Heft 
(1859) 5 05
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gegnete: zu ſein; halten 9 Indeß rer ſein.

en mich

unſern a thun Anderes.

trinken

Geſicht er, bis

lug und

ie wer⸗ kbringen. Dauern⸗ wiſchen iſt und gen bis

goſſenes Iffe iſt, eute im⸗ himmer an, aus

guter Abſicht gethan und um größeres Unglück zu verhüten, man fühlt doch, daß man zittern wird

auedem Tage, an welchem der liebe Gott Rechen⸗

ſchaft verlangen wird, da nun einmal ausgemacht ſein ſoll, daß man eine Seele hat. Das Traurigſte aber iſt, daß man immer wieder von vorn anzu⸗ fangen hat. Unſer Volk wird ohne Aufhören von den Fremden bearbeitet. Die Amerikaner beſon⸗ ders, die es gar zu gern ſehen, wenn unſere Kämpfe nicht aufhören, die uns erſchöpfen, uns herabſetzen und es ihnen immer mehr erleichtern, ſich einmal der Inſel zu bemächtigen, ſchicken ſogar Emiſſäre her, welche den Mulatten Aufſtand predigen und ihnen den Beiſtand der Vereinigten Staaten ver⸗ ſprechen. Sie haben wahrſcheinlich auch ſchon von der Verhaftung eines gewiſſen Elliot gehört. Er war ganz gewiß auch ein ſolcher geheimer Agent und ſeine geſtrige Unverſchämtheit hatte keinen an⸗ dern Zweck, als einen Aufſtand der Farbigen zu veranlaſſen. In voriger Nacht ſah ich zwei Leucht⸗ kugeln von dem großen Berge aufſteigen und zwei andere, die vom Meere herzukommen ſchienen, ant⸗ worteten ihnen. Da ſehen Sie am Horizonte das Schiff, das im Dunſte faſt verſchwindet? Sein Maſtwerk iſt zu hoch, als daß es ein Handelsſchiff ſein könnte. Gewiß iſt es ein Kriegsſchiff. Acht Tage ſchon lavirt es da herum, ohne ſich dem Lande ſo weit zu nähern, daß man ſeine Flagge erkennen könnte. Ich ſetze meinen alten Kopf zum Pfande, daß es eine Fregatte mit dem Sternenbanner iſt. Wenn ſie aber glauben, ſie würden mich in Angſt ſetzen, ſo irren ſie ſich, denn ehe acht Tage verge⸗ hen, wird der Mann, der Elliot, gerichtet und erſchoſſen ſein, er und Alle, die ſich nur rühren. Ihr Herren Mulatten wolltet den Krieg, als wir um Frieden und Einigkeit baten. Nun ihr be⸗ ſiegt ſeid, wollt ihr euch nicht unterwerfen und ſo müſſen wir immer wieder von vorn anfangen. Nun, wir werden ja ſehen. Sie, junger Freund, kennen die Mulatten noch gar nicht, jene Menſchen ohne Namen, die ihren Vater haſſen und ihrer Mutter ſich ſchämen müſſen. Nun, Sie werden ja ſehen, wie ſie zu Werke gehen, aber auch was wir thun, die Neger, die Affen, wie ſie uns nennen, ob wir gleich um Vieles mehr ſind als ſie, denn wir haben uns deſſen nicht zu ſchämen, was wir ſind; wir lieben unſer Vaterland und würden nie daran denken, Fremde herbeizurufen.

Der alte Schwarze ſchlug dabei ſo tüchtig auf den Tiſch, daß alle Gläſer und Flaſchen empor⸗ ſprangen, und ging dann mit großen Schritten in dem Zimmer auf und ab. Leogane wünſchte ſich Glück, von Elliot nicht bereits geſprochen zu haben. Der Alte beruhigte ſich indeß bald und war faſt wieder heiter als er von Neuem ſich an den Tiſch ſetzte.

Nehmen Sie mir's nicht übel, daß ich mich in die Hitze geredet habe, ſagte er.Kennen Sie den Elliot?

Ein Beſuch bei Soulouque auf Hayti.

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Nein. Ich bin erſt geſtern angekommen, als er ſchon verhaftet war.

Was ſuchten Sie dann heute Früh in ſeinem Hauſe? Sprechen Sie offenherzig, ohne Scheu und ohne Umſchweife. Sie ſehen ja, daß ich als Freund frage und Ihnen nützlich ſein möchte.

So will ich ganz offen ſein, antwortete Leogane.Ich hörte geſtern von der Verhaftung Elliot's und daß er keinen Advokaten finden würde, der ihn vertheidigte. Ich war eben angekommen, wünſchte mich bekannt zu machen und gedachte ſo⸗ gleich dieſer Sache mich anzunehmen. Deßhalb begab ich mich zu der Tochter des Verhafteten und ich geſtehe, daß mich der Anblick derſelben ſo ergriff, daß ich mich verpflichtete, ihren Vater zu vertheidi⸗ gen. Bei Ihnen ließ ich mich dann melden, um Sie um Ihre Meinung zu fragen.

Sie haben ſich dem Mädchen gegenüber ver⸗ pflichtet? fragte der Alte verdrießlich.

Ja, Erzellenz. Wenn Sie an meiner Stelle geweſen wären und das arme Mädchen in Ver⸗ zweiflung und Verlaſſenheit geſehen hätten wie ich, Sie würden ſicherlich ebenſo gehandelt haben.

Nun, wenn Sie es einmal verſprochen haben, ſo müſſen Sie Wort halten. Was würden auch meine Worte gegen die Bitten und Blicke eines jun⸗ gen Mädchens vermögen! Ich muß Ihnen aber auch ſagen, daß ſie den Elliot nicht retten. So⸗ bald ich ihn meinen Richtern empfohlen habe, kön⸗ nen Sie reden was Sie wollen, er wird verur⸗ theilt werden. Will ich recht ſicher gehen, ſo brauche ich ihn nur durch Mulatten richten zu laſſen. Die macht die Angſt, ſich zu kompromittiren, unerbitt⸗ lich. Sehen Sie, wären andere Umſtände, ſo würde ich ihn loslaſſen; da aber jenes Schiff draußen liegt, kann ich es wahrhaftig nicht thun. Ich muß ein Exempel ſtatuiren. Wenn ich ihn losließe, würde es heißen, ich fürchte mich und man legte mir meine Nachſicht als Schwäche aus. Man würde dann noch kecker, es fände ſich eine andere Gelegenheit und ſtatt des Einen müßte ich vielleicht Hundert erſchießen laſſen. Auch bin ich nicht mehr frei. Schon geſtern Abend habe ich einen Courier an den Kaiſer geſchickt, um ihm zu melden was ge⸗ ſchehen iſt. Er wird entſcheiden. Will er den Elliot freigeben, meinetwegen, ja es ſollte mir lieb ſein um Ihretwillen. Und wiſſen Sie was? Gehen Sie direkt zu dem Kaiſer nach Port⸗au⸗Prince und führen Sie bei ihm die Sache des Verhaf⸗ teten.

Würde ich Zutritt zu ihm erlangen? Und wie ſollte ich um die Begnadigung Elliot's bitten? Wer hindert Sie, entgegnete der alte Schwarze lächelnd,ſich für einen Verwandten, für den Bräutigam der Tochter auszugeben? Sagen Sie, Sie hätten das Mädchen heiraten wollen und den Vater im Gefängniß gefunden; Sie hätten

ſich an mich gewandt und wären durch mich an

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