Jahrgang 
1861
Seite
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angekommen, nahmen ihre Gedanken bald eine andere

mit dem de nicht blos ihre vielen

nabſahren Richtung, denn es galt ja, nt v

rute, un Geſchäfte in der verhältnißmäßig kurz zugemeſſenen gen. Für Zeit eines Frühlingstages abzuwickeln, ſondern auch it gköm⸗ die Hauptſache, die Umſtimmung des Erben der zu thun, Frau Schmidthuberin zu ihren Gunſten Coder wenn wendigen dies nicht gelänge: die Gewinnung der Frau Bür⸗

nämlich germeiſterin und ihres Gemahls für ihr Intereſſe) bam, ſo in's Werk zu ſetzen! vt

Während nun die gute Frau Martha auf dieſe Weiſe in Bühl unten thätig war, verbrachten ihre Kinder den Vormittag ganz friedlich und ruhig in der Wohnſtube ihres Häuschens. Chriſtoph hatte

ingen zu n nöthig keiten zu

wit der 5 5 5.. welche ſich zu ſeiner Schnitzelei niedergeſetzt und ſeinen urgt und Bruder Martin bewogen, ihm in der Arbeit, ſo gut

er konnte, beizuſtehen; die kleine Marie aber ſtrickte auf's eifrigſte darauf los, um die Mutter bei deren Zurückkunft mit recht viel fertigen Maſchen zu über

für jede im Mut⸗

it) nn raſchen. Gegen Mittag ging der Aelteſte daran, weiten für das Mittageſſen zu ſorgen und machte zu dieſem nerkan Behufe ein kleines Feuer in den Ofen, um die Kar r nte toffeln darin zu ſieden. Natürlich entdeckte er nun, ute der daß das Brennholz ſehr ſtark auf die Neige zu Nicht gehen beginne, und verwunderte ſich darüber nicht ehe ſie wenig. Ermah⸗..Darauf hätte mich die Mutter wohl aufmerk⸗ n, den. Aam machen können, ſagte er zu ſeinem jüngeren r Erſ⸗ Bruder, der ihm beim Feuermachen behülflich gewe⸗ zaden ſen war. ich um⸗Ja, weißt du, warum ſie's nicht gethan hat? 1, wie erwiederte Martin mit einem altklugen Geſichte. Nur ganz allein, um dich von deiner Schnitzarbeit Ils der nicht abzuhalten. Ich hab's gar wohl gehört, wie nd ihr ſie dies dem Pathen, als er vorgeſtern hier war, Streck auseinander geſetzt hat. Aber weißt du, was wir warun thun? Wir gehen nach dem Eſſen in den Wald hin⸗ efort aus und ſchleppen ſo viel dürres Holz herein, daß innere wir wieder auf vierzehn Tage ausreichen. Ge iht zu wiß bereiten wir hiedurch der Mutter eine große e Freude.. Aber die Marie? wandte der ältere Bruder konnte ein.Wir können doch dieſe während dem nicht allein laſſen. ¹ zu Hauſe laſſen 2*. al teEi bewahre, entgegnete Martin.Wir neh⸗ fagt men ſie vielmehr mit uns, denn wenn ſie uns auch lehe nicht viel helfen kann, außer vielleicht beim Zuſam e- de menleſen des dürren Reiſachs, ſo iſt ſie doch dann din ganz ſicher aufgehoben und kann ſich nicht verlau⸗ 4 fen. 1 d Dieſes letztere Argument leuchtete dem Chriſtoph , d ein und auch Marie war herzlich erfreut, ihren Bei⸗ d g9 trag zu einer Beſcherung für die Mutter liefern zu

und dürfen. Sie ſetzten ſich alſo wohlgemuth zu ihrer

nders frugalen Mahlzeit nieder, und gleich nach Tiſche t mi ging es an die Ausführung ihres Vorhabens. Chri⸗ je ſtoph ſuchte ein paar alte Stricke hervor, womit ſie Büh das geſammelte Holz binden wollten, und bewaffnete

nach ſich dann mit dem großen Holzmeſſer, deſſen ſich ſchon ſein Vater beim Holzmachen bedient hatte.

ten und ſprangen, als hinge der Himmel voll luſti⸗ ger Geigen und als wären die Worte Noth und Trübſal für ſie gar nicht vorhanden. Das machte, ſie hofften eine recht gute Ausbeute zu gewinnen, denn der Chriſtoph wußte eine Stelle im Walde, wo es dürr Holz in Maſſe gab. Allerdings war die Stelle etwas abgelegen und man mußte in eine tiefe ſumpfigte Klinge hinabſteigen, um dahin zu gelangen; allein was lag daran? Sie hatten ja einen ganzen Mittag Zeit, und durch die ſcharfen Frühlingswinde waren die Wälder ſchon etwas aus⸗ getrocknet, ſo daß ſie ſich vor dem Sumpfe nicht zu fürchten brauchten!

