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folgi
Breslauer Wollmarkts⸗Spuk. En aquatellen, von War Waldau.
—2005——
edenfalls war es weder der ehrliche Ole Lukoie, der freundliche Märchenmann Anderſen's, noch die niedliche Königin Mab mit ihrem Phaeton aus Heimchenknochen und Spinnenbeinen, denen ich die ſe Spukgeſchichten verdanke. Ob es Puck war oder ein anderer Plagezeiſt, der mich aus meiner hübſchen Einſamkeit in den tollen Wirbel verſetzte, weiß ich nicht. Was ich aber ſehr gut weiß, iſt, daß ich plötzlich ſtatt meiner wunderſchönen Linden, unter denen ich ſo viel ruhen konnte, als mir behagte, eine Menge von Laternen⸗ häuſern, ſtatt meiner Nachtigallenlieder wüſtes Droſchkengeraſſel und Geſchrei von feilſchen⸗ den Leuten um mich hatte. Wenn ich daheim von meinem Arbeitstiſche im Freien über mich blickte, kuckten zwiſchen den Zweigen neu⸗ gierige Schnabelgeſichter mit munteren Augen herunter, als wollten ſie fragen: Weißt Du keine Märchen mehr, fehlt Dir ein Lied, ein Reim? Und ſie lachten mich aus, dann fing der Spottvogel an, die Lerche, die Wachtel, Goldammer und Finken nachzuahmen, die Bachſtelzen ſchlugen den Takt mit ihren Schwänzen, der Pirol pfiff und lachte nebenbei auch, ſogar die Nachtigall glaubte ſich meiner erbarmen zu müſſen und ſang ein langgezoge⸗ nes ſchwermütiges Lied. Und ich lachte auch über die kteinen Närrchen, die mir helfen wollten und viel zu beſcheiden waren, zu glauben, daß ich am liebſten die Hände in den Schoß lege und ihrem Treiben zuhorche und zuſehe. Ich habe ſie lieb, meine alten Bäume mit dem breiten, zitternden Schatten und meine kleinen gefiederten Naturlieder! In ihrer Geſellſchaft war ich nie um Märchen,
Lieder und Reime verlegen, ich ſchrieb ihnen nach und das wurde immer gut und glatt und rund und duftig, wenn auch die weiſen Herrn, die ihre Verſe aus Blut, geſpaltnen Schädeln, Brand und Raben zuſammenkleben, die Naſe drüber rümpften. Die Vögel ſingen auch Freiheitslieder, aber ihre Freiheit heißt Liebe und es geht kein Mißlaut aus ihrer Kehle. Wird das Lied ein Schwert, ſo muß es wenigſtens glatt und ſcharf ſchneiden, nicht gerißne Wunden ſchlagen oder gar giftige. Und wird es ein Pfeil, ſo umwindet ihn mit Roſen, daß der Feind noch im Sterben die Reinheit und den Duft des Gedankens, der ihn tötet, anerkennen muß, nicht aber mit einem Fluche auf den Lippen ſcheidet.— Meine Sänger machen es ſo, ich lernte es von ihnen. Es that mir weh, wenn ſie ſo fröhlich, ſo mutig dreiſt ſchlugen und ſangen, während ich trüb war. Sie ſchoſſen ihre neckenden Lieder auf mich ab und trafen immer mein Herz,— aber ich mußte doch ſagen, daß ſie ſchön waren, dieſe Liederpfeile, und ich konnte den Schützen nicht gram werden, wie tief ſie mich auch verwundet.
Das ſah und hörte ich draußen in meinen Hecken. In der Stadt viel Geſichter, ſehr viele, aber lauter gleichgültige, kalte, gewinnſüchtige und gefallſüchtige in hundert⸗ tauſend Fenſtern. Meine Schnabelgeſichter ſind mir lieber,— vielleicht weil ich nicht ſo gut weiß, was hinter ihnen ſteckt, als was die weißen und roten Lärvchen, die Runzeln, Burgundernaſen, Brillen und Doppelkinne bedecken, oder was jenes junge Weib um Jugendfriſche und Heiterkeit betrogen. Immer


