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Lebensbild aus der Jetztzeit.
GFortſetung)
Selene war eines von den Weſen, welche Jeden nothwendig beim erſten Zuſammentreffen gleich für ſich gewinnen müſſen und dieſe Ei⸗ genſchaft verdankte ſie nicht jenen kleinlichen Künſten, welche ſo viele unſrer jungen Mäd⸗
chen ſich anzueignen ſuchen um Herzen zu er⸗ Aufopferung von ihrer Seite erforderten.
obern und ein leichtfertiges Spiel mit der Ruhe eines ſich rückhaltslos hingebenden Jünglings zu treiben; ſondern es war einzig die Liebens⸗ edlen und unverdorbenen Natur, welche gleichſam durch einen Zauber⸗ ſchlag alle Gemüther feſſelte und ſelbſt die
roheſten Mitglieder der Geſelſſchaft in ehrer⸗
bietiger Ferne hielt. Ohne ſich deſſen bewußt zu ſein, verbreitete ſie ein gewiſſes Gefühl der Ruhe, Zufriedenheit und Kindlichkeit über Alle, die mit ihr in Berührung kamen.
Nur auf das weibliche Geſchlecht übte Helene nicht dieſen mächtigen Einfluß, vielleicht weil ſie ein außergewöhnliches Weſen war, das alle Künſte ihrer Altersgenoſſen verſchmähte und dennoch bei all ihrer ungezwungenen Na⸗ türlichkeit weit mehr gefiel als dieſe, vielleicht auch weil ſie an wahrer Bildung und Zart⸗ gefühl ſo weit über ihnen ſtand, daß gin ver⸗ trauter Verkehr mit ihr für jene ſeine großen Schwierigkeiten gehabt haben würde. So kam es, daß ihre ſogenannten Freundinnen ſie als ein ſtolzes und anmaßendes Weſen verſchrien, weil ſie von ihrem Standpunkte aus eben nicht Helenens Seele zu verſtehen vemochten.
Zu ihrem Vater ſtand ſie im Verhältniſſe der größten Pietät und der unbedingteſten Unterwerfung unter ſeinen Willen, einestheils weil ſie den Baron herzlich liebte trotz ſeiner
Jahreszeiten II.(Nro. 29. Den 17. Juli.)
unordentlichen Lebensweiſe und andererſeits, weil ſie es für ihre Pflicht hielt, Den, der ſo Vieles für ſie gethan hatte und ihr täglich ſeine Liebe bezeugte, auch wieder ihre Dank⸗ barkeit zu bethätigen und ihm gern gefällig zu ſein, ſelbſt wo vernünftige Rückſichten eine
Wenn wir ſo ausführlich über Fräulein Helene von Stahlheim geſprochen haben, ſo geſchuh dies nur, weil es für den Verlauf unſerer Erzählung nothwendig war einige No⸗ tizen über ihre Verhältniſſe und ihren Charakter vorauszuſenden, da ſie, wie ſpäter erſichtlich ſein wird, weſentlich in dieſelbe eingreift.
Heute war ſie ungewöhnlich ſtill und nach⸗ denkend und hörte mit zerſtreuter Miene auf die Süßigkeiten, welche ihr die jungen Herren, und beſonders Graf Edmund, augelegentlich zuflüſterten. Es war augenſcheinlich, daß ſie dem jungen Wüſtling ſehr zuſagte, der vielleicht gerne dieſe noch niemals bezwungene Schöne den vielen Eroberungen unter dem weiblichen Geſchlechte zuzählen wollte, mit denen er be⸗ ſtändig vor ſeinen Genoſſen prahlte, vielleicht aber auch wirklich Liebe für ſie fühlte, inſoweit ein ſo verderbter Charakter, wie er, deſſen fähig war. So viel iſt gewiß, daß er in ihrer Nähe ſein rohes Weſen nicht leicht auszulaſſen wagte und Alles aufzubieten ſchien, um ihr zu gefallen, was ihm doch nicht ſonderlich gelingen mochte, da ſie nur kurz auf ſeine Fragen ant⸗ wortete und ſeinen verliebten Redensarten mit entſchiedener Abneigung zuhörte.
„Erlauben mir Ew. Gnaden Sie zur Tafel
zu führen?“ ſagte Graf Blumenthal zu einer 57