Nach einer Wanderung von einer halben Stunde hatten ſie den geſuchten Ort erreicht, und in der That gab es hier des dürren Holzes eine große Menge. War doch der Weg dahin ſo ſchwierig, daß man mit einem Wagen oder Schlitten nicht bei kommen konnte, und daß es ſich alſo von Seiten der Herrſchaft der Mühe nicht lohnte, das Holz ſchlagen zu laſſen! Wäre doch das Fortſchaffen höher zu ſtehen gekommen, als man nachher auf dem Markte aus dem Holze gelöst hätte! So blieb hier der Wald in ſeinem Urzuſtande und eben deshalb konnte es nicht fehlen, daß es der abgeſtandenen Zweige, Aeſte und Stämme nicht wenige gab. Chri⸗ ſtoph hatte alſo nur eine geringe Mühe, einige Bün⸗ del zuſammen zu bringen, und ſchon nach einer halben Stunde konnten die Kinder, mit ihrer Laſt auf dem Rücken, den Heimweg antreten. Allein natürlich, die Bündel, die ſie zu tragen vermoch⸗ ten, gehörten nicht unter die ſchwerſten, und ſie mußten demnach, wenn ſie dem Holzſtall wieder einige Fülle geben wollten, das Experiment zum mindeſten drei⸗- oder viermal wiederholen. Allein ſie ließen nicht nach, und hatten ſie die eine Laſt nach Hauſe getragen, ſo kehrten ſie ſchnell wieder um, eine an⸗ dere zu holen. So wurde es nach und nach Abend, eben als ſie daran waren, zum fünften Male mit ihrer Holzlaſt nach Hauſe zu kehren; allein die kleine Marie, die ſich bis jetzt recht wacker gehalten, fing nun an, über Hunger und Müdigkeit zu klagen, was auch kein Wunder war, denn ſie ſtand ſeit Mittag ununterbrochen auf ihren Füßen, und hatte in dieſer ganzen Zeit lediglich nichts über den Mund gebracht. Ihr zu lieb ſetzten ſie ſich alſo auf einen Augenblick nieder, um auszuruhen(denn ſie betrachteten ihr Tagewerk ſo gut wie vollbracht, da ſie nichts mehr zu thun hatten, als die letzte Ladung heimzutragen), und verſpeisten die paar kalten Kartoffeln, welche vom Mittageſſen übrig geblieben waren und die Chriſtoph das letzte Mal von Hauſe mitgenommen hatte. Es lag eine merkwürdige Stille über der Natur, denn man hörte weder die Stimme eines Menſchen noch eines Thieres. Ja, nicht einmal das Zirpen oder Zwitſchern eines Vogels ertönte, indem der Schwarzwald gar arm an Singvögeln iſt, und über⸗ dies damals die Jahreszeit für dieſe luſtigen Thier⸗

ilen Nunmehr ging's fort in den Wald hinaus, und chen noch zu kalt ſein mochte. So wagten es die d trotzdem daß der Wind ziemlich ſchneidend blies, Kinder beinahe ebenfalls nicht, laut zu ſein, ſondern gran während die Kinder(beſonders der Chriſtoph) nur ſaßen ganz ſtill und ſchweigſam, und man ſah's

e zu ſehr ärmlich gekleidet einhergingen, ſo gab es doch ihnen wohl an, wie abgemattet von der vielen Ar⸗ chen⸗ nicht leicht eine fröhlichere Geſellſchaft, als die der beit ſie waren. Doch endlich dünkte es dem Chri⸗ eni drei Geſchwiſter. Sie lachten und ſangen und tanz⸗ ſtoph Zeit zum Aufbruch, denn die Sonne war im,

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