Jahrgang 
1 (1850)
Seite
29-30
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Die Darſtellung war im Ganzen befriedigend zu nennen; dies bewies der Beifall, der mehr⸗ fach, aber wie wir glauben, nur eine Wirkung des guten Spieles, nicht der dramatiſchen Dichtung war. Frl. E. Heuſſer hatte in der Titelrolle reiche Gelegenheit, ihre ſeltene Begabung für Declamation und Recitation in der wirklich herr⸗ lichen poetiſchen Diction Moſenthals zu bewäh⸗ ren; ſie wirkte namentlich da überall, wo ſie er⸗ zählend und beſchreibend, wie im erſten Act, auf⸗ tritt; eine höhere Auffaſſung des Characters und der Rolle war durch dieſe ſelbſt verhindert. Frl. Polixena(Lara) hat weder für die Rhythmyk drama⸗ tiſcher Dichtung das Organ, noch für die Dar⸗ ſtellung des Hochernſten die Plaſtik und Phyſio⸗ gnomik ihrer Schweſter; ſie wird ihrer Indivi⸗ dualität nach im Converſationsſtück ſtets beſſer wirken. Herr Bürde gab den Otto, freilich ein ſehr zweifelhafter Held, in ſeiner bekannten Weiſe, mit der wir uns indeß noch immer nicht befreun⸗ den können. In ruhigen Momenten iſt er uns unverſtändlich, in den bewegten ſchreit er ſo ge⸗ waltig, daß wir in den Beifall, der ſolchen Aus⸗ brüchen gewöhnlich zu folgen pflegt, nicht ein⸗ fallen können. Von den übrigen Perſonen nen⸗ nen wir beſonders Herrn Fehringer(Ritter Walo), Frl. Senger(Beatrix), Herr Köckert(Minne⸗ ſänger) und Herr Hungar(Schloßkaplan). Herr Marr als Schenk von Limburg hat nur wenige Worte, aber ſie werden mit ſolcher Kraſt und ſo künſtleriſchem Eifer geſprochen, daß ſie viele Seenen bei Anderen aufwägen können. Bei aller Anerkennung, die wir der poetiſchen Sprache Moſenthals zollen, glanben wir dem Stücke nicht ſo viel innere dramatiſche Lebenskraft zuſprechen zu dürfen, daß es als ein reicher Gewinn von dem alten Jahre in das neue ſich werde über⸗ tragen laſſen. Sollen wir daher nach alter Regel nur mit Gutem ſchließen, ſo können wir im alten Jahr auf der Gewinnſeite nur mit demKauf⸗ mann den Reigen ſchließen. Floreat et crescat! Altonaer Theater. Unerſchöpflich wirkt die Sorgfalt unſers Direktors Blattner zur Förde⸗ rung der ihm anvertraueten Kunſt, die er durch nicht ermüdende Anſtrengungen bei unſeren Mit⸗ bürgern zu erwecken und zu erhalten ſtrebt. Nicht in die Lobpoſaune braucht man zu ſtoßen, wenn man die Richtigkeit des ausgeſprochenen Satzes aus allen Kräften, beſonders aber mit der, welche die Wahrheit ſelbſt verleiht, vertheidigt. Wir fordern Kenner aus unſerer Nachbarſtadt auf, Blattner als Hamlet, Tell ꝛc. den Giſt der reſpektiven Dichter auffaſſen und wiede ſehen, und überlaſſen es ihrer treuen Aüsſage, ob wir zu viel thun, wenn wir für den Dar⸗ ſteller das BeiwortMeiſterſchaft in Anſpruch nehmen. Im Tell wurde durch das Zuſammen⸗ ſpiel, vermöge der Wechſelwirkung, die der Mei⸗ ſter ausübte, ein Ganzes hervorgebracht, das, wenn es ſich öfterer, durch zahlreichen Beſuch geſördert, wiederholen dürfte, durchaus befriedi⸗ gend werden müßte. Wir nennen noch den die Rolle recht gut auffaſſenden Dibbern(Geß⸗ gler) dem man, ohne ſeinen Namen auf dem Zettel zu ſehen, weder die eigene Perſon, noch die Jugend anmerken konnte. Wir werden uns über ſonſtige gute Leiſtungen unſerer von

