Jahrgang 
1861
Seite
157
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nennen, als der war, den die Engländer heute er⸗ fochten hatten! Nicht nur nämlich war ihr Verluſt ein verhältnißmäßig geringer, nicht nur wurde die ſämmtliche Bagage, Munition und Artillerie des Feindes erobert, ſondern derſelbe wurde auch ſo ſehr zerſprengt, daß er ſich lediglich nicht mehr zu ſam⸗ meln vermochte, ſondern vielmehr in vereinzelten kleinen Trupps von Zehn oder Zwölfen, ja oft ſogar nur von Zweien oder Dreien über das Land dahin floh, nach nichts begierig, als die Gränzen Schott⸗ lands oder vielmehr des ſchottiſchen Hochlandes zu erreichen, um ſich in deſſen Gebirgsſchluchten zu ver⸗ bergen. Die Entbehrungen dieſer Flüchtlinge waren unbeſchreiblich, denn der Herzog von Cumberland veranſtaltete alsbald eine allgemeine Hetzjagd auf ſie, und wo Einer erwiſcht wurde, hielt man augen⸗ blicklich Standrecht über ihn und hängte ihn auf. Ja, in vielen Fällen erachtete man ſich an die For⸗ malität des Standrechts nicht einmal gebunden, ſon⸗ dern man ſtrangulirte kurzweg Jeden, der auf eng⸗ liſchem Gebiet, in ein Plaid oder einen Tartan ge⸗ hüllt, angetroffen wurde, eine Grauſamkeit und Barbarei, welche dem Urheber derſelben, dem Her⸗ zoge von Cumberland, den nicht ſehr ehrenvollen Beinamendes Henkers erwarb! Entging nun aber auch ein Theil der Flüchtigen dieſem ſchreck⸗ lichen Schickſale, ſo war deswegen ihr Loos doch nicht viel beneidenswerther. Erwieſen ſich doch die Bewohner des Landes, durch welches ſie fliehen

mußten, durchaus feindſelig gegen ſie geſinnt! Ver

ſagte man ihnen doch jedwedes Obdach, jedwedes Stückchen Brod, jedweden Trunk Waſſer! Mußten ſie doch ſogar froh ſein, wenn man ſie nicht mit Knütteln fortjagte oder die Hunde auf ſie hetzte, wie auf anerkannte Diebe und Räuber! So. mußten ſie mitten im Winter Tag und Nacht im Freien campiren, und nicht einmal vielleicht, ſo lange ſie die Gränze von England nicht hinter ſich hatten, konnten ſie ſich ſatt eſſen, ſo daß nicht Wenige von Hunger und Elend aufgerieben wurden!

Allein wenn es auch Dieſen oder Jenen glückte, die ſchottiſche Gränze zu erreichen, ſo waren ſie des⸗ wegen doch noch nicht geſichert. Zwar allerdings auf das Mitleid, ſogar auf die werkthätige Theil nahme ihrer Landsleute durften ſie rechnen, allein der Herzog von Cumberland rückte in ſchnellen Tag märſchen heran, und man wußte von ihm, daß er beſchloſſen hatte, an den Rebellen, und zwar nicht blos an den Clanführern, ſondern auch an den Cla⸗ nen ſelbſt(obwohl dieſe zum großen Theil von ihren Lairds ſo abhängig waren, daß ſie lediglich nichts anderes thun durften, als was dieſe befahlen) ein Exempel zu ſtatuiren. Man wußte von ihm, daß er den Schotten für immer und ewig das Rebelliren

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liche Zuflucht zu treffen, in aller Eile nach dem Norden zu flohen.

