···— Abſich⸗ ſchickte der der dte, nur gen und r, ſeine ſchen zu Betrach⸗ n mäßi⸗ feurigen wieſelben, Inten⸗ iht ver⸗ nken nur teidweſen dſie zur während im Wa⸗ gge ſollte n Aufre⸗ rein zu jeſes nur d harten
die kleine lella vi- alt heut⸗ heiligen eer erſten falien iſt. Beweiſe II. aus⸗ tlich kein inen war. in einer des gan⸗ r ſanfter, ß zu dent „ es ſind n Oberin er Einla⸗ Grenoble die Mäd⸗ ernehmen. 794 eine n mußte, ten Gia⸗ ne unter⸗ die Vor⸗ Tochter nannbaren u nehmen nen, das n⸗Erjie en, dannit ſen Haus⸗
and nach ddes laug
„
Julius Ebersberg: Lieutenant Franziska Seanagatta, Oeſterreichs Amazone. 41
und mühevoll; denn zu jener Zeit waren nicht nur die pfeilſchnell dahinfliegenden Eiſenbahnen noch völ⸗ lig unbekannt, ſondern den Reiſenden ſtanden nicht einmal überall Diligencen oder andere geregelte, ſchnelle Beförderungsmittel zu Gebote. Die Reiſe nach Wien war daher für Don Giuſeppe, wel⸗ cher, wie viele Italiener, jenſeits der Alpen nur Barbaren vermuthete, ein Vornehmen der ernſteſten Art; er ängſtigte ſich namentlich um Franziska und fürchtete, daß ſie— wenn er zufällig auf der Reiſe erkranken ſollte— in Gefahren kommen könnte. Don Giuſeppe beſchloß daher, um jedes Skandal und jede Gefahr für ſie zu vermeiden, Franziska die Reiſe in Männerkleidung, als einen Bruder Giacomo's, zurücklegen zu laſſen.
Wenige Tage vor der Abreiſe wurde Gia⸗ como ernſtlich krank, folglich konnte der ſchon feſt⸗ geſetzte Tag der Abfahrt nicht eingehalten werden. Schweſter Franziska widmete dem leidenden Bruder die liebevollſte Pflege und brachte manche kummervolle Stunde an ſeinem Krankenlager zu. Da entriß ſie in einer vertrauungsvollen Stunde ſeinen Lippen das Geheimniß, daß er nicht die lei— ſeſte Neigung zum Soldatenſtande fühle, und daß
eer dieſe Laufbahn nur aus blindem Gehorſam ge⸗
gen den väterlichen Willen, dem er gewohnt ſei ſich
unbedingt zu unterwerfen, keineswegs aber aus Be⸗
ruf oder mit freiem Willen betrete.
Franziska erkannte bald, daß jeder Verſuch vergeblich wäre, ihrem Bruder Luſt und Liebe zu einem Stande einzuflößen, für den er ſich durchaus nicht geſchaffen fühlte; ſie mußte natürlich von einem nicht geringen Stolze erfüllt werden und ihre Bruſt ſtürmiſcher bewegt fühlen, wenn ſie bedachte, daß ſie, ein ſchwaches Mädchen, nichts anderes heiß erſehne, als eben jenen herrlichen Stand wählen zu können, gegen welchen der weichliche Jüngling eine ſo große Scheu hegte; ſie erglühte ſeufzend in dem Verlangen, ſeine Stelle in der Militär⸗Aka⸗ demie einnehmen zu dürfen, ohne daß aber in ihrem raſtlos nach einem Auskunftsmittel forſchenden Geiſte auch nur das Dämmerlicht einer Hoffnung aufſtieg, wie ſich die Erfüllung ihrer Wünſche herbeiführen ließe.
Nichts deſto weniger dachte, ſann, überlegte und grübelte Franziska unverdroſſen nach, wie und wann ſich ihre Abſicht verwirklichen ließe, von der ſie mit all' dem verführeriſchen Zauber des Neuen und Außergewöhnlichen, zu dem ſie ſich ſchon von Natur aus hingezogen fühlte, unwiderſtehlich angelockt wurde, denn der kühne Vorſatz, den ſie gefaßt hatte, ſchien gerade eine jener romantiſchen Erdichtungen zu ſein, an welche ſich kaum ein Schatten der Wahrſcheinlichkeit des Gelingens und der Glaubwürdigkeit knüpft.
