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Univerſitäten, Akademien der Künſte Angelegen⸗ heit des Staates, ſo könnten, ſo müßten es auch die Theater ſein. Und war es nicht alſo in dem klaſſiſchen Alterthum, deſſen Staatseinrichtungen noch als Muſterbilder dem Studium ſich empfeh⸗ len? Panem et Circenfes! dies hatten zum Wahl⸗ ſpruch nicht nur die großartigen monarchiſchen, ſondern die einfachern und ſtrengern republikani⸗ ſchen Staaten; und was war billiger und ge⸗ rechter, als daß man das Volk für die vielen Steuern, die es dem Staate zollte, von dieſem eine Fürſorge und Berückſichtigung ſeiner mate⸗ teriellen Intereſſen(panem) wie ſeiner geiſtigen (Circenfes) zu beanſpruchen für berechtigt hielt? Und unter den ſchönen Träumen, welche die be⸗ geiſterte Demokratie(wir meinen die edle und wahrhaft patriotiſche) bei der letzten deutſchen Erhebung von der Neugeſtaltung des Staates in der Zukunft träumte, war neben der weſentlichen Verbeſſerung der materiellen Wohlfahrt, neben dem freien, unentgeltlichen Unterrichte für die Jugend, auch der Gedanke an ein Nationalthea⸗ ter, an ein Bühneninſtitut, das wie die Arbeit und der Unterricht, wie die Kunſt und Wiſſen⸗ ſchaft überhaupt, Sache der Nation, alſo des Staates werden ſollte und müßte, und die Pläne dazu wurden ſchon ausführlich beſprochen und entworfen.*) Doch dieſer Traum zerfloß wie die übrigen, ein Nebelbild, vor dem Erwachen. Ver⸗ laſſen wir indeß das Reich der. Träume, das der Zukunft, wie den Boden des Alterthums, der einer untergegangenen Vergangenheit angehört, und bleiben in der Wirklichkeit der Gegenwart. Wenn auch nicht ganz und völlig von dem Staate erhalten und unterhalten, iſt es doch Thatſache, daß in allen monarchiſchen Staaten die Theater der Haupt⸗ und Reſidenzſtädte ſehr erhebliche, re⸗ gelmäßige und außerordentliche Zuſchüſſe erhalten, aus Staatsmitteln oder aus Privatmitteln der Fürſten; in den kleineren Städten der Provinz ſind es oft die Magiſtrate, welche aus ſtädtiſchen Caſſen eine ähnliche Zubuße bewilligen. Gereicht es ihnen zum Vorwurf, zeiht man ſie der Ver⸗ ſchwendung von Staatsgeldern? Wir erinnern uns nicht, unter der Flut von Vorwürfen, die man gerecht und ungerecht in den letzten zwei Jahren über Fürſten und Obrigkeiten wegen Vergeudung und Mißbrauches der Volksgüter ſich ergießen ließ, auch nur Einmal den vernom⸗ men zu haben, daß ſie dem Theaterweſen zu viel zuwendeten. Umgekehrt war es von jeher ein Ruhm der Fürſten, bei vielen ihr unſterblicher Ruhm, Beförderer der Künſte, Gründer und Pfleger der Kunſtakademien geweſen zu ſein, namentlich aber der Bühnenkunſt durch prachtvolle Gebäude, durch Herbeiziehung und lebenslängliche Anſtellung dra⸗ matiſcher Dichter und Künſtler, durch großartige Munifizenz als Auguſte⸗Mäcenaten ſich erwieſen zu haben. Als die große Frage in Deutſchland und für Deutſchlang discutirt wurde: ob Monar⸗ chie, ob Republik? da war der Grund einer der wichtigſten, die für die Monarchie ſich geltend machten, daß eben in den monarchiſchen Staaten
*) Unter andern ſei hier nur J. Cornet„die deutſche
Oper“ citirt.
