Heft 
(1859) 5 05
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F. W.: Folgen einer Entenjagd.

unſerem Inſtitute auch mehrere feierliche Tage be⸗ reitet. Den 17. November beehrte Se. Exzellenz der Herr Graf Thun, Miniſter des Kultus und Unterrichtes, die Anſtalt mit ſeinem Beſuche, wohnte dem Unterrichte bei und ſuchte überhaupt eine ge⸗ naue Kenntniß vom Stande desſelben zu erlangen; erſt nach zweiſtündigem Aufenthalte verließ er äußerſt befriedigt dasſelbe. Den 20. November erſchien in demſelben auch Se. Exzellenz Herr v. Bach, Miniſter des Innern, um ſich von dem Fort gange der durch ſeine thätige Verwendung in das Inſtitut aufgenommenen Zöglinge zu überzeugen.

Kurz vor dem Abgange der beiden Majeſtäg ten von Prag machten auch ſie noch dieſem ge meinnützigen Inſtitute ihren Beſuch. Die Zöglinge erwarteten Sonntag den 21. November mit der größten Spannung das Kaiſerpaar. Nach 11 Uhr traten die hohen Gäſte in den geräumigen Prü⸗ fungsſaal der Anſtalt. Ein Knabe und darauf ein Mädchen redeten die beiden Majeſtäten in deut⸗ ſcher Sprache vernehmlich an, mit kurzen Worten die Freude über den Beſuch kundgebend. Mit Ge nehmigung Sr. Majeſtät des Kaiſers hielt der Herr Direktor Froſt einen Vortrag, den wir hier in Kürze vorführen wollen.

Es wurde ein Bild aufgerollt, worauf eine Mütze, ein Stab und ein gewöhnlicher Seſſel ge⸗ zeichnet war; ein zweites führte ein Auge, eine Hand und ein Herz, als Sinnbilder des Ver⸗ ſtandes, des Willens und des Gefühles vor. Nicht nur der Menſch, ſondern auch das Thier beſitzt Verſtand, Willen und Gefühl. Dieſe drei ſind ge⸗ mein, wie Kappe, Stab und Stuhl. Beim Kaiſer aber in ſeinem ganzen Glanze verwandelt ſich die Kappe in die Krone, der Stab in den Szepter, der Stuhl in den Thron, ſo nun beim Men⸗ ſchen Verſtand in Vernunft, Wille in freien Wil len, Gefühl in Gemüth. Der Verſtand iſt die Krone des Geiſtes, der freie Wille ſein Szepter und das Gemüth der Thron in unſerem Herzen, welchen die Liebe zu Gott inne haben ſoll. Der Kaiſer folgte mit Spannung und er erlaubte dem nach noch einen zweiten kurzen Vortrag, den wir hier übergehen. Nachdem die Majeſtäten dem Di⸗ rektor verdientes Lob geſpendet hatten, beſichtigten ſie noch die Räumlichkeiten des Inſtitüktes.

Wir ſchließen dieſe Artikel mit dem warmen Wunſche, daß dieſes ſegensreiche Inſtitut, gefördert von wackeren Menſchenfreunden, in gleicher Weiſe wie bisher gedeihlich ſich fortentwickeln und ſo an dern Anſtalten derſelben gemeinnützigen Wirkſam keit in unſerem Vaterlande zur Anregung und zum Muſter dienen möge.

Folgen einer Entenjagd.

Humoreske von F. W.

Die beiden Jagdfreunde.

Die ganze Welt ſoll es erfahren, Daß wir die beſten Freunde waren!

s wird wohl auf dem ganzen lieben Erdenrunde kaum ein Städtchen, ja kaum ein Dörſchen geben, das nicht ge⸗ wiſſe Perſönlichkeiten aufzuweiſen hätte, die ſich durch jovia⸗ len Humor oder mitunter wohl auch 2 durch etwas Poſſen⸗ reißerei bemerkbar

S machen und dadurch die oft ſehr miß⸗ muthige Einwohner⸗ ſſchaft zur frohen und munteren Laune ſtimmen.

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erfreuen und nebſtbei noch zweier noch augenfällige⸗ ren abſonderlichen Gebäude, die den erſtern zum bleibenden Wohnſitze dienten. Das anſehnlichere dieſer benden Fenarkablen Häuſer, das Poſtamt, ein altes Stück architektoniſcher Schöpfung, trug an ſeiner Stirn den ſchwarz an⸗ geſtrichenen Aar, bei deſſen Anblicke ſich männiglich verwunderte, warum der Künſtler ſtatt des üblichen Reichsapfels ein Poſthorn, und ſtatt des Szepters und des Schwertes eine mächtig geſchwungene Peitſche in ſeine Fänger gepinſelt habe. Das zweite Gebäude, ein anſtoßender Nachbar,

war ein würdiges, um manches Jahr älteres Ge⸗ genſtück des erſtern; denn auch dieſes trug auf ſeiner ſtolzen Stirn ein Zeichen, um zu zeigen, was es einſt geweſen und itzt noch ſei. Hoch oben, unterm Giebel, ſaß im ovalen Relieſſchilde eine ſtumpfnaſige, altmodiſch gekleidete Jungfrau mit halbverbundenen Augen, in der linken Hand eine Wage, und in der rechten ein gewaltiges Szepter haltend, auf welch' letzterm mehrere Bündel Kerzen und Bürſten befeſtigt waren. Die eine tief herabhängende Wagſchale trug einen Zuckerhut nebſt⸗ etlichen Gewürzdüten, während die andere oben⸗

N zweier Exemplare von