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Gottſchall's Lambertine von Mericvurt,
welche ſoeben bei Hoffmann und Campe er⸗ ſchienen, kann mit vollem Recht als ein Er⸗ eigniß im Gebiete der dramatiſchen Poeſie bezeichnet werden. Wir laſen ſeit lange kein ſo begeiſtertes Gedicht, keine ſo glühende, hinreißende Sprache, kein ſo wirkſames, effect⸗ volles Drama. Das Stück, theils in Verſen, theils in Proſa geſchrieben, wird von einem unſerer Mitarbeiter ausführlich beſprochen werden, wir begnügen uns heute damit, eine Scene aus dem dritten Act abzudrucken. Zum Verſtändniß dieſes Auszuges ſei erwähnt, daß Camille Desmoulins Lambertine von Mericvurt liebt, eine Liebe, die von dieſer indeß nicht entgegnet wird, da Barbarvur ihr Herz gefeſſelt hat, welcher letztere wieder Lambertine aufgab, um Manon Rolands be⸗ günſtigter Liebhaber zu werden. Lambertine, um ſich an Barbaroux und Manon Roland zu rächen, überliefert beide auf Camille Des⸗ moulins Einflüſterung der Guillotine. In der von uns ausgewählten Scene gewinnt Desmvulins die Lambertine ſür ſeine Pläne.
Camille. Schöne Einſiedlerin— grau⸗ ſame Lambertine! Wie kann man geizen mit ſoviel Schönheit? Alle Sterne nimmt das Meer auf im Schooß und wiegt ſie im wollüſt'⸗ gen Arm; und die Sonne küßt, leichtſinnig, glühend, alle Berggipfel. Nur du, Lamber⸗ tine, du reißeſt ein ſchönes Blatt aus dem
Buche der Schöpfung— du verſchließeſt dich
hier in Einſamkrit.
Lambertine. Camille Desmoulins, was ſuchſt du bei mir?
Camille. Ich würde das Glück ſuchen, aber es hat ſchnellere Füße als ich, und wenn ich nachgehinkt komme, iſt es längſt über die Berge. Ich würde die Liebe ſuchen, aber die Liebe ſieht mich nur über die Achſeln an; denn mein Geſiche iſt keine Viſitenkarte, die
man bei ihr abgiebt als willkommener Gaſt. Jahreszeiten II.(Nro. 20. Den 17. Juli.)
Und weil's denn nichts iſt mit Glück und Liebe, ſo folg' ich dem wüſten Hang meiner Natur und freue mich, wenn die Glückskugel ihren Günſtlingen plötzlich einmal über die Köpfe rollt und der Liebesgöttin ein Todten⸗ ſchädel auf den üppigen Schultern wächſt. D'rum hab' ich dieſer böſen Zeit den Bruder⸗ kuß gegeben, einer Zeit, die ſo ſchadenfroh iſt, wie ich— und die langweilige Tugend durch den Schrecken corrigirt.
Lambertine. Dämon! Dämon! Das gefällt mir; lieben kann ich dich nicht, Ca⸗ mille; aber du ſollſt zu mir kommen bei Tag und Nacht— und ſo mit mir ſprechen. Ich will Troſt ſuchen bei den böſen Geiſtern, da die guten mich verlaſſen.
Camille. Vortrefflich! Das iſt die Stimmung, die ich brauche. Ich komme zu dir, nicht in der Schmetterlingslaune, etwas Blüthenſtaub zu trinken— nein, mit ernſtem Plan. Du mußt hinaus in's Leben—
Lambertine. Hinaus in's Leben? O ich lebe hier, und nur zu ſehr.
Camille. Leben heißt alle Trumpfe aus ſpielen, die einem Mutter Natur gegeben. Das thuſt du nicht, Magdalena! Du lebſt
unter Crucifixen und Todtenſchädeln— das iſt eine ſchlechte Geſellſchaft!
Und gar die Bibel? O ich will ſie dir auslegen! Schlinge die wallenden Haare um den ſchlanken Leib, wirf den dürſtenden Blick empor; horch' auf, als ob das Hohe Lied Salomonis bacchantiſch durch deine Seele tönte! Das Buch der Könige haben wir ausſtudirt; der himmliſche Verleger hat es von uns zurückerhalten, auf⸗
geſchnitten und mit Blutflecken. Das Buch
der Richter liegt jetzt aufgeſchlagen auf dem Altar des franzöſiſchen Volks. Du aber, Magdalena, ſollſt leſen das Buch Ruth und aufwachen, des Volkes Schnitterin, die bluti⸗
gen Garben zu ſammeln; du ſollſt leſen das 55
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