Heft 
(1859) 4 04
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Mu⸗ Tagen

Die badiſche Regierung hat genehmigt, daß das fünfte allgemeine Sängerfeſt zu Pfingſten 1859 in Freiburg abgehalten werden darf.

Unſer Landsmann, der Kammer⸗Virtuos und Kon zertmeiſter Laub, welcher mit Herrn von Bülow in Riga Konzerte gegeben und von dort ſich zu demſelben⸗ Zwecke nach St. Petersburg begeben hatte, befindet ſich gegenwärtig in Tobolsk und iſt im Begriff, ſeine Kunſt⸗ reiſe nach Amerika fortzuſetzen. Herr Laub iſt auf 8 Monate beurlaubt.

Richard Wagner hat ſeine OperTriſtan voll⸗ endet. Die Dedikation des Textbuches hat die Großher⸗ zogin Louiſe von Baden augenommen und wird die erſte Aufführung dieſer Oper zur Feier des Geburts⸗ tages des Großherzogs Friedrich im September d. J. in Karlsruhe ſtattfinden. Man erwartet, daß der be⸗ rühmte Komponiſt eingeladen wird, die Aufführung ſei⸗ nes Werkes ſelbſt zu leiten.

Der General⸗Intendant der Hofmuſik in Berlin, Graf von Redern, komponirt jetzt eine Oper nach einem von Guſtav zu Putlitz verfaßten Text. Die Oper ſoll in Berlin mit großer Pracht zuerſt in Szene gehen. Nächſtens kommt daſelbſt ein neues Ballet von Taglioni zur Aufführung, wozu auch Graf von Redern die Muſik komponirt. Das Sujet iſt dem Shakespeare'ſchen Stücke: der Sturm entlehnt.

Die Sonneunflecken haben die deutſche Aſtro⸗ nomie in der neueren Zeit ausgezeichnete Triumphe feiern laſſen. Es war der deutſche Aſtronom Schwabe in Deſſau, welcher die Periodizität derſelben zuerſt er⸗ kannte und der deutſche Aſtronom Lamont in München wies zuerſt den Zuſammenhang der langen Perioden in den Schwankungen des Erdmagnetismus mit den Sonnenflecken nach. Beiläufig erwähnt, ermittelte auch ein Deutſcher, Kreil in Prag, zuerſt, daß der Mond Einfluß auf den Erdmagnetismus ausübe.

Monumente.

Die Ausführung des Mozart⸗Denkmals in Wien iſt dem Bildhauer Gaſſer daſelbſt übertragen worden, der die Arbeit im künftigen Frühjahr begin⸗ nen will; es ſind bereits 8000 Fl. dazu bewilligt.

Am 2. Januar, dem Geburtstage des Profeſſors Rauch, wurde am Grabe des Verſtorbenen das Mo⸗ dell zu dem Denkmal aufgeſtellt, womit ſeine Ruhe⸗ ſtätte geziert werden ſoll. Das Denkmal ſelbſt wird von Granit ausgeführt und mit einer Bronzefigur, die Hoffnung darſtellend, geſchmückt werden..

Das Komité des Schillervereines zu Marbach richtete an die Verehrer Schiller's folgenden Aufruf:Mit dem Jahreswechſel ſind wir in des Jahr eingetreten, das uns in dem vorletzten ſeiner Monate die Feier des 100jährigen Geburtstags Schillers nahe⸗ legt. Aus unſerer Anſprache vom Mai v. J. ſind unſere Zwecke bekannt:Erwerbung des Geburtshauſes aus Privathänden, ſeine Wiederherſtellung in den früheren Zuſtand und angemeſſene Ausſtattung; ein Denkmal wenn auch beſcheidenſter Art auf unſerer freundlichen Schillershöhe. Mit großem Danke haben wir zu er⸗ kennen, daß uns ſo viele und aus manchen Orten reiche Gaben zugekommen ſind; ſie belaufen ſich auf die Sum⸗ me von 2000 fl. Da uns die Erwerbung des Hauſes in ſeinem gegenwärtigen Zuſtande allein 4000 fl. hin⸗ wegnehmen wird, ſo iſt noch nicht die Hälfte unſeres Bedarfes gedeckt. Möchten deßhalb in dem eingetre⸗ tenen Jahre unſerer Sache weitere Herzen ſich zuwenden und wir in den Stand geſetzt werden, den zu erwarten⸗ den Tag in einer des großen Mannes würdigen Weiſe

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feiern und die Anſtalten zu dieſer Feier bald treffen zu können.

