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Fräulein Pilatta iſt nach einem ſehr beifülligen Gaſiſpiele(ſie trat an vier Abenden auf als: Prezioſa, Lorle, im„verwunſchenen Prinzen“ und „Großjährig,“ und als Käthchen) ſofort von der Direction der vereinigten Theater für das mun⸗ tere Fach engagirt worden. Indeß hatte Fräul. Vilatta, bereits nach geſchehener Kontraktunter⸗ zeichnung, ein glänzendes Anerbieten von St. Petersburg erhalten, und die Direktion hat mit freundlicher Bereitwilligkeit dem Wunſche der jun⸗ gen Dame gewillfahrt, ihr zur beſtimmten deß⸗ fallſigen Entſcheidung acht Tage Bedenkzeit zu gewähren.
Lina Fuhr erhielt in dieſen Tagen ſehr ehren⸗ volle und vortheilhafte Engagementsanträge nach Darmſtadt. Sie kann indeß, da ihr hieſiger Kon⸗ trakt noch fortläuft, dieſelben nicht annehmen, ſoll aber während ihrer Urlaubszeit im Septem⸗ ber ein Gaſiſpiel auf dortiger Bühne zugeſagt haben.
Poctor Wollheim wird Ende dieſes Menats Hamburg wieder mit ſeiner Gegenwart beglücken und unter Andern ſein neueſtes Bühnenſtück, ſeine „Pappenheimer“ mitbringen. Jawohl, wir ken⸗ nen ſeine Pappenheimer!
nobert Schumann's Oper„Benoveva“ iſt den 25. Juni in Leipzig zum erſten Male gegeben worden. Wir berichten mit Freuden, daß ſie ei⸗ nen vollſtändigen, glänzenden Erfolg gehabt hat. auf das Werk ſelbſt kommen wir zurück.
Fuſikaliſche Notizen. Albert Lortzing, ſeit einiger Zeit Muſikdirector am Friedrich⸗Wilhelm⸗ ſtädtſchen Theater in Berlin, hat für daſſelbe ein Vaudeville„Eine Berliner Griſette“ nach einem Terte des Schauſpielers Stotz componirt, welches mit großem Beifall gegeben iſt. Seine Muſik wird als charakteriſtiſch und durch eine Anzahl allerliebſter Couplets anziehend geſchildert.— Eine neue Oper von Richard Wagner, die der nach der Mairevolution flüchtig gewordene Com⸗ poniſt bereits in Dresden vollendet hatte, wird in Weimar durch Liszt einſtudirt, und kommt dort am 25. Auguſt, dem Tage der Enthüllung des Herder⸗Denkmals, zur Aufführung. Der Titel der Oper iſt„Lochangrin.“ Die Stelle Wagners an der Dresdner Oper hat ſeit dem 1. Juni der bekannte Liedercomponiſt und bis⸗ herige Hamburger Muflkdirektor Karl Krebs ein⸗ genommen. F. v. Flotow, der Componiſt der „Martha,“ hat eine neue Oper geſchrieben, die von der Berliner Hofbühne angenommen, und deren Druck ſchon jetzt im Gange iſt. Der Ti⸗ tel der Oper wird noch geheim gehalten.— Der Claviervirtuoſe Döhler, der in Rem todtkrank war, und ein Jahr lang bei Prießnitz in Gräfen⸗ berg die Waſſerkur gebrauchte, iſt wiederhergeſtellt und giebt in Berlin ſo eben ſein 76ſtes Werk, ein Notturno, heraus, das voll Reiz und melo⸗ diſcher Schönheit ſein ſoll.— Karl Czerny hat kürzlich ſein Opus 814 drucken laſſen.— Meher⸗ beer hat zwei neue Romanzen für Sopran:„Aimez“ und„Le baptéme“(Taufgeſang) componirt, die in Berlin Mede zu werden beginnen.— Zwei faſt ganz unbekannte Compoſitionen Beethovens ſind als Beilage der„Neuen Berliner Muſik⸗ Zeitung“ ſoeben veröffentlicht. Sie ſtammen aus
ſeiner Knabenzeit und waren im Jahrgang 1787 der Speyerſchen„Blumenleſe“ abgedruckt, ſeitdem aber nicht wieder aufgelegt.
Miscellen.
Ein alter Invalide. Der franz. Kriegsminiſter hat befohlen, einen alten Soldaten polniſchen Ur⸗ ſprungs, Namens Kolombeskh, im Invalidenhaus aufzunehmen. Derſelbe iſt 120 Jahr alt, wurde im Anfang der Regierung Louis XV. geboren. machte die Kriege gegen Friedrich den Großen mit und war ſchon zu alt, um an dem Revolutions⸗ Kriege Theil nehmen zu können. Beim Sturz des Kaiſerreichs war er 90 Jahre alt. Derſelbe hat 10 verſchiedene Regierungsformen Frankreichs erlebt.
Der Atleth Coldy Jonas iſt im Wiener Circus in ſehr bedauerlicher Weiſe verunglückt. Bei den herkuliſchen Productionen, wo er einen Ambos auf ſeine Bruſt legt und auf ſelben mit aller Kraftanſtrengung ſchwere Hammerſchläge führen läßt, glitt der Ambos ab und maſchinen⸗ mäßig traf der ſchwere Schlag des Eiſenhammers ſtatt dem Ambos, des Atlethen Bruſt mit ſolcher Wucht, daß ihm das Blul aus dem Mund quoll und er ohnmächtig aus dem Circus getragen werden mußte.
Die Univerſität zu Sidney in Auſtralien hat ſeit zwei Jahren eine hohe Bedeutung gewonnen. Die europäiſche Civiliſation hat hier allmählig immer mehr Terrain gewonnen, nur eine In⸗ ſtttution, nämlich eine völlig organiſirte Lehrſchule fehlte noch. Die zu errichtende oder vielmehr in Errichtung begriffene Univerſität wird folgende Lehrſtühle haben. Claſſiſche Sprachen, Mathe⸗ matik, Chemie, Naturwiſſenſchaft, Naturpbilo⸗ ſophie, Mechanik, Phyſiologie, Mediein. 30,000 Pf. Sterle ſind für die Gebäude beſtimmt, 5000 Pf. für Sammlungen und Einrichtungen. Die Profeſſoren werden ein Gehalt von 3— 400 Pf. haben und 100 Pf. für Wohnung. Die von Europa kommenden Profeſſoren werden 100 Pf. Reiſekoſten erhalten.
Die Gewäſſer des Glommen, eines norwegiſchen, zwiſchen hohen Felſen eingezwängten Bergſtroms, der ſich in den Meerbuſen von Drammen er⸗ gießt, ſind während des 23. und 24. Juni binnen kurzem 29 Fuß über ſein gewöhnliches Nivean geſtiegen. In dieſem Augenblick iſt er ſo hoch, daß man über die höchſten Bäume der Umßrgend ſchiffen kann. Sieben in ſeiner Nähe gelegenen Dörfer ſind überſchwemmt worden und all ſeine Bewohner umgekommen. Drei Briücken hai der wüthende Strom fortgeriſſen. Man ſchreibt dieſes entſetzliche Ereigniß dem heißen Wetter und den heſtigen Regengüſſen zu, die im Gefolge des Juni W vermittelſt deren die Schnee⸗ und Eismaſſen der Bergſpitzen ſo plötzlich ſchmolzen. Die Waſſer des Glommen ſind augenblicklich
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