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Scheiden begriffen, und ſie wollten doch daheim ſein, wenn die Mutter, die nun unmöglich mehr lange ausbleiben konnte, von Bühl zurückkehrte. Er unter⸗ brach alſo das Stillſchweigen und wandte ſich an ſeine kleine Schweſter, die hart an ſeiner Seite ruhte.
„Biſt du noch ſo müde, Mariechen,“ ſagte er, „oder meinſt du nun den Rückweg antreten zu kön⸗ nen? Ich würde dich gerne tragen, aber dann müßte ich ja mein Holzbündel liegen laſſen, und das wirſt du doch nicht haben wollen?“
„Nein, nein,“ erklärte das Kind,„ich kann ſchon gehen, aber laß mich nur noch vorher eine kleine Weile ſitzen. Es iſt gar ſo weich und angenehm auf dem Moosgrund da.“
„St! St!“ flüſterte jetzt Martin, der ein außer— ordentlich ſcharfes Gehör hatte.„Es iſt mir, als vernähme ich die Tritte eines Thieres, das ſich durch den Wald hinſchleicht. Und horch! Klang das nicht wie der Anſchlag eines Hundes, der auf die richtige Fährte gekommen iſt?“
Sie lanſchten aufmerkſam, und richtig, der kurze Anſchlag des Hundes wurde bald Allen vernehmbar.
Dagegen ließ ſich von den Tritten eines wilden Thieres nichts hören. „Du haſt dich getäuſcht, Martin,“ ſagte Chri—
ſtoph leiſe,„es iſt kein Thier in der Nähe. Aber auf alle Fälle wird's gut ſein, wenn wir uns jetzt auf den Weg machen.
„Ich habe mich nicht getäuſcht,“ ſchrie Martin indem er mit beiden Vernön zugleich aufſprang und
vor furchtbarem Erſchrecken die Arme weit aus⸗ ſtreckte. Und richtig, er hatte ſich nicht getäuſcht, denn
in dieſem Augenblicke trat aus dem dichten Gebüſch, welches, mit Schilfgras vermiſcht, den ganzen Unter— grund bedeckte, ein Thier hervor, deſſen Erſcheinung,
obwohl es nicht im Sprunge, ſondern eher ſchlei⸗ chend herankam, nicht blos Kinder, ſondern auch ältere Perſonen mit Entſetzen erfüllen mußte. Sah
es doch ſtärker, größer und wilder aus, als der ſtärkſte, größte und biſſigſte Hund! Standen ihm doch die langen, zottigen Haare faſt borſtenartig vom Leibe, ſo daß eine Wildkatz keinen grausliche— ren Anblick gewähren konnte! Funkelten doch ſeine kleinen Augen, wie vergiftete Dolche, und ſtand doch ſein über und über mit Zähnen beſetzter Rachen ſo weit offen, daß man jeden Augenblick befürchten mußte, mit Haut und Haar von ihm verſchlungen zu werden!
So kann man ſich denn nun wohl denken, von welcher Art der Eindruck war, den die plötzliche Erſcheinung dieſes furchtbaren Thieres auf die armen Kinder machte. Die kleine Marie und der Martin waren vor Entſetzen faſt außer ſich, und ſelbſt der Chriſtoph, obwohl er, wie ſchon oben geſagt, ein Knabe von beſonderer Entſchloſſenheit und Kraft war, konnte ſich eines Grauſens nicht erwehren; 3 ſonders da er das Thier aus einer Beſchreibung, d ihm dereinſt in der Schule gegeben worden war, dn Augenblicke erkannte.
„Ein Wolf! Ein Wolf!“ ſchrie er, und ſeine Haare ſträubten ſich empor; in der nächſten Sekunde
jedoch ſchon wußte er, was er zu thun hatte. So⸗ Bit ſtellte er ſich mit Einem S er vor ſeine 6 1 ebe 7— r. 3*— ————
beiden Geſchwiſter hin und ſchwang mit der Rech⸗ ten ſein großes Holzmeſſer, während er die Linke über ſeine Schweſter und ſeinen Bruder(dieſe gleich⸗ ſam damit beſchützend, wie eine Henne ihre Küchlein) hinbreitete.
