Jahrgang 
1861
Seite
161
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Nebel, um jenen Schurkenſtreich zu wiederholen, der dir ſchon einmal beinahe geglückt wäre.

Bei der Hölle, wenn Sie nicht freiwillig öff nen, ſchrie Alick Campbell, welchen die verächtlichen Worte der alten Lady mit wahnſinniger Wuth er⸗ füllten,ſo werde ich mir mit Gewalt Eingang ſchaffen.

Auf eure Poſten, meine Leute, befahl Lady Neßby kaltblütig,und auf das erſte Anzeichen von Gewalt gebt Feuer. André Moggers, ich mache dich für die genaueſte Erfüllung meiner Befehle verant⸗ wortlich.

In der That konnte ſich Alick Campbell alſobald davon überzeugen, daß es der Lady mit ihrer Dro⸗ hung Ernſt ſei, denn überall auf den Wällen und Baſtionen erſchienen Gewehrläufe, die ſich ſämmtlich nach ihm und ſeinen Leuten richteten.

Teufel, murmelte er,ich glaube, ſie wär's im Stande; aber wenn ſie, die ſonſt ſo vorſichtig

iſt, ſo viel wagt, ſo hat ſie ſicherlich Rebellen in

ihrer Burg verborgen, welche ſie uns vorzuenthalten ſtrebt. He! fuhr er faſt laut fort, indem ſeine Augen wie die eines Tigers funkelten. He! ſo iſt es. Wahrſcheinlich jener Allan Glencairn, auf deſſen Kopf ein Preis geſetzt iſt, oder gar ein noch höhe rer. Bei der Hölle, diesmal hab' ich dich, alte Jakobitin, und um deine Grafſchaft iſt es geſchehen, trotz aller deiner Liſten und Ränke.

Mit wilder Haſt, einen Fluch auf der Lippe, riß er ſein Roß herum und jagte mit ſeinen Reitern davon. Er wollte ſo ſchnell als möglich den Herzog von Cumberland treffen, der mit ſeiner Suite in einem etwa eine Stunde entfernten Dorfe Halt ge⸗ macht hatte.

Doch wir kehren in's Schloß zurück, um nach

den vier Flüchtlingen zu ſehen, welche durch die

Erſcheinung Alicks natürlich nicht wenig alarmirt worden waren. Nach ſeiner Entfernung wurde eine

kurze Berathung gehalten, zu welcher natürlich auch Lady Neßby und ihre Nichten gezogen wurden. Flieht, flieht, riefen die Letzteren,ſo lange die Wege noch frei ſind. Hat erſt jener furchtbare Cumberland mit Alick Campbell Beſitz von dem Schloſſe genommen, ſo iſt es eine reine Unmöglich keit, dieſen beiden Raubthieren zu entrinnen. Was mich betrifft, mein Prinz, ſagte die alte Lady mit Würde,ſo bitte ich auf meine Perſon keine Rückſicht zu nehmen. Mein Schloß ſteht zu Ihrer Dispoſition, denn es wäre ſo viel als Ver rath, Ihnen jetzt, da Sie im Unglück ſind, nicht beizuſtehen. Auch können Sie ſich vielleicht Wochen

lang in dem Gewölbe Kenneths des Starken ver⸗- bergen, ehe es den Feinden gelingt, bei aller Auf⸗-

merkſamkeit auch nur eine Spur von Ihnen zu ent⸗ decken. Doch kann ich Ihnen nicht verhehlen, daß ohne Zweifel, ehe nur eine Stunde vergeht, der blutige Cumberland hier vor den Thoren ſtehen wird,

und daß ich zu ſchwach bin, ihm den Eintritt zu

verwehren.