Aber wenn Franziska in ihren Vorſätzen fantaſtiſch war, ſo war die Laune des Zufalls oder des Glückes denſelben gegenüber nicht weniger fan⸗ taſtiſch, indem ſie zur Verwirklichung des Wunſches
Erinnerungen. 1859..
Franziska's nicht wenig mithalf, wie wir bald ſehen werden.
Der Bruder genas langſam und die Reiſe wurde eben ſo langſam angetreten und bis Vene⸗ dig fortgeſetzt. Dort traf es ſich, daß Don Giu⸗ ſeppe durch ſeine Geſchäfte länger aufgehalten wurde, als er anfänglich geglaubt hatte. Er wollte den Sohn, ſeiner noch nicht ganz hergeſtellten Ge⸗ ſundheit halber, nicht allein weiter reiſen laſſen, benützte aber die Abreiſe des ihm bekannten Se⸗ kretärs Giuliani, der mit ſeiner Gattin nach Wien reiſte, um dieſes Ehepaar zu bitten, ſeinen andern Sohn Franzesko(ſo wurde nämlich Franziska auf der ganzen Reiſe genannt, um ihre Verkleidung nicht zu verrathen) nach Wien mitzunehmen. Das Ehepaar Giuliani nahm kei⸗ nen Anſtand, den Sohn ihres Freundes ſich ihnen auf der Reiſe nach Wien anſchließen zu laſſen. Nie⸗ mand ahnte in demſelben ein Mädchen, mit ſolcher Gewandtheit wußte Franziska ihr Geſchlecht zu verhehlen und ſo geſchickt verſtand ſie die zarten weiblichen Formen unter den freilich ihren eigen⸗ thümlichen Verhältniſſen angepaßten Männerkleidern zu verbergen.
Franziska Scanagatta jauchzte vor Freude, als ſie das ſtillſchweigende Einverſtändniß ſah, mit welchem ihr Vater, indem er ſelbſt den Giuliani's das Geſchlecht ihres Schutzbefohlenen verbarg, ſeiner Tochter Abſichten— freilich ohne es zu ahnen— entgegenkam; ſie verwendete jetzt wo⸗ möglich noch mehr Sorgfalt darauf, ihr Geſchlecht zu verheimlichen, eine Aufgabe, die in Rückſicht auf die große Vertraulichkeit, in welcher ſie mit dem Ehepaare Giuliani während der ganzen Reiſe lebte, eben nicht ſo leicht war. Von ihren romanti⸗ ſchen Plänen erfüllt und ihren unabänderlichen Vor⸗ ſatz vor Augen ſann das ſchlaue Mädchen unabläſſig darüber nach, auf welche Weiſe es ihr gelingen könnte, die Stelle ihres Bruder in der Akademie einzuneh⸗ men, ſie begeiſterte ſich an dem Gedanken, daß ſie als „Franzesko Scanagatta“ das militäriſche Ehrenkleid anziehen, ſich in den militäriſchen Wiſſen⸗ ſchaften ausbilden und dann militäriſche Rangsſtufen erklimmen würde; wer weiß, welches Ziel Fran⸗ ziska's überaus rege und thätige Einbildungskraft ihren Wünſchen, Hoffnungen und Vorſätzen ſetzte. Es war Franziska nicht unbekannt geblieben, daß ihr Vater durch einen ſeiner Wiener Freunde bei dem
damaligen Oberarzte der Neuſtädter Akademie,
Herrn Haller(einem Manne, der eben ſo ſehr ſeiner tüchtigen Fachkenntniſſe halber, als wegen ſeines vortrefflichen Charakters die allgemeine Achtung ge⸗ noß), hatte anfragen laſſen, ob er wohl geneigt wäre, einen ſeiner Söhne in Koſt und Wohnung zu neh⸗ men. Mehrere Briefe hatten in dieſer Angelegenheit den Weg über die Alpen genömmen und endlich wa⸗ ren beide Parteien über die Bedingniſſe vollkommen in's Reine gekommen. Franziska’s ganzes Be⸗ ſtreben ging nun dahin, durch eine meiſterhafte Ver⸗ . 6