Es war ein furchtbarer Moment! Hart vor den Kindern hielt der Wolf, den Kopf heulend empor⸗ ſtreckend und den Rachen dazu aufreißend, wie wenn er im Augenblicke zuſchnappen wollte; vor ſeinen beiden Geſchwiſtern aber ſtand der Chriſtoph, wilde Verzweiflung im Geſichte, aber dennoch keinen Fuß breit weichend und die Augen ſtarr auf das Unthier gerichtet, damit er augenblicklich mit ſeinem hoch emporgehobenen Meſſer darnieder fahren könne, wenn der Feind den Sprung zum Angriff mache. Offen⸗ bar war der Knabe feſt entſchloſſen, lieber ſein Leben zu opfern, ehe er ſeinen Geſchwiſtern ein Leid an⸗ thun ließe!
Jetzt ſchien der entſcheidende Augenblick gekom⸗ men zu ſein. Das wilde Thier machte eine raſche Bewegung nach vorwärts; aber— niederfuhr das Hackmeſſer Chriſtophs und ſpaltete dem Wolfe bei⸗ nahe die ganze Schnautze, ſo daß er brüllend vor Schmerz zurückfuhr! Doch den Augenblick d darauf war das Thier zum neuen Sprung bereit, und die Wuth über die erhaltene Wunde ſtachelte es offen⸗ bar zur gedoppelten Anſtrengung auf. Mit furchte
barem Satze ſprang es an dem Knaben hinauf,
dieſen durch ſeine Wucht beinahe über den Haufen werfend; allein zum Glück hatte ſich Chriſtoph vor⸗ geſehen und ſich ſo nach vorwärts gebeugt, daß er den Stoß aushalten konnte. Auch traf ſein zweiter Hieb nicht minder gut, als der erſte getroffen hatte, und er brachte dem Wolfe eine tiefe Wunde im Ge⸗ nicke bei. Allein freilich, das hatte der tapfere Junge nicht verhindern können, daß die ſcharfen Zätned des Thieres ſich in ſeine Schulter eingruben und ihm ein großes Stück Fleiſch ausriſſen, als er es durch ſeinen zweiten Hieb zum nochmaligen Rück⸗ zug nöthigte. Uebrigens— Tür den erſten Augen⸗ blick wenigſtens— ſpürte Chriſtoph gar nichts da⸗ von, ſo ſehr er auch blutete, ſondern ſtand vielmehr immer noch aufrecht und unverzagt, den dritten Anlauf ſeines Feindes erwartend. Da, in dieſem nämlichen Augenblicke, hörte er eine Stimme hinter ſich flüſtern, die ihm wie Muſik in die Ohren tönte.
„Bücke dich, Chriſtoph,“ flüſterte die Stimme, „bücke dich auf die rechte Seite hinüber, daß ich dem Wolfe in's Auge ſehen kann.“
Augenblicklich, ſo zu ſagen mechaniſch, gehorchte
der Knabe, und in der Sekunde darauf fielen hinter einander zwei Schüſſe, welche den Wolf im Momente zu Falle brachten, ſo daß er alle Viere von ſich ſtreckte. Ehriſioph ſah es noch, wie das Thier um⸗ ſtürzte, aber dann vergingen ihm ſelbſt die Sinne und für die nächſte Viertelſtunde wußte er nicht, was mit ihm vorging. Die Anſtrengung und Aufregung, verbunden mit dem Blutverluſte, waren zu ſtark ge⸗ weſen, als daß ſein junger Körper hätte länger wie⸗ derſtehen können!
Die Ohnmacht dauerte übrigens nur eine kurze Zeit; allein wie er erwachte, fand er die ganze Scene verändert. Zwar allerdings die Gegend war dieſelbe geblieben und auch der Wolf lag noch auf der näm⸗
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