Meine edle Freundin, entgegnete der Prinz nach kurzem Beſinnen.Gott möge mich vor der Niederträchtigkeit bewahren, Sie und die Ihrigen in Gefahr zu bringen! W.e ſind durch Ihre gaſt⸗ liche Aufnahme friſch geſtärkt und ich hoffe, es ſoll uns doch gelingen, die Küſte unentdeckt zu erreichen,

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(ehe Cumberland und ſeine Horden über dieſe Ge⸗ gend her ſind. Wir werden alſo ſogleich aufbrechen, und durch den geheimen Ausgang das Freie gewin⸗ nen. Iſt uns doch der Himmel günſtig und öffnet ſeine Regenſchleuſen ſo gewaltig, daß man nicht auf zehn Schritte weit ſehen kann!

Bei dieſem Beſchluſſe blieb es, denn auch die andern drei Flüchtlinge ſtimmten bei; und ſo wur⸗ den denn ſogleich die nöthigen Vorbereitungen ge⸗ troffen, da ſie die Gräfin nicht ziehen ließ, ohne ſie wenigſtens mit Mundvorrath auf einige Tage zu verſehen. Auch verfehlte ſie nicht, ihrem Lieblinge, Allan Glencairn, zuzuflüſtern, daß er wohl daran thun würde, einen oder zwei der noch vorhandenen Geldſäcke ſich anzueignen, indem mit Geld in der Taſche immer beſſer durchzukommen ſei, als ohne Geld. So verließen denn die Flüchtlinge nach einem Abſchied, den wir nicht näher zu beſchreiben wagen wollen, etwa eine Stunde nach dem Abreiten Alick Campbells, alſo mitten in der Nacht, das Schloß, und wandten ſich, von Allan Glencairn geführt, den Bergen zu, um im Schutze ihrer Wälder, wenn auch auf Umwegen, doch um ſo ſicherer die Meeresküſte zu gewinnen. Allein leider ſollten ſie nicht allzuweit kommen!

Anfangs zwar ſchien es, als ob ihre Flucht ihnen gelingen ſollte, denn ſie hatten das Schloß Neßby bereits mehrere Stunden im Rücken, ohne daß ihnen, bei den abgelegenen Wegen, die ſie wähl ten, nur das geringſte Hinderniß begegnet wäre. Wie es jedoch gegen Morgen ging, hörten ſie auf V einmal lautes Geſchrei vor ſich, und zugleich knall ten, in nicht allzuweiter Entfernung von ihnen, Musketenſchüſſe, als ob ein Gefecht ſtattfände. Na⸗

türlich machten ſie augenblicklich Halt, und Allan rutſchte auf allen Vieren vorwärts, um zu ſpioniren, was vorgehe. Es glückte ihm einen Baum zu er⸗ reichen, der auf einer ziemlichen Anhöhe ſtand, und nachdem er dieſen erklimmt, eröffnete ſich ihm eine Ausſicht, welche ihn alſobald bewog, auf's ſchnellſte zu ſeinen Gefährten zurückzukehren. Vor uns, ſo wie links und rechts, referirte er,ſah ich nichts als brennende Meierhöfe und das Geſchrei, ſo wie die Musketenſchüſſe, die wir vorhin hörten, rührten ohne Zweifel von dem Wi⸗ derſtande her, welchen die mordbrenneriſchen Solda⸗ ten des ſchonungsloſen Cumberland bei den armen Einwohnern fanden.

Und ſo war es auch! In kleinen Abtheilungen hatten ſich die Soldaten über die ganze Gegend zerſtreut und plünderten, ſengten und mordeten, als ob ſie in Feindes Land ſtänden! Man ſah nichts, als zerſtörte Wohnungen, brennende Scheunen und wild dahinfliehende Menſchen, die offenbar auf nichts bedacht waren, als nur wenigſtens das nackte Leben zu retten! Die Flüchtlinge bogen nach Rechts und Links ab, und verſuchten es, bald auf dieſer bald auf jener Seite vorzudringen. Alles vergebens! Das ganze Land war in den Händen der Sieger

von Culloden, und nur nach Rückwärts, nur nach der Seite hin, von der ſie hergekommen waren, ſchien der Weg noch offen!

Wir müſſen uns zurückziehen, ſagte Allan Glencairn, als ſie ſich in einer verborgenen Schlucht zu einem Kriegsrathe niedergelaſſen hatten,denn

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