Jahrgang 
2 (1850)
Seite
901-902
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die ſeine kräftige Geſtalt erhellte und ihm einen noch gräßlicheren Ausdruck verlieh, dem Grafen näher, der mit ſeinem Sohne und wenigen der Beherzteſten geblieben war, wäh⸗ rend die Uebrigen zitternd und ſchreiend ins Schloß flüchteten, als ſie den ſterbenden Kna⸗ ben erblickten.

Wir ſind gekommen, begann er,Rechen⸗ ſchaft von Dir zu fordern für Deine Thaten, harter Mann! und wehe Dir, wenn Du ſie nicht geben kannſt! Lange genug habt Ihr

von dem Herzblute des Volkes und dem

Schweiße der Armen geſchwelgt; aber die Stunde iſt gekommen, wo die Rache Euch er⸗ ſchlägt in allen Euren Sünden! Nicht ſollt Ibr in Zukunft unſere Felder verheeren, un⸗ ſere Pfennige verſchlemmen, unſere Töchter verführen und unſere kargen Freuden ver⸗ bittern! Nicht ſollt Ihr fürder in Wolluſt und Reichthum praſſen und Eure Hunde mit Fleiſch und Braten ſättigen, waͤhrend der Bettler vor Eurer Thürſchwelle verhungert! Das Maß Eurer Tage iſt gezählet und das Volk wird Euch richten nach demſelben Rechte, mit dem Ihr es geſchunden habt! Geſtern iſt mein Kind verhungert, weil Du ihm einen Biſſen Brod verſagteſt, heute haben Deine Diener meinen Bruder erſchlagen, weil wir ein Wild aus Deinem Walde nahmen um nicht alle das Schickſal meines Sohnes zu theilen! Was haſt Du darauf zu erwiedern, ſtolzer Graf? Du ſchweigſt? fuhr er nach einer kurzen Pauſe fort,ſchweigt Dein Gewiſſen auch? Wehe, dann wollen wir es Dir wecken, bis es aufſchreit wie das Blut dieſes da hier wies er auf Max hinzum Himmel ſchreit um Rache gegen den Mörder!

Indeß Paul weiter reden wollte, ſtürzte der Haupttheil der Fabrik mit lautem Gepraſſel zuſammen und unwillkürlich wandten Alle ihre Blicke nach dieſer Seite hin. Zugleich ſtieg ein dicker Rauch aus dem eingeſtürzten Ge⸗ bäude empor und verbreitete augenblickliche Dunkelheit über den Hoſplatz. Dieſen Moment benutzte Graf Blumenthal ins Schloß zu ent⸗ fliehen. Als es wieder hell ward, war er

mit ſeinem Sohne verſchwunden und die Er⸗ bitterung der Menge ſtieg nun auf's Aeu⸗ ßerſte.

Wo Ihr den Schurken und ſeine Brut findet, ſchlagt ſie todt wie die Hunde! tobte Paul, indem er von der ſchreienden Rotte gefolgt ins Schloß drang. Aber alles Suchen war vergeblich, denn der Graf und Edmund waren bereits verkleidet durch eine Hinterthüre entflohen und befanden ſich auf den Weg nach der Stadt. Um ſeine Wuth an Etwas auszulaſſen, zerſchlug der raſende Pöbel Spie⸗ gel und koſtbare Meubeln und trat die werth⸗ vollſten Gemälde der berühmteſten Maler un⸗ ter die Füße, während ſie alles, was irgend Werth für ſie haben konnte, einſteckten. Un⸗ ter dem allgemeinen Tumulte gewannen die meiſten der Gäſte Zeit, vor der Wuth des Haufens zu flüchten.

Nachdem die wilde Zerſtörungsluſt der Menge ſich etwas abgekühlt hatte, forderte Paul ſeine Spießgeſellen auf, ſich an den mit Speiſen und Weinen belaſteten Tiſch zu ſetzen und aus dem Weinkeller des Grafen wurde immer neuer Vorrath herbeigeſchleppt.

Schon hatte der ungewohnte Genuß der ſtarken ausländiſchen Weine die Köpfe noch mehr erhitzt, als Einer vorſchlug, auch das Schloß ſelbſt in Brand zu ſtecken. Von allen Seiten ſtimmte man jubelnd dieſem Vorſchlage bei, als Paul ſie von ihrem Vorhaben zurück⸗ hielt:Nein Kameraden! rief er,laßt uns zufrieden ſein mit dem Geſchehenen! Außer⸗ dem gehört das Schloß jetzt uns und warum ſollten wir unſer eigenes Beſitzthum verbren⸗ nen? Wir wollen künftig in dieſen pracht⸗ vollen Gemächern wohnen, wir wollen künſtig Gaſtmähler geben in dieſen Paläſten, Unſer iſt dieſer ſtolze Bau mit ſeinen Thürmen und Brandmauern! Da die Vernünftigkeit dieſer Rede Allen einleuchtete, gaben ſie ſich zufrieden und ver⸗ ließen bald darauf den Schauplatz ihres Tri⸗ umphes über die Anmaßung der Reichen, nachdem ſie ſich unter Jubel und Geſchrei mehr

und mehr berauſcht hatten und die Furcht vor