Heft 
(1859) 9 09
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Kugeln, daneben iſt er Meiſter im Scheibenſchießen, Kugelwerfen, im Hoſenrecken und Hakeln, wobei Einer den Andern am Mittelfinger faßt und an ſich zu ziehen ſucht. Im Unterinnthale und Ziller⸗ thale ſind die Robler oder Raufer zu Hauſe. Mit einem gellenden Schrei, den er in's Gebirge ſendet, fordert der Robler ſeine unbekannten Gegner auf, welche den Schrei erwiedern und den Herausforderer aufſuchen. Bald ſtehen die kräftigen Männer einan der gegenüber,

den Stoßring

von Eiſen und Silber mit dem großen Knopf um die Fauſt ge⸗ ſchlungen; Zuſchauer ha⸗ ben ſich ein⸗ gefunden, um als Kampf⸗ richter dazwi⸗ ſchen zu tre⸗ ten. Jetzt be⸗ ginnt der wü⸗ thende Kampf. Schlag folgt auf Schlag, daß es dröhnt und man meint, Arme und Bruſt müßten zer⸗ ſchlagen ſein; aber die ge⸗ wandten Fech⸗ ter wiſſen den Schlag ſchnell zu ſchwächen, aufzufangen, und erſt nach langer An⸗ ſtrengung und vielem Blute erklärt ſich der Eine für be⸗ ſiegt, worauf ihm der Sie⸗ ger die Feder vom Hute ab⸗ nimmt. Wer aber drei ſolcher Federn am Hute trägt, erklärt damit, daß er es mit jedem Geg⸗ ner aufnimmt.

Eine intereſſante Erſcheinung iſt auch der tan⸗ zende Tiroler; jauchzend, ſtampfend und klatſchend dreht und kreiſelt er ſich mit künſtleriſcher Fertig⸗ keit um ſeine Tänzerin. Seine poetiſche Anlage offen⸗ bart er durch Gaßlreime, Trutzliedl und Märchen⸗ erfindung, ſeine künſtleriſche durch Ausſchmückung

Tracht im

Volkstrachten in Oeſterreich.

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ſeines Hauſes mit zierlichem Schnitzwerk und bun⸗ tem Anſtrich.

Die Tracht der Tiroler iſt im Ganzen ge⸗ nommen maleriſch. Unſer Bild zeigt eine Gruppe von Bewohnern des Duxerthales, in welchem ſich ein kräftiger, abgehärteter Menſchenſchlag vorfindet. Die Kleidung des Duxerthalers beſteht aus einem runden Hute, auf welchem nie der Schmuck einer Alpenblume fehlt, aus einer groben Jacke ohne Schöße,

einem leicht ʃ um den Hals

5 geſchlungenen 4, sh D Tuche, kurzen, 1 bis an die Kniee reichen⸗ den Beinklei⸗ dern, die mit⸗ telſt breiter Hoſenträger und eines le⸗ dernen, oft buntverzier⸗ ten Leibgür⸗ tels feſtgehal⸗ ten werden, aus groben Strümpfen, die das Bein zwiſchen den Knieen und Knöcheln um⸗ kleiden, und endlich aus ſchweren, dick ſohligen, nä⸗ gelbeſchlage⸗ nen Schuhen; für den Schutz der bloß ge⸗ laſſenen Kniee ſcheint die Na tur ſelbſt zu ſorgen, da, wie der Fremde nicht ohne Er⸗ ſtaunen wahr⸗ nimmt, meiſt eine dichte Duxerthale. Hülle von

Haaren dem Knie die fehlende Bedeckung erſetzt. Die Frauen tragen gleichfalls einen runden Hut und eine grobe Lodenjacke. Die faltigen, meiſt ſchwarzen Röcke rei⸗ chen bis an die Knöchel.

Die rohen Stoffe zu ihrer Kleidung verferti⸗ gen ſich die Duxerthaler ſelbſt, wie ſie denn über⸗ haupt in genügſamer Abgeſchloſſenheit ihre wenigen Bedürfniſſe durch eigene Thätigkeit befriedigen. Wie man dem Tiroler im Allgemeinen nachredet, daß

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