en zu

Seele, des Komikers Caſpar(der keine Rolle verdirbt) und einiger anderer Eminenzen näch⸗ ſtens ausſprechen. Ehe wir zur Oper übergehen, wollen wir noch die Mißbilligung über die Wahl eines ſolchen Machwerkes, wieFamilienſünden laut werden laſſen, obgleich wir von Jugend an daran gewöhnt worden ſind, ſolche Sünden, wenn ſie von Prinzen ausgehen, mit etwas gnaden⸗ reicherem Auge anzuſehen.

(Fortſetzung folgt.*)

NMSK.

(Muſikaliſche Rundſchan.) Erſter Artikel.

Wenn man ſich umſchaut, ſo ſieht man be⸗ greiflicher Weiſe zunächſt das Terrain, worauf man ſich befindet und deshalb wollen wir auch zuerſt über unſere hieſigen muſikaliſchen Zuſtände berichten und die anderen ſpäter folgen laſſen. Unſer größtes muſikaliſches Inſtitut hieſelbſt iſt unſere Oper, ein Inſtitut, das durch ſeine Lei⸗ ſtungen in der vorderſten Reihe unter den deut⸗ ſchen Bühnen ſteht. Seit Jahr und Tag ſtehen zwei wackere Männer an deſſen Spitze, der Eine ein routinirter Geſchäftsmann Herr Maurice, der Andere ein guter Muſiker Herr Wurda. Man hört vielfältig Klage über den Verfall der Oper, ob mit Recht oder mit Unrecht, das laſſen wir dahin geſtellt ſein. So viel ſteht aber feſt, daß wohl keine deutſche Bühne ſo viel Gäſte dem Publikum vorführt als die Hamburger. Es iſt wahr, es fehltuns ein Baßbuffo, ein Spiel⸗Tenorꝛe., aber wo bliebe nicht zu wünſchen übrig? kann doch die königliche Oper in Berlin nicht mehr Ge⸗ ſangs⸗Notabilitäten aufweiſen als die ſtädtiſche Hamburger Bühne. Frl. Wagner, Tenor Ditt, Frau Howitz⸗Steinau, Bariton Schüttkh zc. kön⸗ nen als Zierde bei jeder fürſtlichen Bühne gelten; unſer Chor iſt genügend und unſer Orcheſter, an deſſen Spitze der Kapellmeiſter Krebs, kann ſich mit jedem deutſchen meſſen; es beſitzt viele be⸗ deutende Virtuoſen: Spindler(Oboe), Schramm (Clarinette), Börs(Horn), Ed. Mollenhauer, Ballin und Kappelhofer(Violin), Goltermannjr. (Violoncell), Riſch(Contrabaß), Schaller(Harfe) und viele andere. Der Prophet von Meherbeer kommt am 15. Januar zur Aufführung, eine neue Oper von Salomandas Diamantkreuz und eine vom Kapellmeiſter Krebs ſtehen in Ausſicht. Man ſchmeichelt ſich auch mit der Hoffnung daß Jenny Lind noch einmal auftreten wird, und zwar in ihrem LieblingswerkElias von Mendelsſohn⸗ Bartholdh.

Gräfin Roſſi Sonntag wird im Februar er⸗ wartet und im Frühjahr eine Sängerin, welche durch Vortrag und Geſangs⸗Virtuoſität alle ihre Vorgängerinnen übertreffen ſoll, ſie heißt Mad. La Borde; ſie hat ihre Glanzperiode im italie⸗ niſchen Opernhauſe in Newyork eröffnet, iſt jetzt

*) Der Bericht kam der Redaktion zu ſpät zu Händen, um ihn ganz aufnehmen zu können D. R