Das Modell des in Dresden zu errichtenden We⸗ ber⸗Denkmals von Profeſſor Rietſchel war in Dresden im Atelier des Meiſters bis zum 15. Januar ausgeſtellt.

Ein Denkmal für Mickiewicz. In Poſen befindet ſich ſchon ſeit längerer Zeit eine von dem Bild⸗ hauer Olesezynſki in Paris gearbeitete Bildſäule des polniſchen Dichters Adam Mickiewiez. Es hatten ſich in Betreff der Aufſtellung derſelben Anſtände ergeben, welche neuerdings indeß behoben wurden, da durch Reſkript des Miniſters Flottwell vom 30. Dezember v.⸗J. geſtattet worden iſt, das Denkmal demnächſt auf dem Kirchenplatze bei der St. Martinskirche in Poſen aufzuſtellen.

Statiſtiſches.

Ueber das Ergebniß der im Jahre 1857 vorgenommenen Volkszählung berichtet die Oeſterr. Correſp. Folgendes: Die Ziffer der civilen Geſammtbevölkerung ergab ſich dießmal mit 37.339.012. Sie iſt ſeit der letzten Zählung, 1850 51, um 1.588.392 Seelen geſtiegen, und fügt mau noch das aktive k. k. Militär nebſt der k.. Gendarmerie hinzu, ſo erhebt ſich der jetzige Bevölkerungsſtand auf beiläufig 38 Millio⸗ nen, wobei die Zahl der in Oeſterreich domicilirenden Ausländer mit 133.876, die der im Auslande ſich auf⸗ haltenden Oeſterreicher mit 114.888, ungerechuet etwa 6000 ſolche auswärts beſindliche Individuen, die keiner inländiſchen Gemeinde angehören, beziffert erſcheint. Dieſe Bevölkerung wohnt in 877 Städten, 970 Vorſtäd⸗ ten, 2436 Märkten, 71.120 Dörfern und 5.720.640 Häuſern; die jüngſte Zählung ergibt gegen die frühere ein Mehr von 424.460 Häuſern und Gebäuden.

Die öſterreichiſche Staatseiſenbahnge⸗ ſellſchaft hat im Laufe des Jahres 1858 eine Ein⸗ nahme von 14.381413 fl. ergeben.

Der deutſche Buchhandel zählt gegenwär⸗ tig im Ganzen 2385 Firmen. Im verfloſſenen Jahre ſind 132 neue Handlungen entſtanden und 81 einge⸗ gangen.

Einer offiziellen Darſtellung über die Wildaus beute in Boͤhmen für das Jahr 1858 entnehmen wir folgende Daten: In ſämmtlichen Kreiſen wur⸗ den erlegt, u. z.: In den Revieren der Domänen und der von denſelben gepachteten Gemeinde⸗Jagdbarkeiten 1,042,490 Stück Wild. In den übrigen nicht au die Domänen verpachteten Gemeinde⸗Jagdbarkeiten 206,761 Stück Wild, im Ganzen 1,249,251 Stück Wild. Der dafür gelöſte Geldbetrag von 663.718 fl. 44 kr. reprä⸗ ſentirt ein Kapital von 13,371,374 fl. 20 kr. CM. Spe⸗ ziell heben wir noch hervor, daß im Kronlande Böhmen 573,384 Stück Haſen und 301,159 Stück Rebhühner erlegt wurden.

Es gibt gegenwärtig in der Hauptſtadt Böh⸗ mens 10 Buchdruckereien mit 30 Schnellpreſſen und 95 Handpreſſen, an denen zuſammen 465 Individuen beſchäftigt ſind, deren Verdienſt von 40 kr.(für die Lehrlinge) bis zu 8 fl. pr. Woche ſteigt.(Der Verdienſt der Setzer variirt zwiſchen 68 fl. bei den Aecidenz⸗ ſetzern und den ſogenannten metteur en pages aber zwi⸗ ſchen 8 12 fl.) An Hilfsſtoffen werden circa 8.9000 Ballen Papier, was den Ballen durchſchnittlich zu 35 fl. berechnet ein Kapital von 289 bis 315.000 fl. darſtellt, und etwa 130 Ztr. Druckfarben in beehe von ungefähr 6000 fl. verbraucht.(Wie viet Iir ſchrift?) Zwei Viertel der Thätigkeit wird der Produktion von Büchern, eines der von Zeitungen, das letzte den ſoge⸗ 1

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