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Literatur mit einem Beitrage beſchenkt, für den ſie ihm herzlich dankbar ſein wird. Er hat drei Erzählungeu unter dem Titel„Deutſche Abende“ zuſammengeſtellt, und Viele werden darin eine angenehme und belehrende Unterhaltung finden. Wir haben die drei Abende in einen zuſammen⸗ gezogen, da wir unſerer Spannung auf ein neues Buch des Dichters und unſerer Freude an den Erzählungen eine Trennung nicht zumuthen wollten. Allerdings ſind die drei Erzählungen bereits früher abgedruckt geweſen, die erſte„Liebe Menſchen“ im„Freihafen“ von 1842, die zweite „Was iſt Glück“ in dem Grenzboten deſſelben Jahres und die dritte„Des Waldſchützen Sohn“ im Jugendkalender für 1847, aber ſo wie uns, werden ſie doch dem größeren Theil unſerer Leſer neu ſein. Die beiden erſten Erzählungen gehören mithin der früheren literariſchen Wirkſamkeit Auerbachs an, deſſen Hauptwerk, die„Dorfge⸗ ſchichten“, 1844 erſchienen; ſie haben die Tendenz, einzelne Lehren der ſpeculativen Ethik zu be⸗ handeln und werden daher von Auerbach philo⸗ ſephiſche Novellen genannt, das Studium des Spinoza veranlaßte ihn zur Dichtung dieſer No⸗ vellen. Die dritte Novelle iſt eine Dorfgeſchichte. Bei jenen iſt der Dialog die Hauptſache, in ihm wird ein Thema debattirt, die Anwendung des⸗ ſelben wird dann in der Charakterſchilderung und der eigentlichen Erzählung gemacht, doch ſo, daß beide mehr in den Hintergrund treten und nur Folie für den Dialog ſind. Dadurch be⸗ kommen zwar die Erzählungen etwas Doctrinäres, aber die Fülle echter Poeſie, die den Dichter aus⸗ zeichnet, iſt über ſie ausgegoſſen, die Feinheit der pſychologiſchen Schilderung verleiht den kurzen Erzählungen einen hohen Werth. Die Meiſter⸗ ſchaft Auerbachs in der Characterſchilderung zeigt ſich darin, daß die Charactere, obwohl ſie eigent⸗ lich bloß im Dialoge und durch ihn hervortreten und auf einen kleinen Raum beſchränkt ſind, dennoch ſicher und feſt gezeichnet ſind; ein Reich⸗ thum an feinen, bezeichnenden Bemerkungen und Vergleichen überraſcht den Leſer. Wir brauchen auf beide Erzählungen, von denen die erſte übrigens bei Weitem den Vorzug verdient, nicht näher einzugehen, nach einem Buche von Auerbach greift ohnedies Jeder. Die letzte Erzählung iſt prächtig; das Kindesleben, das Auerbach über⸗ haupt ſo ſfein auffaßt, iſt an dem kleinen Eber⸗ hard unübertrefflich ſchön geſchildert.
Yapid Strauß wird ſeiner ausgezeichneten Biographie Schubart's ein ähnliches Werk: „Chriſtian Märklin, ein Lebens⸗ und Character⸗ bild aus der Gegenwart“ folgen laſſen.
Bodenſtedt. Von Friedrich Bodenſtedts Buche: „001 Tag im Orient“ iſt ſoeben der zweite Band(Fortſetzung und Schluß) erſchienen.
Theater und Muſik.
