Jahrgang 
2 (1850)
Seite
1625-1626
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ſelbſt zu befteien uer, den Vater n Her Sch die an m, tinſendet, ſcn Kuuſl eh Buldegg, du du, Ende: genet Sorte. eumde; hier ſoll Mann des rothen wehl bekannt, on Sohhht Beſchlag be⸗ tHen Ebersberg an. Gleich un⸗ ungszuſtndlichen Frgen und berg die Blaſen de ſolgen:Pas tiler zuiſchen det Hund Das ſiht Herm übn die Gluſſe mich in her wir man an m ultramontanen, ſolchen empe⸗ an ſo etwas ich. Hätten ſolches vol⸗ ngeſchthll ich gegen jehen gch könntt Ihnen dirſts ſrribelnden nittheilen,

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dünnleibig geworden, nachdem er einſt das beſte Buch in der Monarchie geweſen, und endlich er⸗ hielten wir imPoſtillon, den ein gewiſſer Ritter herausgibt und ſich mit einer Schaar literariſcher Wegelagerer umgibt, einen Zuwachs, den wir leicht vermißt. Uebermuth und Unwiſſenheit, ſeribelnde Arroganz und Burſchicoſität hat darin einen neuen Kampfplatz gefunden. Ein gewiſſer Friedrich(Uhlh), Herausgeber vieler unbekannt gebliebenen Werke, der in der Europa ſeine Schmierereien veröffentlicht und die Rolle eines Paladin für Herrn Laube ſpielt(daß Herr Laube mit ſolchem literariſchen Pack vorlieb nimmt), beſpricht das Album öſterreichiſcher Dichter. Aber wie? Wenn die Jungen anfangen zu zwit⸗ ſchern, dann verkriechen ſich freilich die Alten; das iſi des Jammers zu viel; ein Menſch, der nichts gelernt, alſo auch nichts vergeſſen, kanzelt Notabilitäten wie Seil, Bauernfeld, Tſchabuſch⸗ nigg und Lewitſchnigg ab, empfichlt armſelige Reimemacher wie Herrn Rick als Candidator für das Album. Warum nicht lieber ſich ſelbſi, welches tollkühne Anſinnen, wie wir aus ſichere Qurlle wiſſen, Herr Friedrich(Uhl) nicht fremd geblieben iſt? Rick hat ein Bändchen Gedichte zuſammengebracht, das er nun mit einem neuen Titel verſehen und als zweite Auflage ediren ließ, hat ein Evangelium der Freiheit zuſammen⸗ geſchweißt, das eben ſo unſinnig iſt, als die Partei, deren Barde er ſein möchte, und das Album öſterreichiſcher Dichter? Dann geifert dieſer literariſche Froſch gegen einen gewiſſen Pipitz, der das Unglück hatte, die Biographie Tſchabuſchniggs zu ſchreiben und dafür von Herrn Uhl mit einemgewiſſen abgethan wird. Nun iſt aber Pipitz in jüngſter Zeit mit einem Buche aufgetreten, das zu den beſten unſerer Zeit ge⸗ hört; es iſt die trefflichſte und geiſtreichſte Dar⸗ ſtellungMirabeaus; von den übrigen Werken deſſelben, worin ſich Pipitz als geiſtreichen und tüchtigen Publiziſten bewährte, wollen wir nicht reden. Ein in der Wiſſenſchaft bekannter Name kann nur von einem Jungen, der vielleicht ein⸗ mal im Leben etwas geſchrieben, was längſt als Makulatur vermoderte, mit dem Beiwortgewiſſer behandelt werden.

Herr Uhl, Geh'n Sie in die Schul' Und bleiben Sie ſtecken im Pfuhl Ihrer Autordunkelheit! Sonſt, Herr Uhl, Setzt die Gegenkritik Sie auf den Armenſünderſtuhl.

Literatur.

Von Feuchtersleben'sGeiſt deutſcher Claſſiker, in Hartleben's Verlag herausgegeben, ſind neuer⸗ dings zwei Bändchen erſchienen, welche Gedanken, Marimen und Ausſprüche von Schiller und

Wieland enthalten.

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Guſtav Rühne gab vor einiger Zeit in ſeiner Europa intereſſante Aufſchlüſſe über Bürgers Enkelinnen. Moſenthal hat bekanntlich einen Theil des Ertrags ſeines BühnenwerksEin deutſches Dichterleben für dieſe Nachkommen des deutſchen Dichters beſtimmt, und Kühne mit dieſer Miſſion betraut. Der Llohd theilt einen Briefauszug Kühnes an Moſenthal mit. Er lautet:So eben ſaß hier vor mir in meinem Zimmer die Mutter der beiden Enkelinnen des Dichters Bürger und der Molly. Sie ſaß in Thränen da, wie ſie in Erinnerung mannigfacher Mühſal, ja harter Entbehrungen ihre Vergangen⸗ heit mir berichtete, noch bevor ich ihr den Plan, den Sie entworfen und den Tribut dieſer ſchönen Pietät eines deutſchen Dichters von heute ihr angedeutet. Nach mehrfachen vergeblichen An⸗ fragen, die ich in Folge Ihrer Aufforderung hielt, erließ ich im Leipziger Tageblatt die An⸗

kündigung, daß ich den beiden Enkelinnen Bürgers,

falls ſie ſich mir als ſolche legitimiren wollten, einefreundliche Mittheilung zu machen hätte. Die Mutter, Frau Bürger, geborne Anton aus Leipzig, erſchien mit den beiden, aus Naumburg vom dortigen Domprediger ausgeſtellten Tauf⸗ zeugniſſen der Friederike und Emilie⸗Molly Bürger, Töchter des in Naumburg und dann in Leipzig etablirt geweſenen, zeitweis auch in der Brockhaus'ſchen Buchhandlung beſchäftigten, ver⸗ armten und in Noth vor etwa ſechs oder acht Jahren verſtorbenen Buchhändlers Auguſt Bürger. Die Töchter ſind 26 und 25 Jahre ält; Emilie⸗ Molly hat in früheren Jahren der Großmutter Molly ſprechend ähnlich geſchen. Beide nähren ſich vom Sticken und Blumenfertigen, haben öft bitteren Mangel gelitten und friſten ſich jetzt anſtändig, wenn auch kümmerlich durch. So weit Herr Kühne, deſſen menſchenfreundlichem Bemühen wir dieſe Daten verdanken. Bereits hat das Frankfurter Stadttheater zugeſagt, den Ertrag einer Vorſtellung des Moſenthal'ſchen Dramas dem mildthätigen Zwecke zu widmen, deſſen vorausſichtliche Erfüllung ein Ehrendank an die Manen des großen Dichters werden wird, in deſſen Herzen das ſchönſte deutſche Volkslied entſtanden iſt. Leipzig, Stuttgart, Hamburg wollen hinter Frankfurts Beiſpiel nicht zurück⸗ bleiben; ſollen wir hinzufügen, daß wir ein Aehnliches von den vaterländiſchen Bühnen, die dasdeutſche Dichterleben zur Aufführung bringen gleichfalls erwarten? Gehört Bürger nicht auch uns an? Trifft uns nicht daſſelbe bittere Walten deutſchen Dichtergeſchickes, das die Nachkommen Gottfried Auguſt Bürgers kümmerlich vom Sticken und Blumenfertigen ſich ernähren läßt. Wir ſind überzeugt, die erſte deutſche Bühne und die zugleich die erſte war, die Moſenthals Drama zur Aufführung brachte, wird gewiß nicht anſtehen, das ſchöne Werk dichteriſcher Pietät nach Kräften zu fördern.