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Kunſt und Wiſſenſchaft durch die Regenten und ihre Miniſterien mächtig gefördert würden, in Republiken dagegen hintenan geſetzt, bald krän⸗ keln und verfallen müßten. Daß es aber nicht blos der Ruhm der Monarchie, daß auch die Republik die Bühne als Angelegenheit des Staates betrachten könne, beweiſet, vom Alterthum abge⸗ ſehen, die heutige franzöſiſche; wie ſehr ſie auch die monarchiſchen Inſtitutionen vernichtet oder umgeſtaltet, dieſe hat ſie beibehalten; in den ehe⸗ ſten Tagen ſogar wird dieſer Gegenſtand auf's Neue in der geſetzgebenden Verſammlung zur Verhandlung kommen, und wir ſind im Voraus überzeugt, daß die Subvention ſiegreich aus der⸗ ſelben hervorgehen wird.— Um nun von dem allgemeinen Geſichtspunkte wieder auf den ſpeeiell hamburgiſchen, der uns vorliegt, zu kommen, ſo ſind wir, wie geſagt, weit entfernt, einen directen Zuſchuß vom Staate zu verlangen, obſchon dies nicht etwas ſo Unerhörtes wäre; doch eine Sub⸗ vention indirecter Art, d. h. eine Erleichterung der auf dem hieſigen Bühnenweſen ruhenden Laſten, Abgaben und Beſchränkungen, können wir nach allen Grundſätzen der Gerechtigkeit und Billigkeit mindeſtens in Anſpruch nehmen. Wie in aller Welt iſt doch Hamburg dazu gekommen, daß, während überall die Kunſt gaſtfreie Aufnahme und liberale Unterſtützung findet, ſie hier Con⸗ ceſſion erwerben und bezahlen, ſie hier den Staat unterſtützen helfen muß? Wir ſind nicht vertraut genug mit der Geſchichte des hieſigen Theaters, doch Conceſſion und Privilegium in einer freien Republik können doch wahrlich nur ans einer Zeit ſtammen, als das Theater in Deutſchland nur noch den Hanswurſt zeigte und nicht viel mehr als eine Polichinell- oder Harlekinsbude war. Daß auch das Schulweſen einer Conceſſion hier bedürfe, auch anderweitige muſikaliſche Produc⸗ tionen, Concerte und Schauſtellungen einer Ab⸗ gabe unterworfen ſind, kann unſer Befremden nur vermehren, keineswegs aber für unſern Ge⸗ genſtand techtfertigend werden. Freilich, die Abgabe von öffentlichen Vergnügungen mag eine weſent⸗ liche Rolle in dem Einnahme⸗Budget ſpielen; dieſe Einwendung machen wir uns ſelbſt. In wie fern dieſe ganze Rubrik gerechtfertigt und ihre Beibe⸗ haltung nothwendig ſei, bleibe dahin geſtellt; je⸗ denfalls muß es ſehr einſeitig erſcheinen, das Theater blos als eine Anſtalt für das öffentliche Vergnügen, nicht auch als eine Bildungsanſtalt von weitreichendem Einfluſſe betrachten und die Bühne der Jetztzeit, ein Kunſtinſtitut wie das Schröderſche, mit dem Circus gymnasticus, dem Wachsfigurenkabinett und öhnlichen Schauſtel⸗ lungen in eine Kathegorie werfen zu wollen. Fürwahr, es dürfte uns nicht Wunder nehmen, wenn die ganze Republik der freien Künſte uns noch halbe Barharen, oder nach moderner Ueber⸗ ſetzung, Philiſter, Krämer titulirte, die wohl den Handel frei haben wollen, aber die Kunſt, die höhere, göttliche, beſteuern. In der That ward es zum Theil ja auch ſchon erkannt; bei der Ueberſiedelung der Muſe vom alten in den neuen Tempel ward ihr eine der größten Laſten abge⸗ nommen. Doch die halben Masßregeln ſind von jeher Hauptfehler in unſerm Streben nach dem Fortſchritt, in der Verbeſſerung, ſei es politiſcher,


