Jahrgang 
2 (1850)
Seite
889-890
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Urtypus für dieſe Rolle, ſowie für das ganze Genre halten, ja wir glauben, daß überhaupt irgend eine Rolle in größerer Wahrheit und Vollendung darzuſtellen, nicht möglich ſei. Da waren die Kränze beim Empfang und am Schluß an der rechten Stelle, da ſind Kränze wahrlich noch zu wenig bezeichnend. Wenn wir das Hochgefühl ihr zu ſchildern vermögten, die ſelige Stimmung, in die ſie uns auf's Neue verſetzt hat, wie oft wir ſie in dieſer Rolle auch ſchon geſehen, dies würde ihr vielleicht eine lohnendere Genugthuung, wenn auch nicht ſo ſichtbar ſein. Auch Frau Haizinger ſpielte wie eine bewährte Meiſterin; ſie zeigte erſt, welch eine bedeutende Rolle das Bärbel tſt, und wir wundern uns nicht, daß andere Darſtellerinnen die Rolle ſich ſo ſehr kürzen. Die Scene mit Chriſtoph im vierten Act war wahrhaft überwältigend; nichts deſto weniger glauben wir, daß das Spiel im Gegenſatz zu Lorle etwas zu ſehr auf Effekt hinaus trachtet. Doch wo Effecte ſo erzielt und erreicht werden, da kann das Streben nicht ta⸗ tadelswerth ſein, und die Künſtlerin verdiente im vollſten Maße den auch ihr geſpendeten Kranz. Der Dritte im Bunde war Herr Wilke, deſſen Lindenwirth wohl auch ſeines.Kranzes werth war. Herr Bürde als Reinhard war in der zweiten Hälfte der Rolle beſſer als in der erſten, wo wieder ſein Pathos zu der ihn umgebenden Na⸗ türlichkeit ſo ſehr contraſtirte. Auch ſprach er in der Haſt manches Wort, wieUrſprünglichkeit, mit unrichtigem Accent. Die übrigen Rollen ſind meiſt von früher her bekannt, und die Dar⸗ ſteller waren ſämmtlich mit den Gäſten wohl be⸗ müht, zum Gelingen des Ganzen nach beſten Kräften beizutragen.

Die General-Intendantur der höniglichen Schau- ſpiele in Berlin hat den Bühnen-Verwaltungen, welche dem im Mai 1846 abgeſchloſſenen Cartel contraktlich erworbenen Rechten in den Theaterver⸗ kältniſſen durch Anerkennung derſelben von Seiten fämmtlicher contrahirenden Bübnen, eine größere Sicherheit zu verleihen, beigetreten waren, die Anzeige gemacht, daß dieſer Vertrag nunmehr auf 5 Jahre verlängert worden iſt, da keine der betheiligten Verwaltungen eine Kündigung ein⸗ gereicht hat und nach der vorgeſchriebenen Be⸗ ſimmung der Vertrag in dieſem Falle als auf 5 Jahre verlängert anzuſehen iſt. Die General⸗ Intendantur ſetzt die Bühnen⸗Verwaltungen gleichzeitig davon in Kenntniß, daß dem Zwecke dieſes Vertrages auf die beſte Weiſe entſprochen worden, da kein Contraktbruch vorgekommen und ſich während der ganzen Zeit niemals das Be⸗ dürfniß herausgeſtellt hat, an den ſchiedsrichter⸗ lichen Aus ſpruch appelliren zu müſſen.

Miscellen.

Das Peinkleid, welches der Herzog von Wellington bei Waterloo trug. Man unterhält ſich zu London ſeit einigen Tagen über ein arliges Quiproquo, in welchem der Herzog von Wellington, der

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Londoner Biſchof und eine Dame eine ziemlich

pikante Rolle ſpielen. Doch ehe wir unſere Anekdote erzählen, ſei erwähnt, daß die Dame Miſtreß Loudon iſt, bekannt und geehrt wegen ihrer Schriften über Botanik und Gartenbau. Madame Loudon machte jüngſt eine botaniſche Exeurſion in der Nähe von Strathfieldſahe, einem Landſitze Wellingtons, und wandte ſich an den edlen Herzog, um die Erlaubniß zu erhalten, deſſen berühmte Buchen⸗Anpflanzung zu ſehen. (Es ſei hier eingeſchaltet, daß die Buche im engliſchen beech heißt.) Bei Empfang dieſes Briefes ſetzte der Feldmarſchall ſeine Brille auf, indem er vor Allem die Unterſchrift C. J. Loudon zu entziffern ſuchte.Das iſt, ſagte er mit ſich ſelbſt ſprechend,Charles⸗James, Biſchof von London, der mir die Ehre erzeigt, an mich zu ſchreiben. Dieſes Raiſonnement war um ſo natürlicher, da der Biſchof von London ſeine Briefe immer C. J. London unterzeichnet. Nichts Außergewöhnliches, daß der Biſchof an den Herzog ſchreibt, aber was mas mag er wollen. Seine Hoheit durchlieſ't flüchtig den Brief und das Reſultat dieſer Prüfung iſt für ihn, daß der ehrwürdige Herr die Hoſen(breeches) des Her⸗ zogs von Wellington zu empfangen wünſche. Es kommt uns nicht zu, das Erſtaunen und die Verwunderung zu ſchildern, welche ſich des be⸗ rühmten Feldherrn bemächtigt, als er dieſes ſonderbare Verlangen lieſ't. Er vermuthet indeß, daß die Inexpreſſibles gemeint ſeien, welche er bei Waterloo trug, und ſich ſagend, daß man deren wahrſcheinlich zu irgend einem Zwecke be⸗ dürfte, ſendet er mit ſeiner bekannten Schnellig⸗ keit den verlangten Gegenſtand ab. Der Prelat, als er dieſe ſonderbare Sendung empfing, war wo möglich noch erſtaunter als der Herzog. Allein ein peinlicher und betrübender Gedanke bemäch⸗ tigte ſich ſofort ſeiner.Sollte der berühmte Veteran wohl ein wenig übergeſchnappt ſein? ſagte er zu ſich und läßt ſogleich anſpannen, um ſeine Befürchtung dem Lord John Ruſſell mit⸗ zutheilen. Doch auch dem Herzog von Welling⸗ ton ging der vermeintliche Brief des Biſchofs im Kopfe herum und das Reſulſat ſeiner Be⸗ trachtungen war daſſelbe, welches der Biſchof über ihn fällte. Er hielt es für ſeine Pflicht, den erſten Staatsminiſter von der Geiſteszerrüttung eines der erſten geiſtlichen Würdenträger in Kenntniß zu ſetzen. Der Herzog konnte nicht gelegener kommen, denn Lord John Ruſſell und der Biſchof zerbrachen ſich vergeblich wegen der Hoſen den Kopf. Das Erſcheinen des alten Haudegens erklärte zur allgemeinen Beluſtigung das artige qui pro quo. Die Unterſchrift und die Verwechslung des Wortes beech und breech hatte die ganze Scene veranlaßt. Es braucht wohl kaum bemerkt zu werden, daß Wellingten dem Verlangen der Mad. Loudon ſofort nachkam.

Prſchreibung eines engliſchen Zeitungsburcau's. Die Morning⸗Poſt, eine tägliche Londoner Zeitung, welche jeden Tag, außer am Sonntag, und zwar des Morgens erſcheint, hat 3 Eigen⸗ chümer und 5000 Abonnenten. Der Preis für das Exemplar dieſer Zeitung wie faſt aller