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Julius Ebersberg: Lieutenant Franziska Scanagatta, Oeſterreichs Amazone. 39
Lieutenant Franziska Scanagattana Oeſterreichs Amazone.
Von Julins Ebersberg.
ſdenn die fabelhaften Kriegerinen der Dich⸗ *) ter und die Heldinen der Romanſchreiber A nicht verfehlen, in der Lektüre ſelbſt ſolche 5 Perſonen angenehm zu unterhalten, deren Geſchmack der ausgeſuchteſte und wähle⸗ ? riſcheſte iſt, ſo darf ich mich wohl der Hoffnung hingeben, daß der Leſekreis dieſer Monat⸗ ſchrift, und insbeſondere der ſchönere Theil desſel⸗ ben nicht ganz ohne Theilnahme und Intereſſe völ⸗ lig wahrheitsgetreue Nachrichten über eine merk⸗ würdige, zu Mailand lebende Frau entgegennehmen wird, welche, nachdem ſie in einer der berühmteſten Militär⸗Akademieen Europa's und zugleich in der erſten unſeres theuren Oeſterreichs Unterricht er⸗ halten hatte, die Blüthe ihrer Jahre der Verthei⸗ digung des hart bedrängten Vaterlandes weihte, unerſchrocken und kühn mehrere Feldzüge mitmachte und ſich in allen Gelegenheiten ſtets als ein wahr⸗ haft verdienſtvoller Offizier der drei Regimenter benahm, in denen ſie diente und deren Akten für alle Zeiten rühmliches Zeugniß über ihre ausge⸗ zeichnete Haltung abgeben.
Dieſe Frau iſt Franziska Scanagatta. Eine ganz getreue Schilderung ihrer militäriſchen Laufbahn, ohne der Uebertreibung oder Schmeichelei Raum zu geben, iſt der Zweck des vorliegenden, auf längeren genauen Nachforſchungen und Ermitt⸗ lungen beruhenden Aufſatzes. Was dieſe merkwür⸗ dige Amazonen⸗Erſcheinung am meiſten ehrt, iſt, daß ſie auf dieſer ihrer ſelbſtgewählten dornenvol⸗ len Laufbahn niemals auch nur um eine Haarbreite von den Geundſätzen der ſtrengſten Moral abwich,
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ohne aber zu gleicher Zeit mit richtigem Blicke
außer Acht zu laſſen, daß in den manchmal ſehr kritiſchen und ſchwierigen Lagen, in denen ſie ſich befinden mußte, ihr Stand, ihre Jugend und end⸗ lich das Herkommen eine den Anſtand nicht ver⸗ letzende Munterkeit und hie und da ſelbſt eine etwas übermüthige Aufgeräumtheit von ihr erheiſchten. Die merkwürdige Frau, deren militäriſche Lauf⸗ bahn der vorliegende Aufſatz zu ſchildern ſich bemü— hen wird, erblickte zu Mailand am 1. Auguſt 1776 als das Kind wohlhabender und angeſehener Eltern das Licht der Welt und wurde am 14. September 1781 in der Pfarrkirche zum h. Euſebius getauft.*) Sie ſchien beſtimmt, in dem heimlich ſtillen Frieden der elterlichen Behauſung eine glückliche *) Dieſe letztere Angabe, welche übrigens ſehr unwahrſchein⸗ lich klingt, weil in dieſem Falle Franziska oolle fünf Jahre ungetauft geblieben wäre(I), findet ſich in einer 1801 in Malland erſchienenen Flugſchrift:„Essai sur ''éducation et la conduite de Mademoiselle Sca-
nagatta, Lieutenant au Régiment Baunat-Alle- mand dans l'armée autrichienune.“
Jugend zu verleben und das einzige Verlangen, das damals ihre kindliche Beuſt erſüllen konnte, mochte wohl dahin gehen, die Wonne und das Entzücken ihrer guten Eltern(Don Giuſeppe und Donna Iſabella, einer gebornen Villata) auszuma⸗ chen, welche, einer ausgezeichneten Familie angehö⸗ rend, nichts außer Acht ließen, um der geliebten Tochter eine vielſeitige, ſorgfältige und verſtändige Erziehung angedeihen zu laſſen, ſo wie ſie ihrer Ge⸗ burt und den damaligen Zeitverhältniſſen entſprach.
Franziska Scanagatta hatte nicht nur den Vorzug einer adeligen Geburt für ſich, der, wenn er der äußern Mittel entbehrt, ziemlich wenig bedeutend iſt; ſondern mit dieſem Vorzuge ging auch eine gewiſſe Wohlhabenheit ihrer Eltern Hand in Hand, welche dieſen geſtattete, jene Pflicht zu er⸗ füllen, die allen Eltern heilig iſt, der aber nachzu⸗ kommen eben nicht allen leicht fällt; ſie konnten ihre Tochter für eine glänzende Zukunft mittelſt der ſtrengen Grundſätze einer verſtändig geleiteten Er⸗ ziehung vorbereiten, ohne deren Lehren und Ein⸗ drücke ſelbſt der Mann ſich nur ſchwer von der breiten Heerſtraße der Alltäglichkeit losreißen kann, um ſo weniger alſo das Weib: denn mögen auch dem ſtarken Geſchlechte manchmal die Mittel zu ernſten Studien gefehlt haben, ſo kann es dieſen Mangel doch durch die auf dem großen Weltthea⸗ ter gemachten Erfahrungen erſetzen, während das Weib, von den Geſetzen und dem Herkommen zur häuslichen Sklaverei verurtheilt, in keiner Weiſe ſich ſchadlos halten kann, wenn die Erziehung ihr nicht mit einem anhaltenden und lehrreichen Unter⸗ richte unter die Arme greift.
Aber die Erziehung, eine ſo große Erleichte⸗ rung ſie auch auf der Lebensbahn gewähren mag, genügt an ſich allein nicht, dem Menſchen eine glänzende und ruhmvolle Laufbahn zu eröffnen, wenn Naturanlagen und Umſtände mit einem ſchö⸗ nen und gleichzeitigen Einklange ſich nicht vereini⸗ gen, die Bemühungen der Erziehung zu unter⸗ ſtützen; dieſer wünſchenswerthe Einklang nun, den man Schickſalsfügung nennen könnte, waltete über der Wiege Franziska's, um ſie zu Unterneh⸗ mungen vorzubereiten, die für einen altgedienten, rauhen Krieger leicht, für eine ſchwache Jungfrau aber unerfüllbar und unmöglich ſcheinen.
Ein günſtiges Geſchick wollte es, daß Fran⸗ ziska's Kinderjahre und die erſte Entwicklung ihres aufgeweckten und frühreifen Geiſtes einer Gouver⸗ nante anvertraut wurden, die der Geburt, der Gei⸗ ſtesrichtung und dem Temperamente nach eine echte Franzöſin war. Franziska erlernte die deutſche und die franzöſiſche Sprache von dieſer Erzieherin, deren Name Madame Dupuis war. Es iſt hier an der Zeit zu bemerken, daß dieſe Frau ſeit ihrer früheſten Jugend einer Schauſpielertruppe angehört hatte, einige Bildung beſaß und ihrem Zögling für das Sprachſtudium viele Vorliebe einzuflößen wußte. Am meiſten trug hiezu die unterhaltende


