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Sängerin an das Kärnthnerthortheater in Wien, wo ſie bei ihrem erſten Auftreten als Lucia ungeheures Furore machte. Das Pu⸗ blikum wie die Kritik ſchwärmte für dieſes neue Phänomen, für die kleine Marra. Do⸗ nizetti ertheilte ihr Unterricht und ſtudirte mehrere Operpartieen mit ſeiner piccola Marra ein. Indeß bald verleideten Mißhelligkeiten mancher Art, von andern gefeierten Sänge⸗ rinnen angeſponnene Intriguen und Kabalen der Marra den Wiener Aufenthalt und ſie unternahm Gaſtſpielreiſen nach Peſth, Prag, Dresden, Berlin, Hamburg und andern Haupt⸗ ſtädten, wo ſie überall Beifall in Fülle und Ruhmeskränze erntete. In Berlin erhielt ſie eine Einladung nach St. Petersburg für die kaiſerliche italieniſche Oper während der Saiſon 1847/1848. Im Frühjahr 1848 gaſtirte ſie von Petersburg aus in Riga und mehreren Orten der Oſtſeeprovinzen und verweilte dar⸗ auf eine Zeitlang in Königsberg, wo ſie ſich mit dem gegenwärtig in Schwerin angeſtellten Hofſchauſpieler Vollmer verehelichte. Nach Beendigung ihres Hamburger Gaſtſpiels be⸗ abſichtigt Frau von Marra⸗Vollmer in Folge wiederholter Einladungen zunächſt in Magde⸗ burg und Frankfurt und dann in Brüſſel bei der italieniſchen Oper zu ſingen.
Die Stimme dieſer unvergleichlichen Co⸗ loraturſängerin, die beſonders in der Höhe von ſeltener Kraft und Friſche iſt, hat einen Umfang vom tiefen a bis zum hohen k; ihre Sicherheit iſt außerordentlich, ihre perlenden Läufe, ihre hohen Triller— dieſe ſchmettern⸗ den Nachtigallentöne ſind ohne Gleichen. Frau von Marra gehört zu den wenigen Auser⸗
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wählten, die Epoche machen in ihrem Fache denen der göttliche Funke des Genies verlie⸗ hen iſt, die neu und ſelbſtſtändig geſtalten und darum eben überall Siege feiern.— Frau v. M. iſt eine Coloraturſängerin in des Wortes höchſter Bedeutung, deren Stimme vielleicht von mancher Sängerin, deren Geſangskunſt aber von keiner übertroffen wird; eine dra⸗ matiſche Darſtellerin voll geiſtvoller Auffaſſung und munterer Laune. Sie weiß den oft ein⸗ förmigen italieniſchen Melodieen und Recita⸗ tiven Leben und Charakter einzuhauchen. Sie ſchafft, wie ein Kenner bemerkte, während ſie ſingt, und ſingt, während ſie ſchafft. Als Amina in der„Nachtwandlerin“ iſt ſie wahr⸗ haft entzückend; der zweite Act und die Schluß⸗ arie können nicht ſinniger geſpielt und ſchöner geſungen werden; als Regimentstochter Marie iſt ſie voll friſchen Humors, daß es ſchwer zu entſcheiden, ob die Sängerin größer ſei— oder die Darſtellerin. Ihre Adina im„Lie⸗ bestrank“ iſt in den erſten Acten eine reizende Kokette, ein Muſter ſchelmiſcher Neckerei, bis ſie im letzten Acte endlich ſelbſt vor Liebe ſchmachtet. Andere ihrer Glanzrollen, von denen uns kunſtverſtändige Freunde berichtet haben, ſind: Lucia, Martha, Alice, Julietta und Desdemona, um nur dieſe anzuführen; von ihr gilt nicht das ſo oft gemißbrauchte: Elle est grande dans son genre; die kleine Marra iſt groß als Künſtlerin in den ver⸗ ſchiedenartigſten Rollen. Was aber allen dieſen Eigenſchaften den wahren Werth ver⸗ leiht: die Marra iſt eine ächte, liebenswürdige Künſtlernatur, ſie iſt eine geiſtvolle Frau. J. H.
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