte gram, weil er nicht eurer Art— ihn einen Schulknaben ſchmäht, weil er ein Jünger der Weisheit, ſittenrein, ohne Leiden⸗ ſchaft unter euch wandelt, fahrt ihr nicht los auf ihn in jämmerlicher Scheelſucht, wie bellende Hunde nach dem Mond?— Er ſteht euch zu hoch und glänzt euch zu viel!“—
Mit dieſen gewichtig betonten Schlußworten kehrte er ihm verachtend den Rücken und ſchritt von dannen. Der alte Rottenmeiſter aber legte ſeine breite ſchwielige Hand wie eine eherne Deckel⸗ ſchraube über die untere Geſichtshälfte des wilden Schmiedes, der eben in unbeſonnenem Zornestoben loszubrechen rang....
Eine halbe Stunde ſpäter ſtand Glutſchla⸗ cker, noch immer grollend wie ein gefeſſelter Tiger, allein ant Baum.
Der Vollmond zwiſchen zerriſſenem Gewölk in Oſten aufgehend, goß ein faſt taghelles Licht über die Hügelwelle.
Wie ein ehernes Standbild war der rieſige Wachmann auf ſeinem Poſten hingepflanzt, trotzigen
Muthes jedweden Angriffs der Bosheit und Scha⸗
denluſt gewärtig. Eine ſtählerne Sturmhaube deckte ſeinen Kopf; ein breiter Flammberg an der Hüfte und die furchtbare Partiſane in der Fauſt— eine Mordſtange ſchwerſter Art, wie ſie nur der eiſerne Arm eines Hammerſchwingers regieren konnte— vollendeten ſeine Rüſtung. Der Schaft, eine geſchälte Fichte von zehn Fuß Länge, trug oben den Auf⸗ ſatz eines breiten, ſcharfgeſchliffenen Haubeiles, ge⸗ genüber einer ſpitzigen, rückgekrümmten Hakenkralle und endete in einen armlangen, zweiſchneidigen Lanzenſtachel.


