oo7 2
Hof und ohne Unterſtützung durch allerhöchſte Landesſchatullen und private Staatskaſſen ſich zu einer großen Stadt gemacht. Die Bürger haben ſie gebaut, der Handel und die Induſtrie haben ſie bereichert, es rollt ſelbſtſtändiges Blut in ihren Adern. Sie hat das gelegentlich immer wieder bewieſen, auch wenn ihr die Courtoiſie mitunter einen krummen Rücken, bongré malgré abgenötigt. Lakaiendienſte hat ſie nie gethan. Als die Stadt dem Könige nach der Huldigung ein Frühſtück gab, wendete er ſich an den Mann im ſchwarzen Fracke mit der weißen Weſte und den glacirten Handſchuhen, der hinter ſeinem Stuhe ſtand, und fragte ihn in der Idee, er habe es mit einem der angeſehenſten Bürger ſeiner guten Stadt zu thun, nach Namen, Stand und Charakter.„Friedrich Schmitt, Lohnbedienter,“ lautete die Antwort. Aber einen Panegyrikus verdient die Stadt doch nicht, ich lobe ſie vielleicht nur aus beſondrer Anhänglichkeit, weil ſie die Ehre hat, neben andern„berühmten“ Männern auch— uns(Plural der Be⸗ ſcheidenheit, es ſoll eigentlich heißen: mich) geboren zu haben.
Die Ohlauerſtraße iſt alt und krumm, man konnte gegen die albernen Maibarrikaden keine Artillerie brauchen. Barrikaden ſind indeß eine unangenehme Erfindung für Bres⸗ lau. Ehe dieſe gemacht war, konnte jeder Krawall nach einem auf dem Büreau des Polizeipräſidiums befindlichen Plane ohne große Schwierigkeit unterdrückt werden. Im März 1847 kam er zum letztenmal mit Er⸗ folg zur Anwendung. Die Sache iſt die: Es werden, ſcheinbar ohne inneren Zuſammen⸗ hang, Straßen geſperrt und wieder freige⸗ geben, die Straßenmündungen gleichen Ventilen und die Militärpikets ſind die Klappen; aber dies Schließen und Oeffnen geſchieht nicht willkürlich, ſondern nach einem Syſteme und am Abend ſind durch das immer engere Zu⸗ ziehn des Knotens richtig die Krawallanten auf dem Blücherplatz eingeſperrt. 1847 ge⸗ lang es vollſtändig, jetzt aber ſchwerlich mehr.
Ich glaube, die Erfindung des Schießpulvers, die eigentlich von Rechtswegen hätte Ge⸗ heimniß der„Herrlichen“ bleiben müſſen, wirkt hierin in neuerer Zeit noch unangenehm nach und ſtört die bequeme Arbeit ebenſo ſehr als die Barrikaden.
Der Uebergang von den Barrikaden auf die Kapitelüberſchrift iſt nicht ſo ſchwer als es ſcheinen mag. Auch in der Ohlauerſtraße gab es im Mai dergleichen antiherrliche In⸗ ſtitute und zwar eines davon dichtzbei einem Kunſtladen. Dieſer Laden gehört Herrn Karſch.
Wenn ein Menſch je eine Auszeichnung für Verdienſte um die Kunſt verdient hat, ſo iſt es dieſer Mann mit dem freundlichen Geſichte und den intelligenten Augen. Dies genügt um zu wiſſen, daß er weder den Pour le mérite noch irgend eine Medaille hat. Man kann annehmen, daß bei uns jeder Menſch, der kein Band im Knopfloche trägt, irgendwie ausgezeichnet iſt, denn der große Haufe der Gewöhnlichen und Ma⸗ ſchinenmenſchen iſt herkömmlicherweiſe dekorirt. Herr Karſch hat entſchiedene Verdienſte, iſt beſcheiden, darum hat er die Ehre nicht de⸗ korirt zu ſein.
Er iſt ein ſchlichter Mann, ſeines Zeichens ein Glaſer geweſen, wie er denn noch jetzt eine bedeutende Werkſtatt und ein Magazin geſchmackvoller Spiegel und dergleichen beſitzt. Ausgerüſtet mit zwei vorzüglichen Eigen⸗ ſchaften, Bildungsfähigkeit und Unternehmungs⸗ geiſt, wagte er es nach Studien im Gebiete der Kunſt, zu der ihm ſein Inneres zog, in Breslau eine Kunſthandlung anzulegen. Er machte Reiſen, kaufte Bilder von den Künſtlern ſelbſt und auf Ausſtellungen, unterhielt in Breslau einen permanenten Salon, in dem er ſeine Erwerbniſſe dem Publikum darbot, und wurde endlich der eigentliche Nerv des ſchleſiſchen Kunſtvereins.— Dies Inſtitut iſt neuerdings oft nach dem Augenſcheine ge⸗ tadelt worden und war namentlich der Vor⸗ ſtand vielfachen Angriffen ausgeſetzt. Der Tadel war gerecht und konnte auch von den
908
909
g krif eins
alie Rih
fir ihner ürf Sch und und
ſi einm ind iſte Vele tin
rihn Nor
Reſ iel der in n Lich ſchei Stu Kler heine nat iſt haft erw hiß der tihr nit litt ſitzt man ln Seol inne hnn