Bamburg. Pereinigte Thenter. Nach dem ſo umfaſſenden Berichte der theatraliſchen und muſi⸗ kaliſchen Angelegenheiten in voriger Nummer werden unſere Leſer mit einem deſio kürzern ſich diesmal begnügen müſſen. Es thut uns ſelbſi leid, die Schlußnummer dieſes Jahrganges, welche zugleich als die letzte unter der bisherigen Re⸗
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daction erſcheint, unſererſeits nur ſo kümmerlich ausſtatten zu können, daß ſie, wie der deutſche Rhein und wie die deutſche Politik dieſes Jahres, gleichſam im Sande verläuft. Doch iſt es unſere Schuld nicht; die Weihnachtswoche mit ihrem geſchäftigen Treiben und Gewühle, mit ihren lauten Märkten und ſtillen Vorbereitungsplätzchen, iſt ſelten oder nie, weder nach innen hin, noch von außen her, den Muſen eine günſtige zu nennen; andere Sorgen, von Pflicht oder Nei⸗ gung geboten, beſchäftigen den Sinn, füllen das Herz und arbeiten an dem Webeſtuhl der Zeit ihren eigenthümlichen ſiofflichen Inhalt.— Beide Bühnen brachten Nichts von beſonderer Bedeu⸗ tung oder beſonderem Intereſſe, meiſt Wieder⸗ holungen älterer, aber gern geſehener Stücke. Auch„die Genfer“ fanden ihre erſte Wiederho⸗ lung, freilich bei nur ſchwach beſetztem Hauſe, was aber in der Weihnachtswoche ganz erklärlich iſt. Wir beſuchten die Vorſtellung abermals und fanden dieſelbe Befriedigung, denſelben geiſtigen Genuß wie das erſte Mal; dies zeugt von der poetiſchen Kraft und Wahrheit der Gedanken, die der Neuheit nicht bedürfen, um erhebend zu wirken. Idelette de Burie, Calvins Gattin, er⸗ ſcheint, wie wir ſchon neulich bemerkten, als un⸗ vollendet und daher ungerechtfertigt und unter⸗ geordnet neben den Hauptfiguren; am meiſten muß man dies in ihrem plötzlichen Verſchwinden ſuchen, und vergebens fragt man ſich, was aus ihr geworden? Wir hören nachträglich, daß dies nicht des Dichters Sünde ſei, daß dieſer ſie allerdings noch vorführe und zwar dem Wahn⸗ ſinne verfallen, daß dieſe Scene aber geſtrichen ſei. Wir haben, obgleich das Stück bereits ge⸗ druckt, uns durch eigene Anſchauung noch nicht überzeuen können, inwiefern eine ſolche Aus⸗ laſſungsſünde, die wir, ſei es in poeliſchen oder muſikaliſchen Werken, ſtets getadelt haben, hier ſich rechtfertigen laſſe; doch wollen wir gern glauben, daß ohne die triftigſten Gründe Regie wie Darſtellerin der Rolle auf den Effect einer Wahnſinnsſcehe, die ja noch immer bei der Maſſe in hohem Preiſe ſteht und ſelbſt mittel⸗ mäßige Darſteller mit einem Glorienſchein um⸗ giebt, nicht würden Verzicht geleiſtet haben.*) Der Schluß des Stückes, der uns nun Calvin allein, zurückbleibend in ſeinen Reflexlonen über ſich und das Vorgegangene, zeigt, wäre freilich ein ſehr ge⸗ wagter für den dramatiſchen Autor; daß er jedoch bei dieſer Abänderung nicht nachtheilig wirkt, iſt wieder ein Zeugniß mehr von der Güte des Stoffes, der überall der Form als Nebenſache ſich unterordnen muß. In der Declamation der Verſe kommt bei den Darſtellern manche unrichlige Betonung zu Gehör, ja zuweilen ſogar Verſtöße gegen die Grammatik.*)
*) Zwiſchen Druck und Correctur haben wir die Scene nachgeleſen und finden die Auslaſſung gerecht; ſie iſt dichteriſch ſehr ſchwach, und riecht ſehr ſtark nach Myſtik. Es ſind außer dieſer ganzen Scene noch manche Kürzungen vorgenommen-
So z. B. Act 3, Scene 1;„Und glaubte an der Zukunft neuem Heil“ ſtatt neue s; Act 5, Scene 1: „Es wird mir hören“ ſtatt folgen; Act 5, Scene 3 ſagt Chabod;„habt ihr an Amyod Perrin vergeſſen?“ Der erſte und letzte Fehler ſind, wenn nicht Druckfehler, des Verfaſſers Schuld.
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