Als die erſte Kunde von der Schlacht von Cul⸗ loden nach Edinburg kam, entſtand dort ein pani⸗ ſcher Schrecken, denn die Meiſten waren ſich bewußt, dem Prätendenten gehuldigt zu haben, und fürchte⸗ ten daher, wenn nicht als ganze, ſo doch als halbe Rebellen angeſehen zu werden. Man entſagte daher auf einmal und faſt allgemein dem bisher an den Tag gelegten Jakobitenthum, und wurde wieder und zwar ſo oſtenſibel als möglichloyal⸗engliſch. Ja, man beeilte ſich Vorſorge zu treffen, den Herzog von Cumberland ſo feſtlich als möglich zu empfan⸗ gen, um hiedurch thatſächlich allen und jeden Ver⸗ dacht von ſich abzuwälzen! Im Innern des Herzens jedoch war die nunmehr zur Schau getragene Freude wenigſtens bei Vielen nicht vorhanden, und

heimlich wurde manche Thräne des Kummers und

der Sorge für die, welche in der Schlacht von Cul⸗ loden gefallen ſein mochten oder jetzt in der Irre umher flüchteten, vergoſſen, denn es gab ja unter ihnen gar manchen Familienangehörigen, gar manchen

Freund und Genoſſen!

vertreiben und eine Ruhe dort herſtellen wolle, die

mit der Ruhe des Kirchhofs Aehnlichkeit habe. So⸗ mit kounte ſich Jeder, der an dem Aufſtande Theil genommen hatte, mit Beſtimmtheit vorausſagen, welches Loos ſeiner harre, falls er gefangen würde, und die Vornehmeren dachten daher an nichts An⸗ deres, als Mittel und Wege zu erſinnen, wie ſie über den Kanal nach Frankreich ontkommen könnten, während die Geringeren und Aermeren in der Hoff⸗ nung, in den unzugänglichen Päſſen des Hochgebirges eine unauffindbare, wenn auch rauhe und beſchwer⸗

Am ſchwerſten fielen vielleicht die Thränen in's Gewicht, welche im Hotel Neßby vergoſſen wurden, als die Trauerbotſchaft daſelbſt anlangte, und die beiden jungen Damen, die Niegen der Gräfin, be⸗ ſtrebten ſich auch gar nicht, dieſelben zu verbergen. Ja ſogar die alte Lady ſchien mehr angegriffen, als ſie ſich merken laſſen wollte, denn ſie lief unruhig hin und her, und in den Ecken ihrer Augen ſchim⸗ merte es faſt wie ein naſſer Thautropfen.

So iſt's mit der Jugend? ſchalt ſie, ohne Zweifel, um ihre Gefühle unter einer anſcheinenden Zornentwicklung zu verdecken.Rennt immer blind⸗ lings in ihr Unglück, und wenn man's ihr auch zehnmal haarklein vorausgeſagt hat! Jetzt haben wir's; alle meine Prophezeihungen ſind eingetroffen, und nun können die jungen Herren das ſelbſtbereitete Bad auspatſchen, wenn ſie nämlich zufälliger Weiſe ſchwimmen können, was bei den Meiſten der Fall nicht ſein wird.

Natürlich ſtrömten die Thränen Conſtanzens und Alicens bei ſolcher Rede nur immer heftiger, und die alte Dame ſchien ſich bewußt zu werden, etwas zu unwähleriſch in ihren Worten geweſen zu ſein. So flennt doch nicht ſo thöricht, rief ſie begüti gend;meint ihr denn, wenn man eine Jagd ab⸗ hält, ſo werden gleich alle Haſen und Füchſe er⸗ ſchoſſen? Im Gegentheil, die Hälfte oder noch meh kommen regelmäßig davon und ſo, hoffe ich, wird es auch dem Allan und dem Ulrik ergehen. Wenig⸗ ſteus, ſetzte ſie murmelnd hinzu,will ich mein Möglichſtes I, ihnen ihr Schickſal zu erleichtern, denn hoffentlich wird Allan deſſen eingedenk ſein, was ichihm vom Gewölbe Kenneth des Starken geſagt habe. 1

Noch am nämlichen Tage gab ſie Befehl, Alles auf Morgen zur Abreiſe nach Schloß Neßby in Be⸗ reitſchaft zu ſetzen, und ließ ſich durch keinerlei Ein⸗ reden ihrer Bekannten von ihrem Entſchluſſe abbrin⸗ gen.Es werdeitaſich, pflegte ſie auf ſolche Ein⸗ reden regelmäßig zu antworten,der Marodeure und des Geſind e ſolches ein Bürgerkrieg erzeugt, genug in ine Grafſchaft einzuſchleichen ſuchen.

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