der Ste, ruht mein Weh. dem Muth
uten Verlauf 3 Weh herauf.
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Arthur Schott: Gedichte. Stuttgart, E. Holl⸗ berger. 1850. 8. 296 Seiten.
Eine Maſſe von faſt 200 ſogenonnten Ge⸗ dichten werden uns hier aufgetiſcht, die ſich viel⸗ leicht beſſer als proſaiſche Reiſrerzählungen oder als Gedanken bei betaniſchen Ausflügen ausge⸗ nommen haben würden, als daß ſie ſich jetzt in Verſen unter folgenden Rubriken ſpreizen: Aus der Reiſetaſche, Aſche, Waldleben, Kraut und Unkraut ꝛc. Des Letzteren giebt es überall ſo viel, daß ein wohlbeſtallter Gärtner lieber den ganzen Krautgarten darauf gehen laſſen würde, als daß er ſich einem ſo mühſamen, fruchtloſen Stück Arbeit unterzöge. Um das Geſagte nur einigermaßen zu bewahrheiten, führe ich, wie ich ſie aufſchlage, einige Zeilen an. In San Se⸗ baſtiano:
„Hier ward mir jene Myrthe klar Und faßte ſie im tiefſten Sinne.“
An Verona:
„Oder betrübl's Dich, ſchaueſt Du Der Skaligeren Grabdenkmale,
Oder Rome's und Juliens Ruh, Zwei Seelen jetzt in einer Schale?“
Von einer Ruine heißt es:
„Wohl denken läßt ſich, daß ſie kräftig Einſt widerſtanden manchem Sturm, Bis endlich ſie, die ſtets geſchäftig, Die Zeit Dir brahen(brachen 72) Wall und Thurm.“ Der Sturm:
Es hat die Natur
Mir Thränen verſagt, Doch will ich ſie nur, Bin drum nicht verzagt, Schnell andre ſie weinen.“
Tagestrauer läßt ſich gut an, ſchließt aber mit folgenden Verſen: „Möglich, daß der ſtumme Tag Schon den Abend ſah Und ein Lied vernehmen mag, Das ihm innig nah.— Daß ein Engelherz vielleicht Ihm vor Allem lieb, Eben aus der Welt verſcheucht, In das Ew'ge ſtieb.“— Süddeutſche Ausdrücke wie„beineben“ und Reime wie„Schwalbe und Alpe“ ſind hier keine Selten⸗ heit. Selbſt Sprachfehler ſind da, wie: „Das Höchſte ziehen ſie im Kothe, Alles opfernd ihrer Mode.“— Einige bekannte Sprichwörter ſind ziemlich gut— gereimt.— Dr. Al.
Jahreszeiten II.(Nro. 52. Den 25. December.)
Bücherſchanu.
Niederländiſche Literatur.
Wir verdanken es hauptſächlich der thätigen Verlagshandlung des Herrn Lorck, mit den Schönheiten der niederländiſchen Literatur bekannt zu werden. Bisher hatte man nur franzöſiſche und engliſche Werke würdig befunden, in unſern Leſerkreis einzuführen, und die Sprachſtämme, welche uns ſo nahe verwandt ſind, ſolcher Ehre zu gering geachtet; jetzt wiſſen wir, daß wir bei Holländern ſowohl wie bei Flamändern ſehr viel Schönes und Werthvolles finden, und verläugnen nicht mehr die ſo nahe Verwandtſchaft. Con⸗ ſcience iſt uns freilich längſt bekannt und be⸗ freundet, er iſt der Held in jenem Gebiete, aber nicht der einzige. Sein„Rekrut“ iſt in dieſen Blättern ſchon früher angezeigt worden; eine ähnliche, eben ſo liebliche Dorfgeſchichte iſt ſein „Baas Ganſedonck“. Man ſollte faſt glauben, daß Belgien beſonders markige und kräftige Ge⸗ ſtalten und Charaktere in ſeinem Volksleben hat, ſo daß der Dichter nur hineinzugreifen brauche, um ſeinen Stoff zu erfaſſen. Dieſer Baas Ganſedonck iſt der Typus aller ſtolzen Bauern, und Conſcience hat ihn uns gegebeu, wie er leibt und lebt;z eben ſo trefflich iſt die jeunesse dorée gezeichnet, welche ihn verlacht, und alle die übri⸗ gen Geſtalten dieſer ſo reizenden Erzählung, ſie ſteht unter den Dorfgeſchichten obenan. Die Ueberſetzung des Herrn D. E. B. Wolf hat daran nichis verderben können, wenn gleich ſie wohl etwas ſorgfältiger hätte ſein können.— Außerdem ſind von Conſeience noch einige Dorf⸗ geſchichten kürzlich erſchienen, im deutſchen Buch⸗ handel ſind ſie aber noch nicht zu haben.— Im Lerck'ſchen Verlage erſchien ferner:„Niederländi⸗ ſche Dorfgeſchichten von C. van Schaick“, deutſch von Eduard Wegener. 4 Bändchen.— Schaick, ein Prediger in Holland, iſt der niederländiſche Zſchokke, ein Mann, der in ſeinem Lande ſehr bekannt iſt und der in Deutſchland nun auch ſchnell bekannt werden wird. Er bildet ſich dem Schweizer Gotthelf nach, hat aber in Allem, was er ſchreibt, mehr Tiefe, mehr Gemüth wie dieſer und iſt minder einſeitig. Dieſe vier Bändchen, in welchen das Leben einer Holländiſchen Fa⸗ milie abgewickelt wird, ſind nicht nur höchſt unter⸗ haltend, ſie ſind auch ſehr belehrend, inſofern ſie uns mir den Sitten jener Gegenden bekannt machen. Es herrſcht in ihnen ein Geiſt der Milde und Gottesfurcht, der wohlthuend iſt und ſich von jenem frömmelnden, pietiſtiſchen Weſen durchaus unterſcheidet. Wir folgen mit Spannung dem Verlauf der Erzählung und nehmen innigen Antheil an dem Heiden derſelben, einem braven Bauerburſchen, welcher, der Verführung nicht widerſtehend, ſich dem Trunke ergiebt und ſo zu Grunde geht. Hier wie überall ſtehen die guten Elemente den ſchlechten gegenüber, man bewegt ſich in dieſen Kreiſen wie in andern; die Leiden⸗
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