A. Wiechovsky: Die Taubſtummen. 145
wir ähnlichen Vortheil von derſelben haben, wie
der Stimme die ſchönſte Rede vorträgt, ſo werden der Taubſtumme, wenn er einen ſchön geſetzten
dürfte wenig gewinnen. Die Geberde hingegen iſt dem Taubſtum- men als ſeine Mutterſprache lieb, ſie iſt für ihn,
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ſchen in ihrer religiöſen Ausbildung zuerſt gewiſ⸗
ſermaßen Heiden ſind und ſich erſt allmälig zum Chriſtenthume erheben. Dieſer Stufengang,, den jeder Menſch, den auch das ganze menſchliche Ge⸗
beachtet. gelaſſen werden. Erſt faßt das Kind Alles ſinnlich auf. Gott iſt ihm ein guter oder böſer
Das Taubſtummen⸗Inſtitut in Prag.
wenn ſie ausreicht, das leichteſte und ſchnellſte Ver⸗ ſtändigungsmittel; ſie kann ferner durch einigen Fleiß und Nachdenken leicht ſo weit ausgebildet werden, daß man im Stande iſt, durch dieſelbe alle Wahrheiten der Religion mitzutheilen, wenn man dabei ſtufenweiſe vorwärts geht.
Der Gang iſt beiläufig folgender: Direktor Froſt geht von der Anſicht aus, daß alle Men⸗
Erinnerungen. 1859.
Mann, welcher wirklich unter uns lebt. Den Him⸗ mel denkt es ſich in dem Gewölke und wähnt, wenn es auf die fernen Berge ſteige, könne es leicht in denſelben eingehen; er hat für dasſelbe ganz ſinnliche Freuden, da gibt es die köſtlichſten Speiſen, Pracht und Glanz. Die Hölle iſt ein ſchrecklicher Ofen, u. ſ. w. Später, wenn ſich die Religionsbegriffe erweitern, tritt Gott hervor als 19


