Heft 
(1859) 9 09
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Julius Cäſar

von Capua. 259

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Kaum ſprach Johanna dieſe heftigen Worte aus, als ſchon die von Alopo Gemeldeten eintra⸗ V

ten. Die Grafen von Troja, Gerace und An⸗ dere folgten dem kühn voranſchreitenden Julius Cäſar, der vor der Königin ſich ehrfurchtsvoll auf ein Knie niederließ und mit feſter Stimme ſprach:

Eure Majeſtät, Verzeihung für unſer Ein⸗ dringen. Wo es das Wohl des Landes, das Wohl unſerer Königin gilt, da kennt der treue Unterthan kein Bedenken.

Die Königin faßte ſich.

Redet, ich höre Euch gerne zu, wenn Ihr mein und meines Landes Beſtes im Sinne habt.

Nur die Liebe zu ihm erfüllt mein Herz, ſprach Cäſar aufſtehend,und die Seelen meiner Freunde; ſein Erblühen iſt unſer Stolz, und unſer einziges Streben geht dahin, es vor Schaden zu wahren.

Und welchen Schaden fürchtet ihr? Haltet ihr meine Herrſchaft dem Lande für verderblich? Bedenkt, daß ihr ſelbſt mich nach meines Bruders Ladislaus Tod auf den Thron erhoben und mir den Glanz verliehen habt, der wahrlich nicht beneidenswerth iſt!

Wir ehren Eure Herrſchaft, Ihr ſeid unſere Herrin, der wir dienen ſollen. Doch Ihr weiſet die Edelleute von Eurer Seite, wo doch ihr Platz iſt, Ihr umgebt Euch mit Güntſſtlingen, die nur ihr eigenes Wohl fördern, den Guten Euch entfremden, Euch und dem Lande nur Verderben bringen.

Wollt Euch näher erklären, Herr Graf, ſprach Alopo zornig vortretend;meint Ihr denn, daß nur die das Wohl unſerer erhabenen Königin im Auge haben, die ihr ſo herausfordernd und dro⸗ hend wie Ihr entgegentreten?

Beruhige Dich, Alopo, ſprach Johanna. Eure weitere Bitte, Cäſar?

Meine Bitte iſt die Bitte Eures ganzen Adels: Gebt Sforza ſeine Freiheit wieder! Was warf ihn in den Kerker? Eine grundloſe An⸗

klage, er ſei Euch feindlich geſinnt, läßt ihn im

Gefängniſſe von Berevella ſchmachten, wo er noch zum Hohne ſeines Elends zu ſeinem Todfeinde Paolo Orſini geſchloſſen iſt. Wo war das Recht zu dieſer That? Wo war das Gericht, das ihn eines Frevels wegen verurtheilt, wo der Staatsrath, der dieß genehmigt hätte? Soll bei ſolcher Hand⸗ lungsweiſe ſich nicht der ganze Adel betroffen füh⸗ len, ſoll er ſich nicht erheben und fordern: Unter⸗

ſucht den Fall und verurtheilt den Schuldigen, den

Schuldloſen aber laſſet frei?

Mit erhobener Stimme hatte Cäſar die letz⸗

ten Worte geſprochen; die Königin zuckte zornig mit den Lippen. Alopo trat vor ſie hin. Herr Graf, Ihr vergeſſet, zu wem Ihr redet! Zu meiner Königin, Herr Großkämmerer,

und ich wünſchte, daß ſie nur ſolche geſunde, ker⸗ nige Rede hörte, nicht ein ſchmeichelndes, doch ver⸗ derbliches Liſpeln feiger Günſtlinge. Dann litten biedere Männer nicht unſchuldig und ſtolze Empor⸗ kömmlinge brüſteten ſich nicht mit falſchem Glanze!

Der Graf von Troja trat vor.

Eure Majeſtät, verzeiht meines raſchen Freun⸗ des kühnes Wort, denn alles ſpricht er zu Eurem Heil. Dem Lande kann eine große Gefahr erwach⸗ ſen, groß iſt Sforza's, groß Orſini's Macht. Beide Feldherren ſchmachten in Ketten. Wenn ihre Heere ſich verbünden zur Befreiung ihrer geliebten Führer, wer hemmt das daraus entſtehende Ver⸗ derben? Werden wir Euch ſchützen können?

Nein! rief Alopo,ihr werdet euch mit ihnen verbünden!

Cäſar warf ihm einen Blick voll Verach⸗ tung zu..

Ein ſolches Wort kann nur aus Eurem Munde kommen und iſt nicht werth, daß ein Edelmann darauf erwiedere! Doch, Eure Majeſtät, Ihr erhöret uns und das ganze Land verehrt Euch als ſeine beſte Fürſtin!

Johanna erhob ſich.

Ein ſchwaches Weib nur iſt eure Königin, wenn ihr gegen ſie euch ſtellen wollt. Frei kann ſie nicht handeln, da ihr ſie bedrängt; ſtatt ſie voll Edelſinn zu ſchirmen, will Jeder ihr befehlender Rathgeber ſein!

Verzeiht die Unterbrechung, ſprach Cäſar, verzeiht, wenn ich geradeaus meine Meinung ſage. Der Gemal iſt des Weibes ſtarker natürlicher Schir⸗ mer. Wählt einen ſolchen ganz Neapel ſegnet Eure Wahl, Euch wäre eine kräftige Stütze, das Königreich könnte Ruhe hoffen und Erben, die einſt es ruhmvoll leiten.

Ihr redet frei, Graf von Capua, und habt Ihr Zartgefühl, ſo fordert nicht, daß ich mich ſo gleich erkläre. Doch ſeid verſichert, was mein Land wünſcht und was ich als ihm nöthig erachte, das werde ich thun. Doch geſtattet mir, auf einen Augenblick mich zurückzuziehen, eh' ich auf Eure erſte Bitte Antwort gebe.

Die Königin trat von Katharina und Alopo begleitet in ein Nebengemach. Schweigend erwarte⸗ ten die Edelleute ihren Beſchluß. Bald erſchien ſie wieder, ihr leuchtender Blick ruhte auf dem ernſten Auge Cäſar's.

Ihr verlanget Unterſuchung von Sforza's Sache, redete ſie ihn an,ſie ſoll ihm werden. Ich ehre eure treue Sorge für ihn und achte dieſe Einheit, die unter meinem Adel herrſcht. Darum wird meine Enade euch Sforza bald frei und unverletzt wieder geben, und wie ich hoffe, keine Undankbaren beglücken.

Heil Eurer Majeſtät! rief Cäſar,unſer Blut für unſere Königin, die des Landes wegen unſerem Rathe folgt! Unſer Dank dafür ſoll unſer weitere, treue Dienſt ſein

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