Jahrgang 
2 (1850)
Seite
1637-1638
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Fahren gehabt; aber ich weiß nicht, was paſſirt iſt, noch wie ich hierher gekommen bin. Ihr fragendes Auge ſchien Antwort von mir zu fordern, die mir aber durch die Dazwiſchenkunft unſerer freundlichen Wirthin erſpart wurde, welche mit dem verſprochenen warmen Bier und einem hoch mit Feſtkuchen belaſteten Teller eintrat.

Na, daß freut mich, daß freut mich ſehr, rief ſie mit gutmüthiger, unbefangener Ge⸗ ſchwätzigkeit, als ſie in Annas offenes, klares Auge ſah,daß das junge Madamche wieder Lebe hat; ich glaube, der Herr Liebſte wäre auch geſtorbe, wenn Se net wieder zu ſich gekomme wäre; he war ja rein weg, he het Se getrage un an ſich gedrückt, wie en Mutter ehr Kind; Se habe noch nit lange geheirathet?

Warum die gute Sn uns ſo beſtimmt für Eheleute hielt, weiß ich nicht, gewiß aber iſt, daß ſie uns Beide dadurch in die höchſte Verlegenheit brachte. Annens Geſicht über⸗ zog ſich mit einem ſo dunkeln Purpur, wie ich es nie zuvor bei ihr geſehn hatte, machte aber ſchon im nächſten Moment einer tödt⸗ lichen Bläſſe Platz, als ſie ſich aufrichtete, um das Bett zu verlaſſen und dabei das lockere ihrer Kleidung ſpürte; in der peinlichſten Verwirrung ſank ſie wieder zurück, und flüſterte dabei Cathinka leiſe, nur für ein von der Liebe geſchärftes Ohr vernehmbar, zu:Um Gotteswillen, was haſt Du gethan, wie konnteſt Du das.

So beſorgt mich dieſer ſchnelle Wechſel von Gemüthsbewegungen auch für die kaum wieder zur Beſinnung Gelangte machte, ſo ſchien es mir doch am rathſamſten, ſie jetzt zu verlaſſen, um ihr Zeit zur Erholung zu gönnen; mit einigen Worten, deren ich mich aber wirklich nicht mehr genau erinnern kann, da auch ich in ſchrecklicher Verlegenheit war, klärte ich daher die gute Alte über unſer Verhältniß auf und bat ſie dann, mir den Weg nach dem Wirthshaus zu bezeichnen, wo ich unſern Kutſcher nebſt Schlitten und Geſchirr anzutreffen dachte.

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Na, da nehme Se mer doch jo nix für ungut, entſchuldigte ſich die Alte,ich hob gemeint, das Mamſellchen do hätt mer ge⸗ ſagt, Se waͤre Mann un Frau; na, was aber nit is, dos kann noch wehre; un

Um dieſe Entſchuldigungen abzubrechen, die die Sache nur noch verſchlimmerten, bat ich noch ein Mal, mich über den Weg zu be⸗ lehren, und entfernte mich dann raſch, um Alles zu unſerer Weiterreiſe in Stand zu ſetzen, denn nicht ohne Grund fürchtete ich, daß unſer Fuhrzeug einige Beſchädigungen erlitten habe.

Schon nach Verlauf von ungefähr einer halben Stunde hielt ich mit dem wieder in fahrbaren Stand geſetzten Schlitten vor der Thür des gaſtlichen Hauſes, und trat in die Stube, um die Mädchen, die ich völlig ge⸗ rüſtet fand, abzuholen; das Perſonal des Hauſes hatte ſich indeß ſcit meiner Abweſen⸗ heit ſehr vermehrt; Sohn und Schwieger⸗ tochter der alten Frau, mit drei ſchon ziemlich herangewachſenen Kindern, Knecht und Magd, waren vom Tanzboden zurückgekehrt, um erſt die ländlichen Geſchäfte in Stall und Scheuer zu beſorgen, um ſich dann wieder deſto un⸗ geſtörter dem Vergnügen hingeben zu können, und Alle, beſonders aber der jüngere und dienende Theil der Hausbewohner ſah mit neugierigen Augen auf die Mädchen, und bei meinem Eintritt auch auf mich. Wir waren recht herzlich froh, daß Alles bereit war, uns dieſer läſtigen Beobachtung zu entziehen, und nahmen mit Dank von den freundlichen Dorf⸗ bewohnern Abſchied, allein nur mit großer Mühe konnte ich ſie bewegen, auch ein ſicht⸗ bares Zeichen unſerer Erkenntlichkeit anzu⸗ nehmen, was mir auch da erſt gelang, als ich ſie bat, wenn nicht für ſich, ſo doch für die Kinder dies kleine Geſchenk zu nehmen und zu ihrem Vergnügen zu verwenden.

Wir ſetzten nun unſere Reiſe nach Haus fort, indeß viel ſtiller als ſie begonnen war; Annas Zuſtand, die noch recht blaß und an⸗ gegriffen von dem gehabten Unfall ausſah, machte es mir zur angenehmen Pflicht, alle