Jahrgang 
1 (1850)
Seite
247-248
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Pie Feinde des Proteſtantismus ſind uner⸗

müdlich. Da hat abermals ein Ungenannter ein

kleines Büchlein erſcheinen laſſen, in welchem er unſere Lehre als unbibliſch und verwerflich be⸗

zeichnet, die zu Unglauben und Sünde wie auch

den Untergang der Nationen herbeiführe. Das einzige Heil findet der Jeſuit natürlich in ſchleu⸗ niger Rückkehr in den Schooß der allein ſelig⸗ machenden Kirche. Wir ſind zwar auch nicht von der Nothwendigkeit einer Religionsſecte überzeugt, aber wir meinen doch, von zwei Uebeln müſſe man das minder ſchlimme wählen und dies letz⸗ tere iſt in vorliegendem Falle ſicherlich der Pro⸗ teſtantismus.

Amalie Struve, die Gattin des berüchtigten Putſchhelden, hat es für gut befunden, Erinne⸗ rungen aus dem badiſchen Freiheitskampfe er⸗ ſcheinen zu laſſen, die ſie den deutſchen Frauen gewidmet hat. Könnten auch was Geſcheidteres thun, Madame!

A. von Sternberg läßt demnächſt eine Erzäh⸗ lungDas Grab am Meer erſcheinen.

A. C. Wiesner, ehemaliger öſterreich. Offizier und weiland Mitglied der deutſchen National⸗ Verſammlung, der jetzt in der Schweiz ein Aſil gefunden, läßt eine demokratiſche Militair⸗Zei⸗ tung erſcheinen. Wir fürchten, daß die litera⸗ riſche Propaganda, welche von der Schweiz aus getrieben wird, die angedrohte Intervention nur beſchleunigen kann.

Auguſt von Fotzebue ließ 1803 eine kleine, nur wenig bekannte Piece gegen Göthe und ſeine Bewunderer gerichtet, erſcheinen, in der Göthe der Große, Falk der Kleine, A. W. Schlegel der Wüthende, Fr. Schlegel der Raſende und mehrere ſtumme, gekochte und gebratene Perſonen auftreten. Das Werkchen mit beißender Sathre und blühendem Humor geſchrieben, iſt jetzt ſehr ſelten geworden.

Die göttingenſchen gelehrten Anzeigen ſind ohne Zweifel das älteſte europäiſche Blatt, da daſſelbe 1738 gegründet wurde und trotz der wäh⸗ rend 112 Jahren ſtattgehabten ungeheuren Er⸗ eigniſſe unausgeſetzt forterſchienen iſt.

Wir gedachten in einer frühern Nummer eines Buchesdie Conſtitution der erſten Republik das in Menſchenhaut gebunden war. Man hat dieſe unſere Behauptung von mehren Seiten in Zwei⸗ fel gezogen, um die Wahrheit derſelben zu be⸗ kräftigen, eitiren wir aus Montgaillards histoire de france tome VII. p. 64 folgenden Paſſus: Während der Jahre 1792 94 beſtand zu Mou⸗ don bei Paris eine Menſchenhaut⸗Gerberei. Aus dieſem grauenvollen Atelier gingen vollſtändig präparirte Häute hervor. Den guten und ſchönen Leichname der Ermordeten wurden daſelbſt mit

roßer Sorgfalt die Haut abgezogen. Die der

änner war feſter und glich dem Fell der Gemſe, während die Haut der Frauen, ihrer Weichheit wegen, wenig Feſtigkeit hatte. Wahrhaftig, die Herren Republikaner ſind famoſe Induſtrieus, ſogar den Schuſtern ſchaffen ſie Neues Arbeits⸗ material.

Zum Beweis, wie ſchnell wir gegen andere belletriſtiſche Blätter die Neuigkeiten des Aus⸗

landes, ſoweit ſie in das Bereich unſeres Blattes gehören, bringen, wollen wir heute einige Bei⸗ ſpiele eitiren. Das Morgenblatt tiſcht in Num⸗ mer 24 und 25 von dieſem Jahr ſeinen Leſern in einer angeblichen Lhoner Correſpondenz jene famoſe Luftfahrt des engliſchen Aeranauten Ar⸗ ban über den Simplon auf, ein Ereigniß, das wir bereits am 3. October 1849 in No. 40, alſo volle vier Monate früher mittheilten. Unſere in No. 41 von 1849 enthaltenen MiscelleEin Schlangenbändiger bringt die Bäuerleſche Thea⸗ terzeitung in einer ihrer letzten Nummern. Herr Oettinger druckt in No. 7 ſeines Charivari unſere in No 4 befindliche literariſche Notiz, be⸗ treffend jenes in Menſchenhaut eingebundene Exemplar der franzöſiſchen Conſtitution von 1793 nach, ohne die Quelle zu citiren. Herr Oettinger wolle nicht dieſen Nachdruck läugnen, denn wir erlaubten uns, um unſere Nachdrucker zu demas⸗ kiren, den kleinen Umſtand zuzuſetzen, daß das fragliche Buch Marat zugehört habe. Wir wun⸗ dern uns um ſo mehr über dieſes Verfahren des Herrn Oettinger, als derſelbe ſo ehrlich iſt, un⸗ ſere in derſelben No. 4 enthaltenen literariſche NotizDie Maske ab mit Quellenangabe nach⸗ zudrucken.

Theater und Muſik.

Hamburg. Pereinigte Theater.(Fortſetzung.) Drei Factoren, ſo ſagten wir, als wir in voriger Nummer abbrechen mußten, drei Factoren werden ſich vereinigen müſſen, um die eben ſo dringend nothwendige als mögliche Verbeſſerung der finan⸗ ziellen Zuſtände unſerer Theater herbeizuführen: der Staat, die Direction, das Publicum.

1) Der Staat. Werden wir vielleicht ver⸗ langen, daß der Staat die Bühneninſtitute er⸗ halte oder ſubventionire? Fern ſei es von uns, als guter Patriot(in des Wortes beſtem Sinn) dem ohnehin ſo ſchwer belaſteten Staate noch größere Bürden aufladen zu wollen. Nicht, als ob die Sache an und für ſich ſo unſinnig oder ſo unbillig wäre, ſondern weil es zur Zeit und unter unſeren Verhältniſſen ein Ding der Un⸗ möglichkeit wäre. Daß das Theater auf ſeinem jetzigen Standpunkte eine öffentliche Angelegen⸗ heit, res publica, eine Staatsangelegenheit ſei, die ſo eng mit dem ganzen Culkurzuſtande des Volkes verwachſen iſt, daß ſie nicht wieder davon zu trennen wäre, die ſo tief in unſer geiſtiges und ſittliches Leben eingreift, daß nicht nur grö⸗ ßere Städte, ſondern ſelbſt Provinzialſtädte ſie zu den geiſtigen Bedürfniſſen zählen und ihrer nicht ſo leicht würden entbehren können oder mögen, daß die Bühne als Pflegerin der Kunſt und des guten Geſchmackes keine der letzten und geringſten Anſtalten zur Volksbildung, zur Ver⸗ ſittlichung, Veredlung, Belehrung und Erhebung des erwachſenen Geſchlechtes, der Staatsangehö⸗ rigen ſei, wird nur derjenige beſtreiten können, der Kunſt und Wiſſenſchaft und Volksbildung über⸗ haupt nicht zu den rebus publicis rechnet, weil er ihren Einfluß auf die Geſammtbildung der Bewohner leugnet. Sind Schulen, Ghymnaſien,

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