Jahrgang 
2 (1850)
Seite
919-920
Einzelbild herunterladen

Feuilleton.

ihm, die Heilquellen Karlsbads zu beſuchen, und der Dichter weilt daſelbſt bereits ſeit längerer Zeit.

Literatur.

Ed. Keyen, der ehemalige Mitredakteur der Abendpoſt, weilt in Hamburg, wir wiſſen nicht, ob temporär, oder um ſich hier bleibend nieder⸗ zulaſſen.*

Dr. Wollheim da Fonſeca, der Mann der Ge⸗ ſinnung und der Speculation, iſt ebenfalls in unſern Mauern eingekehrt, wahrſcheinlich, um ſein jüngſtes democratiſches Stück aufführen und ſeine neueſten treubündleriſchen Gedichte ver legen zu laſſen. Herr Dr. Wollheim wird uns indeß nicht lange mit ſeiner Gegenwart beglücken, da er bekanntlich jetzt in Berlin Privatdocent iſt und auch als wohlbeſtallter Gelegenheitsdichter einen, wir vermuthen, recht einträglichen Wir⸗ kungskreis gefunden hat.

rodor Wehl iſt ebenfalls am Sonnabend bei uns eingetroffen. Die Berliner beglucken uns auf ſehr vielſeitige Weiſe.

Man erzählt ſich, daß ein hieſiger Schrift⸗ ſteller den Auftrag erhielt, für eine hieſige Buch⸗ handlung eine Literaturgeſchichte zu ſchreiben und daß er ſich dieſes Auftrags in einer Weiſe ent⸗ ledigte, die als das non plus ultra von Egois⸗ mus und Selbſtlobhudelei bezeichnet wird, da der Schriftſteller, nebenbei bemerkt, Dichter und dramatiſcher Schrifiſteller, ſeine Leiſtungen und ſeine werthe Perſon in ſo auffallender Weiſe in den Vordergrund ſtellte und ſeiner Productionen, die ſolcher Bevorzugung keineswegs würdig, in ſo begeiſternden Worten gedachte, daß es dem Verleger ſelbſt auffiel.

Rudolk Gonſchall'sSchill wird demnächſt ebenfalls bei Campe erſcheinen. Der productive Dichter arbeitet bekanntlich an einem großen Gedicht,die Göttin der Vernunſt, das, nach dem zu urtheilen, was der Dichter uns vorlas, entzückend ſchön genannt werden muß. Nament⸗ lich erregte ein Gedicht aus dieſem Gedichtchelus, Entſagung, unſere Bewunderung. Herr Rud. Gottſchall, den Hinkeldehy, wie mehrfach berichtet, aus Berlin maaßregelte, wandte ſich mit ſeinem Geſuch an Herrn von Manteuffel; doch hat dieſer Schritt keinen Erfolg gehabt und Herrn Gottſchall wurde durch Hinkeldey angezeigt, doß es bei der gemachten Ausweiſung, in Folge Reſolution des Miniſterium des Innern, ſein Bewenden habe.

Könih Ludwig hat den Dichter Zedlitz, d. h. deſſen Büſte, für die Walhalla beſtimmt. Pro⸗ feſſor Halbug hat den Auftrag erhalten, ihn modelliren zu laſſen.

Emanuel Geibel ſoll mehr und mehr in Trüb⸗ ſinn und Melancholie verfallen. Es iſt wahrhaft ängſtlich mit ihm umzugehen und er meidet, ſo viel er kann, die Menſchen. Die Aerzte riethen

Atrogant. Wir gedachten in einer unſerer früheren Nummern jener Notiz des Speelator, in welcher derſelbe eine Zuſchrift der deutſchen Flüchtlinge Friedrich Engels und Karl Marx, wegen Verfolgung durch preußiſche Spione, ge⸗ bührend abfertigt. Auch die Weſerzeitung ge⸗ dachte dieſes Falles. Jetzt beſchweren ſich die beiden Deutſchen bei der Redaction des genannten Blattes, behauptend, daß erwähnte Citat habe gar nicht im Spectator geſtanden und das Ganze ſeieine ſchamloſe Fälſchung,ein pfiffiges Manöver der preußiſchen Politik. Die Re⸗ daction der Weſerzeitung, indem ſie dieſe lächerliche Behauptung zuruckweiſt, fügt dem zu, daß dag engliſche Blatt ſehr recht hatte, indem es ſagte: Dieſe Sorte ven Leuten irrt in ſolchen Ange⸗ legenbeiten ſehr häufig und zwar aus Eitelteit, weil ſie ſich für wichtiger halten, als ſie wirklich ſind.

Die erſte Lieſerung des öſterreichiſchen Mi⸗ litair⸗Converſations⸗Lexicons wird den 1. Auguſt erſcheinen. Als Herausgeber werden die Herren J. Hirtenfeld und Dr. Mehnert genannt.

Armand Marraſt hat die Redaction des Eredit übernommen, bekanntlich ein gemäßigt republi⸗ kaniſches Blatt der Cavaignaeſchen Fraction. Marraſt hat mit einem Aufſatze über die letzte Unterbausdebatte debütirt und will ſich überhaupt der äußern Politik zuwenden.

Durll. Zwiſchen dem Schauſpieler C. Forreſt und dem Schriftſteller N. P. Willis, den er beſchuldigt, ſein Weib verführt zu haben, hat zu Nenyork ein Zweikampf ſtattgehabt, in dem letzte⸗ rer bedeutend verwundet wurde.

Ein kranzöſiſches Platt in Perlin. Ein ſeit längerer Zeit in Berlin weilender franzöſiſcher Gelehrter geht mit der Abſicht um, ein großes politiſches Journal in franzöſiſcher Sprache daſelbſt zu begründen. Er iſt bemüht, Publiziſten ſeines Vaterlandes, die zugleich der deutſchen Sprache und Zuſtände kundig ſein müßten, für ſein Unter⸗ nehmen, dem von gewichtiger Seite eine große Zukunft verheißen und verbürgt wird, zu ge⸗ winnen. Wahrſcheinlich ſchon gegen Ende des laufenden Quartals wird das Publikum von dem Inslebentreten dieſes großen journaliſtiſchen In⸗ ſtituts in Kenntniß geſetzt ſein. Wir glanben indeß, daß ſich eine ſolche Zeitung ſchwerlich halten kann, da ſchon J. B. Rouſſeau mit einem gleichen Unternehmen ſcheiterte.

Der Schriktſteller Dr. L. A. Frank! arbeitet ſeit längerer Zeit an einer Geſchichte der Revo⸗ lution vom Jahre 1848. Das Werk iſt der Vollendung nahe und dürfte Intereſſantes bieten, da es die Entwickelung der Revolutton viele Jahre

Nt

zurid

ſtonder heimer Auſſch nhult au d hit gilut Behnal ſihl de und B hie Re Viſen line( wilcher uchigl Gwund ſtner gahin Gifun un S er ge den b enn wollte D von die et mann di benu riren dem küni ſprn die beſuß zum wird

Li

Lerſet nlt man mekt nur Her Anſ ſic habe erna ihren Ree Mn n ſtb geſlin d ſi zwei h im Jn gigen