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„Wer aber war dieſer Scaliger?“— ſo höre ich den lieben Leſer fragen— und welches ſind die Zwecke und Pläne, die ihn nach Preußen führten?“— Mag die Be⸗ antwortung dieſer Fragen auch mit einigen Schwierigkeiten verbunden ſein, indem die Geſchichte aus dem Leben dieſes merkwürdigen Abenteurers nur wenige beſtimmte Data an⸗ führt, ſo wollen wir dennoch zum Verſtänd⸗ niß dieſer Erzählung, eine biographiſche Stisze von ihm zu geben verſuchen.
Paul Scalichius war in einem Städtchen Kroatiens im Jahre 1534 geboren. Als ſein Vater wird ein Schulmeiſter und als ſeine Mutter eine geborene Scalyka genannt. Wahrſcheinlicher aber war der Biſchof Ur⸗ banus zu Laibach ſein Vater, welcher den Knaben nach dem frühzeitig erfolgten Tode ſeines vermeintlichen Vaters ganz zu ſich nahm und ihm eine ſorgfältige Erziehung geben ließ. Auch wurde das Kind nach dem Na⸗ men ſeiner Mutter Scalich genannt. Urba⸗ nus, ein harter Mann, von unduldſamem Charakter, war ein ſtrenger Verfolger der Proteſtanten und ein großer Freund der Je⸗ ſuiten. Selbſt Ignatius Loyhola, der Stifter dieſes berüchtigten Ordens, ſtand mit ihm in eigenhändigem Briefwechſel. Auch war es urban, auf deſſen Rath Kaiſer Ferdinand den Jeſuiten feſten Sitz in den öſterreichiſchen Staaten zur Ausrottung des Lutherthums und Anſtellungen bei der Univerſität zu Wien verlieh. Er wurde wegen ſeines Verfolgungs⸗ geiſtes:„Hammer der Lutheraner“ genannt.
Der genannte Biſchof entdeckte an ſeinem Zöglinge vorzüg liche Geiſtesgaben, die auf das ſorgfältigſte aus gebildet wurden. Er
übergab ihn ſeinen Freunden, den Jeſuiten,
zur Erziehung, denen daran gelegen ſein mußte,
aus ihren Schülern vorzügliche Köpfe zur
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Verbreitung und Verherrlichung ihres Ordens auszuwählen, welcher damals erſt vor kurzer Zeit geſtiftet war(1539). Paul Scalich wurde noch in früher Jugend dem Jeſuiten Petrus Camſius, einem der vorzüglichſten Profeſſoren an der Univerſität zu Wien, zur Erziehung übergeben und war dort ſchon in ſeinem dreizehnten Jahre Student und im ſiebzehnten Magiſter der Weltweisheit. Er machte ſeinen Lehrern als einen ihrer tüchtig⸗ ſten Schüler viel Freude, und ſie ſahen in ihm einen Baum heranwachſen, der ſeinen Erziehern einſt durch Frucht und Schatten lohnen würde. Nicht nur in Wiſſenſchaft und Ausbildung des Geiſtes, ſondern auch im Weltumgange und allen ritterlichen Kün⸗ ſten wurde Paul geübt, wobei ihm ſeine na⸗ türliche Gewandtheit und ſein angenehmes Aeußere ſehr zu Statten kamen. An Geld⸗ unterſtützung ließ es ſein Pflegevater Urban nicht fehlen, der in dem thatkräftigen Jüng⸗ linge einen geſchickten Nachfolger zur Unter⸗ drückung des Lutherthums zu finden glaubte.
Als nun die Studien deſſelben in Wien beendigt waren, ſo befriedigte er die Reiſe⸗ luſt des jungen Mannes und ſandte ihn zu ſeiner höhern Ausbildung nach Italien. Paul Scalich war damals noch ein unverdorbener Jüngling, wenngleich Pläne des Ehrgeizes in ſeiner Bruſt ſchlummerten. Aber nicht nach irdiſchen Gütern verlangte ſein hochan⸗ ſtrebender Geiſt: er wollte durch Klugheit und Verſtand ſich über die große Zahl der ge⸗ wöhnlichen Menſchen erheben, wollte als ein Stern erſter Größe leuchten im Tempel der Wiſſenſchaft. So betrat er Italien, die herrliche lombardiſche Ebene, wo die Luft in balſamiſchen Düften ihren Willkommensgruß ihm entgegenwehte und ein blauerer Himmel ſich über ihm wölbte; er glaubte in einen offenen Luſtgarten eingetreten zu ſein, und je weiter er in das an Natur⸗ und Kunſtſchätzen ſo überreiche Land drang, um ſo höher ſchlug ſein Herz, erhoben ſich die Schwingen ſeines Geiſtes. Nachdem er in Venedig, Mailand, Florenz und andern Städten geweilt, die


