Jahrgang 
1 (1850)
Seite
829-830
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Halevy's neue Oper»Lu Tempesta(er Text nach dem Shakeſpeare'ſchen Stücke von Scribe bearbeitet) mit einer Pracht und mit einem Auf⸗ wande muſikaliſcher Kräfte, wie ſie in den An⸗ nalen ver Bühnenkunſt vielleicht unerhört ſind, zum erſten Male aufgeführt. Die erſte Scene ſtellte alle Schrecken eines Seeſturms dar; das Schiff nimmt die Bühne ein und ragt mit dem Bugſpriet in den dunklen, von Blitzen hin und wieder erleuchteten Hintergrund hinaus. Ariel (Carlotta Griſi) erſcheint mitten in dem Kampfe der Elemente und ruft die Geiſter des Sturmes zu wilderm Wüthen auf, bis zuletzt unter furcht⸗ barem Brauſen der Ocean über dem unterſinken⸗ den Fahrzeuge zuſammenſchlägt. Dann ſieht man Proſpero's Grotte, bevölkert von Luftgeiſtern und unſichtbaren Melodien; Miranda(Henriette Sonntag) und Proſpero treten aufz ihnen folgt Caliban, von Lablache mit Meiſterſchaft darge⸗ ſiellt. Die unſterblichen Vorſälle auf der Zauber⸗ inſel, Fernando's Liebe, die zechenden Matroſen am Ufer des Meeres, Kaliban's groteske Kämpfe mit Ariel, die Reue des geſcheiterten Königs ſchließen mit einem prächtigen Operneffekt; Pro⸗ ſpero verwandelt durch einen Wink ſeiner Hand die Scene in einen Feenpalaſt, in welchem er, auf einem Throne ſitzend, von ſtrahlenden Heer⸗ ſchaaren umgeben, das liebende Paar ſegnet. Die ganze Oper ward von dem glänzenden Au⸗ ditorium mit ſtürmiſchem Applaus aufgenommen.

Der Fallitenhok zu London hat am 12. Juni wegen des Falliſſements des Herrn Delafield, Erdirector des italieniſchen Theaters, ſeinen Richterſpruch abgegeben. Das Eppoſe dieſes Rechisfalls bietet einige höchſt intereſſante Details. Herr Delafield hatte, als er 1845 majorenn wurde, ein Vermögen, welches ihm 7500 Pfund Sterling jährliche Renten einbrachte. Sein Kunſtenthu⸗ ſiasmus machte ihn binnen drei Jahren zu einem Beitler. Er übernahm die Direction der italie⸗ niſchen Oper des Coventgarden und ſetzte dabei in zwei Saiſons mehr als 60,000 Pfund Sterling zu. 1845 flüchtete Delafield, von ſeinen Gläubi⸗ gern auf's Heftigſte bedrängt, nach Brüſſel. Trotz lebhafter Oppoſition erklärte der Gerichts⸗ hof Herrn Delafield für banguerott, indem er zugleich an dieſe Erklärung einen ernſten Tadel für diejenigen knüpfte, welche vermöge ihrer Einflüſterungen und auf die Unerfahrenheit des jungen Mannes bauend, ihn an den Bettel⸗ ſtab gebracht hatten. Herr Delafield war als Erbe ſeines Vaters Mitbeſitzer einer der größten Brauereien Londons. Um ſich ſeinen dramatiſchen Speculationen zu widmen, veranlaßte er ſeine ihm ſeinen Antheil auszuzahlen, und er erhielt in Folge deſſen 105,000 Pfund Sterling ausgezahlt; 60,000 Pfund koſtet ihm ſeine zweijährige Directionsführung, einen großen Theil des Uebrigen verſchlang ſein Kunſtdillettan⸗ tismus und ſeine Protektionen für Künſtler.

