Jahrgang 
1861
Seite
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dieſen Entſcheid ſichtlich erfreut war.Gut alſo, das Schußgeld gehört dem Jungen und dieſem ganz allein. Das iſt Ihre Meinung und auch die mei nige, denn der Burſch hat es wahrhaftig doppelt

und dreifach verdient. Deine Mutter, fuhr er dann

gegen Chriſtoph gewandt fort,kann daſſelbe in den

nächſten Tagen erheben und ſie wird's wohl brau⸗

chen können. Was nun aber dich ſelbſt betrifft, mein tapferer Burſch, ſo werd' ich dich jetzt in deine Wohnung geleiten laſſen, und dort angekommen wirſt du dich ſogleich zu Bette begeben, damit dir das Fieber keinen Schaden thue. Morgen ſchicke ich meinen eigenen Arzt herauf, daß er nach der Wunde ſehe, und in vier Wochen, hoffe ich, biſt du wieder ſo geſund als vorher. Dann aber, ſage ich dir, ſei dein erſter Ausgang nach Lichtenau herab, wo du dich alsbald in meinem Schloſſe melden laſſen wirſt, dann will ich dich meinen eigenen Buben zeigen, daß ſie ein Beiſpiel an dir nehmen.

Mit dieſen Worten ſtand der hohe Herr auf und trat, nachdem er noch einige Befehle ertheilt, mit ſeinen Begleitern den Heimweg an; der Förſter von der Windeck aber nahm ſeinen Pathen an der Hand, während ein paar andere Jäger die Marie und den Martin führten, und nun ging's wie im Triumphe der Hütte der Mutter Martha zu, wohin die Forſt⸗ diener auch den getödteten Wolf zu ſchaffen hatten. Jetzt erſt erwachte Chriſtoph aus der Betäubung, in welche ihn die Freude über die letzten Vorgänge und beſonders auch über die Worte des Grafen ver⸗ ſetzt hatten.

Juchhe! rief er.Nun iſt meiner Mutter ge⸗ holfen, denn wir können das letzte Ziel auf unſer Häuschen bezahlen, ohne Jemanden um Hülfe an gehen zu müſſen.

Was ſollen wir nun noch weiter hinzuſetzen? Einige wenige Worte werden genügen, den Leſer über den kommenden Verlauf oder vielmehr über das Ende dieſer Geſchichte aufzuklären.

Mutter Martha hatte in Bühl ihre Geſchäfte beſorgt, aber ſie war nur wenig zufrieden mit dem Reſultate derſelben. Zwar der Lohn für ihr Ge⸗ ſpinnſt war ihr richtig geworden und ſie hatte auch ihre ſämmtlichen nothwendigen Einkäufe gemacht; allein mit der Hauptſache, mit dem Hausziele, wollte es ihr nicht recht glücken. Der Aſſeſſor ſagte, als

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ihren Heimweg mit recht ſchwerem Herzen an.

ſie ihm ihre Bitte um Borgfriſt auf ein paar wei⸗ tere Jahre vortrug, weder Ja noch Nein, und der Bürgermeiſter erklärte, derzeit nicht ſo bei Kaſſe zu ſein, um Güterzieler kaufen zu können.Sie ſollte übrigens ſpäter wieder kommen, vielleicht gehe ihm einſtweilen Geld ein. Das war natürlich ein ſchlechter Troſt, und die gute Martha trat daher Ir weiter ſie aber kam, deſto ärger wurde ihre Be⸗ klemmung, und am Ende überfiel ſie wieder dieſelbe Angſt, welche ſie vor ihrem Abgang heute Morgen verſpürt hatte. So ging ſie denn von Minute zu Minute ſchneller, um ja recht bald nach Hauſe zu kommen, und am Ende verwandelte ſich das Gehen faſt in ein Rennen. Aber wer beſchreibt ihr Entſetzen, als ſie endlich ankam und die Kinder nicht zu Hauſe traf? Schon befürchtete ſie das Aergſte; allein wer beſchreibt nun umgekehrt ihr Frohlocken, als gleich darauf der Pathe mit allen Dreien an⸗ kam und ſie eins nach dem andern in ihre Arme ſchließen konnte? Ja, wer beſchreibt vollends ihre vollſtändige Verzückung, als der Pathe erzählte, wie ſich der Chriſtoph gehalten, was der Graf über ihn geäußert und welche Belohnung er ihm zugeſprochen habe?

Die zweihundertfünfzig Gulden Schußgeld wur⸗

den geholt und das Ziel damit bezahlt. Auch ſtate,

tete Chriſtoph, nachdem er vollſtändia hergeſtelli, dem Herrn Grafen in Lichtenau richtig ſeinen Beſuch ab; aber dieſer begnügte ſich nicht damit, ihn ſeinen Buben zu zeigen, ſondern er ſandte ihn vielmehr in eine beſſere Schule zu ſeiner weiteren Ausbildung, und ſorgte überhaupt von nun an auf's väterlichſte für die ganze Familie. Seither ſind nun verſchie⸗ dene Jahre vergangen, aber die betheiligten Per⸗ ſonen leben zum großen Theile noch, und wenn der geneigte Leſer einmal in's Kappelthal hinabkommt, ſo laſſe er ſich's nicht gereuen, die Schwarzwälder⸗ uhrfabrik daſelbſt zu beſuchen, ſchon deswegen, weil die Gehäuſe dieſer Uhren meiſt von wunderſchönem Schnitzwerk ſind, noch mehr aber deswegen, weil der Vorſtand, Inhaber und Leiter dieſer Fabrik, Chr ſtoph heißt und Einer und derſelbe iſt mit dem Wolfskämpfer in unſerer Geſchichte.

Dr. Gr.

Das grab der Mutter.

(Taf. 2.)

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Ich keune Leute, welche einem Leichenzuge, wenn nur immer möglich, aus dem Wege gehen und gar nicht dazu zu bringen ſind, einen Kirchhof zu beſuchen. Fragt man ſie, woher dieſe Antipathie

rühre, ſo hüten ſie ſich wohl, die allein richtige

Antwort zu geben, nämlich die, daß jener Wider⸗

willen in der Angſt vor dem Tode ſeinen Grund habe. Und doch entgehen ſie durch dieſe Angſt

ihrem Schickſale? Ja, machen ſie ſich dadurch ihren Uebergang aus dieſer Welt in die andere, von der

kein Wiederkommen iſt, nicht vielmehr noch ſchwerer und bruſtzuſammenſchnürender?

Ich für meinen Theil habe oft lächeln müſſen, wenn mir ſolch' ein angſtvolles Individunm in den Weg kam, da ich im geraden Gegenſatz zu jener Sterbensfurcht einen Beſuch auf dem Gottesacker in mancherlei Beziehung fürherzſtärkend erachte und es daher nie verabſäume, von Zeit zu Zeit den Gräbern der Verſtorbenen einen Beſuch abzuſtatten.

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