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im drangvollen Treiben der Alltäglichkeit fremd faſſen, ſo daß er ſein Haupt tief herab beugt, und
bleibt! Wird doch dort die Seele durchzittert von Ideen, die man ſonſt im Sturme des Daſeins gar nicht aufkommen läßt!.
Sterben! Warum denn ſterben? Es iſt doch ſo ſchön auf dieſer Erde und der Genüſſe gibt es ſo viele und mancherlei! Freilich, ich kenne die Ant— wort, die nun folgt. Man ſagt mir, es iſt Natur— geſetz, daß Alles, was geboren iſt, nur einen be— ſtimmten Kreislauf hat, nach deſſen Beendigung das letzte Ziel herannaht. Aber, wenn es unmöglich iſt, dem Tode zu entrinnen, warum denn geboren werden? Iſt es denn der Mühe werth, wegen der kurzen Spanne Zeit, die man von der Geburt bis zum Tode zu durchlaufen hat, nur überhaupt anzu— fangen zu leben? Hat denn das, was man in die⸗ ſer Periode zu ſchaffen, zu vollenden wußte, ſo viel Nutzen für die Welt oder gar für das Weltall, daß es nothwendig war, deswegen einen oder tauſende von Menſchen in's Daſein zu rufen? Muß man darum ſo viel Sorge, ſo viel Mühe, ſo viel Herze— leid ertragen, um ſich am Schluſſe ſeiner Laufbahn zurufen zu können,„ich habe ein paar Jahre lang geträumt, und nun will ich mich ſchlafen legen, für immer?“
Menſchlich“ ſind ſolche Fragen und ich läugne nicht, daß ſie ſich Einem beim Anblick eines Leichen— zuges oder beim Beſuch eines Kirchhofes leicht auf— drängen. Aber zeugen ſie von einem„geſunden“ Gemüthe, von einem„friſchen“ Geiſte? Sind ſie nicht vielmehr der Beweis eines krankhaften Zu⸗ ſtandes, einer von Verdruß und Ueberdruß gefolterten Seele? Oder kann ein Menſch, wenn er„ehrlich“ iſt, er mag während ſeines Da⸗ ſeins eine Stellung eingenommen haben, welche er wolle, die niedrigſte oder die höchſte, die armſeligſte oder die reichſte,— kann ein Menſch am Ende ſei— nes Lebens läugnen, daß er trotz Allem und Allem der glückſeligen Stunden genug gehabt hat, um ihn mit ſeinem Schickſale zu verſöhnen? Kann ein
Menſch, wenn er nur ein ganz klein wenig über das
mächdenkt, was ihm in ſeiner Sphäre— und wäre dies auch die eingeengteſte von der Welt— zu
leeiſten oblag, in Abrede ziehen, daß ſeine Exiſtenz doch einen Endzweck hatte, wenn auch vielleicht ainen kaum ſichtbaren? Und ſollte dem Einen
dder dem Andern dieſer Endzweck auch„total un⸗
ſichtbar“ ſein, muß er ſich nicht bei der Betrach⸗
tung der furchtbaren Größe des Weltalls zugeſtehen,.—— b 3 furchtbaren Größ Weltalls zugeſtehen, mal auszugraben, gab er mir nur kurze und mitunter
daß es überhaupt vermeſſen von ihm iſt, eine ſolche „Sichtbarkeit“ nur zu verlangen? Eine Kanonen⸗ kugel, wenn ſie fort und fort in gleicher Geſchwin⸗ digkeit dahinflöge, würde verſchiedene Jahre brauchen, bis ſie in die„Sonne“ käme, und die Sonne iſt doch der uns am nächſten ſtehende Fixſtern! flöge jene Kanonenkugel weiter und weiter, ſo wür⸗ den dreihundert und mehr Jahre nicht reichen, bis ſie das entfernteſte Sonnenſyſtem, den entfernteſten Fixſtern erreichte, und dann wäre ſie erſt noch nicht an der Welt Ende! Nun frage ich,„der wievielſte Theil von dieſer Unendlichkeit iſt der Menſch? Ver⸗ ſchwindet er nicht zu einem Atom vor dieſem rieſi⸗ gen Ganzen? Muß ihn beim Nachdenken über dieſes große All nicht das Gefühl der tiefſten Demuth er⸗
Feierſtunden. 1861.