Frl. Bachel wird demnächſt in einem kleinen Stück, Ponſard'sHoraz und Lydia, auftreten, welches der berühmte Dichter eigends für dieſelbe geſchrieben, und zwar noch ehe ſie ihren 4monat⸗ lichen Urlaub und ihre große Rundreiſe durch Deutſchland antritt. Frl. Rachel wird Deutſch⸗

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land mit einer Truppe von 22 Perſonen bereiſen, theils darſtellende Mitglieder, theils Verwaltungs⸗ und Regiebeamte, und als Director figurirt Herr Raphael Felix, der Bruder der Tragödienne. Frl. Rachel wird zuerſt nach London und von da nach Berlin gehen. Sie wird hierauf in Han⸗ nover, Braunſchweig, Dresden, Leipzig, Hamburg und Breslau ſpielen und zuletzt in Wien, München, Stuttgart und Prag auftreten. In ſämmtlichen genannten Städten hat Frl. Rachel mit den Bühnenvorſtänden Contrakte abgeſchloſſen; ſie ge⸗ denkt aber außerdem noch in Städten zweiten und dritten Ranges zu ſpielen. Das Ganze ſcheint eine Speculation zu ſein, bei der die Kunſt nicht viel zu ſchaffen hat.

Frl. Boſa Cheri iſt am 14. Juni wieder im Ehymnaſe aufgetreten, vollſtändig geheilt von den Krankheiten und Unglücksfälen, die ihr die Journale angedichtet hatten.

Puprez, der berühmte Tenoriſt, iſt mit der Truppe, mit der er die Provinzen bereiſ't, nach Paris zurückgekehrt. Die Geſellſchaft beſtand nur aus ſeinen Schülern.

Ein ſteinreicher Nordländer, der, ſo ſagt fama, 200,000 Pfund Sterling Renten hat, bewirbt ſich eifrig um Frl. Rachels Hand. Er will ihr contractlich 50,000 Francs jährliche Renten aus⸗ ſetzen, falls ſie ſich nach der Ehe wegen Nicht⸗ harmonirens trennen müßten.

Man gab am 15. Juni im Ambigu ein Stückder König von Rom, in dem Napoleon, Don Miguel und Herr von Metternich auftreten. Letzterer weilt augenblicklich in Paris.

Charles Mayer, der berühmte Componiſt und Klaviervirtuoſe, iſt dieſer Tage aus Dresden in Hamburg eingetroffen. Er beabſichtigt indeß bei ſeinem kurzen Aufenthalte nicht, ſich öffentlich hören zu laſſen. Bei Böhme erſcheinen mehrere größere Compoſitionen des geſchätzten Pianiſten.

Herr Pitt hat für den Winter ein ſehr vor⸗ theilhaftes Engagement in Breslau angenommen und iſt am 20. Juni in München zuerſt als Stradella aufgetreten. Die angeſetzte Vor⸗ ſtellung der Hugenotten mußte wegen Unpäßlich⸗ keit der Frau Mittermaier verſchoben werden. Uebrigens befindet ſich Herr Ditt, wie directe Briefe beſagen, vollkommen wohl und geſund. Was von gewiſſen Leuten über ſeine Er⸗ krankung gefabelt wurde, hat ſich zur Freude ſeiner zahlreichen Freunde als gänzlich unbegründet erwieſen.(Zur Mitwirkung bei einer Feier, die Ende dieſes Monats wegen glücklicher Rettung des Königs in Berlin ſtattfindet, hat Herr Ditt eine ehrenvolle Einladung erhalten.)

Ottilie VPilatta iſt keine Walachin und hat nicht auf den Barrikaden gekämpft, oder was ſonſt in der Theaterwelt von ihr gefabelt wurde, ſondern eine Ungarin, ein ſchönes junges Mädchen und eine reizende Bühnenerſcheinung. Fräulein Vilatta(dieſen Namen ſoll ſie ſich ſelbſt beige⸗ legt haben) war bis jetzt in Preßburg, Wien und ſeit einem Jahre am Berliner Hoftheater engagirt. Wahrſcheinlich wird die junge Dame für Hamburg gewonnen werden, indeß hat ſie auch glänzende Engagementsanträge nach St. Petersburg.