Der Angler.
MWon Seopold Mrend.
Meine Seele iſt ein ſchweigender See—
Meine Seele iſt ein ſchweigender See,
Drin ruht meine Freude, drin ruht mein Weh. Drin ruht meine Freude, drin ruht mein Weh⸗
Der Witz, der Knabe, ſo friſch und geſund, Er ſchaut hinab auf ihren Grund, Möcht' fangen wol die Freude dort ein, Glaubt,'s Weh wird eingeſchlafen ſein.
Der Witz, er ſenkt mit lächelndem Muth Die Angel in die ſtille Fluth Und zieht nach wen'ger Minuten Verlauf Die Freud'— ach nein! das Weh herauf.
Meine Seele iſt ein ſchweigender See, Drin ſchläft meine Freude, drin wacht mein Weh. O Witz, mein Knabe, ſo lieblich und fein, Laß fürder doch das Angeln ſein Und ſei beſonnen— beſonnen und klug, Und hab' an einem Fang genug!
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Der Weidenbaum.
Won Günther Iticol⸗
NM us der Weide morſchem Raum Schauet eine Blume mild,
Und den alten kranken Baum Sel'ge Freude ſüß durchquillt.
Ja, es muß ihm Wonne ſein, Daß ihn eine Blume ſchmückt, Deren Hauch, wie Aether rein, Sanft ſich auf ſein Haupt hindrückt.
Gütig biſt Du ſtets, Natur,
Denkſt des alten Baumes gar, Legſt das holde Kind der Flur In des Greiſes ſpärlich Haar.
Und Du hauchſt hier lieblich aus: In des Alters ſpärlich Haar Legt den ſchönſten Blumenſtrauß; Alſo ſei es immerdar.
Stets ſei es von Euch geehrt Und mit Liebe ſei's umfaßt, Und es werde ihm beſcheert
Nur der Blumen holde Laſt.
O Natur, ſtets mehr und mehr
Liebt Dich, wer Dich faſſen kann, Alter Baum, Du rührſt mich ſehr, Feuchten Aug's ſchau ich Dich an.
Lieblich klingt der Bach darein, Vöglein ſingen hell dazu,
Und der Blumen blauer Schein Glänzt auf Dir, wie ſchön biſt Du!—
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