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Gottesacker daſelbſt zu beſuchen.
nimmermehr weiter zu wiſſen begehrt?“
Ueber ſolche Dinge habe ich ſchon oftmals nach⸗ gedacht, wenn ich einen Kirchhof beſuchte; aber auch andere Fragen kamen mir in den Kopf, Fragen, die ſich mehr mit den Lebenden beſchäftigten, und mit dem Charakter dieſer Lebenden. Oder wie? Kann man nicht aus der Anlage eines Gottesackers, ſo wie aus dem Totalein⸗ druck, den ein ſolcher macht, auf die Bildungs⸗ ſtufe und auf die geiſtige Richtung ſchließen, welcher die Menſchen angehören, die ihre Todten dorthin beerdigen.? Ja, gibt nicht jedes einzelne Grab ſchon Zeugniß von dem Charakter Deſſen, deſſen Verwandte darunter ſchlafen? Hierauf mich ſtützend, will ich dem Leſer eine kleine Geſchichte er⸗ zählen, eine wirklich recht kleine und recht einfache; aber möglicherweiſe gibt ſie ihm doch ein Bild vom menſchlichen Leben oder wirft ſie wenigſtens einige Streiflichter darüber hin.
Früher führte mich mein Beruf verſchiedene Jahre lang von Zeit zu Zeit durch eine größere Stadt unſeres deutſchen Vaterlandes, in der es recht ge— müthlich zu leben war. Ich richtete es daher immer ſo ein, daß ich mehrere Tage, oft Wochen daſelbſt verweilen konnte, und verabſäumte es auch nie, den Lag derſelbe doch äußerſt freundlich und bildete mit ſeinen vielen Blu⸗ men, Geſträuchen und Bäumen mehr einen Garten oder Park, denn eine Grabſtätte! Auch war der Todtengräber daſelbſt eine Perſönlichkeit, die nicht auf jedem Kirchhofe zu treffen iſt, denn in ſeinem
klaren Auge lag ein merkwürdig ſcharfes Urtheil und
in ſeinem ernſten Geſichte eine wenigſtens ungewöhn⸗ liche Ruhe und Kaltblütigkeit. Ich unterhielt mich daher immer gern mit ihm, und ſo wortkarg er auch ſonſt gegen Andere war, ſo ſtand er mir doch, und wie es ſchien, ſogar nicht ungern Rede. Einſt⸗ malen herrſchte eine Seuche in jener Stadt, eine
recht bösartige, denn ſie raffte eine Menge Menſchen
Ja,
weg und faſt jede Familie hatte einen Verwandten
zu betrauern. Da gab es denn nun für den Todase
gräber viel zu thun, ja faſt mehr als viel, denn er mußte ſogar hie und da die Nächte dazu nehmen, um mit den vielen Gräbern fertig zu werden. Na⸗ türlich wurde er hiedurch wortkarger, als ſonſt, und als ich nun eines Abends meiner Gewohnheit ge⸗ mäß den Gottesacker beſuchte und meinen alten Freund dabei beſchäftigt traf, drei Gräber auf ein⸗
ſogar herbe Antworten.— „Drei Gräber zumal?“ ſagte ich.
„Und allhe
drei hart neben einander? Waren es vielleicht dreſ
Verwandte, die da zuſammen beerdigt werden?“ „Nein,“ erwiederte er kurzweg.„Gingen einan⸗
der von Haut und Haar nichts an! Aber es waren
drei Frauen von faſt gleichem Alter, alle Drei erſt
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ein paar Jahre verheirathet, alle Drei Mütter von
Kindern, die nun arme Waiſen ſind, und alle Drei faſt zu einer Stunde geſtorben. auch neben einander gebettet werden, keine beſſer
Darum ſollen ſie
und keine ſchlimmer, als die andere, obwohl ſie ein⸗
ander im Leben nicht ſo nahe ſtanden.“ Nun glaubte ich ihn im Zuge zu 3
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haben, und


