Jahrgang 
1 (1850)
Seite
239-240
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Bücherſchau.

Adolph, Freiherr von Leutrum⸗Ertingen, Ge⸗ dichte. Hannover, Ehlermann. 1850. 12. 339 Seiten.

Mit Freudegefühl theilen wir unſeren Leſern eine Ueberraſchung aus dem neuen Jahre mit, wie ſie uns lange(wenigſtens zur Beſprechung für dieſe Blätter) nicht geboten iſt. Faſt Alles in dieſem Dichtungskranze iſt erquickende, duſtige Blüthe; wohin das Auge ſchaut, wohin das Ohr ſich neigt, werden die Sinne durch Harmonie befriedigt und das Innere durch die waltende Begeiſterung zu dieſer mit fortgezogen. Von dieſen allgemeinen Andeutungen entferne ich mich und zeige lieber einige der Reize des Werkes, die für ſich ſelbſt reden werden; faſt möchten mir des Sängers Worte Anwendung finden:

Oft macht die Gründlichkeit mich raſen, Denn Allgemeinheit iſt mir Pflicht Doch helf' ich mir mit Modephraſen Von Geiſt und Wahrheit, Freiheit, Licht.

Aus denRoſenliedern laſſen wir uns vorſingen, was in Hafiz vergeſſen zu ſein ſcheint:

In einer Lenznacht beim Mondenſtrahle, In eines Gartens Weiten,

Begannen die friedlichen Roſen einmal Um ihre Schönheit zu ſtreiten.

Die gelbe Roſe hob an den Streit: Ich bin die ſchönſte von Allen,

Ich habe dem goldenen Lichte geweiht, Der Blätter goldene Hallen.

Die Purpurroſe dagegen begann: Gelb ſind auch des Neides Triebe, Dem Lichte des Lichtes gehör' ich an,

Es wohnet in mir die Liebe.

Die weiße Roſe ſprach ſelbſtbewußt: Was Liebe, was Goldes Schimmer?

Die Unſchuld wohnet in meiner Bruſt, D'rum bin ich die ſchönſte immer.

Die Dornenloſe zur Antwort gab: Ihr Schweſtern, was ſoll das Streiten? Die ſchönſte, die lege die Dornen ab, Und lerne Sanftmuth bei Zeiten.

Die Centifolie das Haupt erhob: Auf meinen hundert Blättern

Steh'n hundert Gedichte zu meinem Lob Und duften in goldenen Lettern.

Die wilde Roſe, die lachte laut: Die Kunſt ſoll nimmer mich ſchmücken, Wer gern der Natur in's Auge ſchaut, Der wird mich am liebſten erblicken.

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Die Immerblühende ſprach zuletzt: Ich blühe am längſten von Allen, Und wer die Treue am meiſten ſchätzt, Dem werd' ich am beſten gefallen.

Da horch! zu n Roſen die Nachtigall rief: Ihr möget den Frieden erneuen:

Was Ihr auch tragt in dem Herzen tief, Ihr Alle blüht nur zu erfteuen!

Faſt noch anſprechender durch ſeine Einfachheit iſt folgendes Roſenlied:

Die Roſe glühte einſt im Thal, Und ihre Gluth war Liebe.

Die Roſe betete einmal,

Und ihr Gebet war Liebe.

Die Roſe nun zu ſingen begann Und ihr Geſang war Liebe.

Die Roſe kam zu ſterben dann, Ihr Sterbehauch war Liebe.

Amors Sprache.

Als einſt vielleicht bei Babels Thurm Die Sprachen ſich geſchieden,

Lief Amor gleich zu Vater Zeus Und ſtörte ſeinen Frieden.

Stellt, rief er, eine Sprache her Daß Alle ſich verſtehen,

Auf mein Geheiß; ich werde ſonſt Aus Eurem Reiche gehen.

Mein Sohn, die Sprache bleibt verwirrt, Sie kann Dir d'rum nicht taugen, Doch willſt Du gern entſchädigt ſein, So rede mit den Augen.

Gott Amor ſpricht ſeit dieſer Zeit, Mit Augen eciceroniſch,

Und iſt bei weitem nicht, wie ſonſt Mit Worten ſo lakoniſch.

Auch die launige Erzählung wie inStudent und Teufel iſt in des Dichters Macht, ſo daß wir gern mehr davon hörten.

Faſt an jedem Gedichte haben wirviel Gold gewonnen, das der Dichter in die Retorte gelegt, und faſſen zum Schluſſe noch unſere innige Ueberzeugung in des Dichters Worten zuſammen:

Es bietet ſeiner Seele Buch der Meiſter,

Wir finden d'rin die Urſchrift höh'rer Geiſter.

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