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Aus Hebels Leben. 373
(hier Schei genannt), und ißt auch mitunter etwas Brod und Butter, d. h. unſer europäiſches, im Lande ſonſt ganz unbekanntes Brod. Er bäckt dieſes auch mit Honig in einer Pfanne, aus der überhaupt manche ſchmack⸗ hafte Gerichte zu Tage gefördert werden, wie z. B. ein Pudding nach Art des engliſchen Puddings. Auch ein vortreffliches Mixpikkel, aus verſchiedenen Fleiſcharten mit dem zugehörigen Gewürz, wird in dieſem Genre producirt. Geiſtige Getränke kennt man nicht; anſtatt des Weines, Bieres und Kaffees bereitet man nur den ſogenannten Buſah. Um dieſes Getränk zu gewinnen, verdünnt man Honig mit Waſſer und heißt es Faus. Wenn dieſem noch Hirſemehl zugeſetzt und das Ganze einer Gährung unterworfen wird, ſo erhält man eine Art Meth, der bei den Tſcherkeſſen den Namen Buſah führt. Dieſer Trank iſt ohne irgend welche berauſchende Wirkung und im Sommer höchſt erquickend. Die Ein⸗ führung des Branntweins würde den Cſcherkeſſen einem unfehlbaren Ruin entgegenführen.
Die nationale Truppenart iſt die Reiterei. Die Tſcherkeſſen vermeiden jedes größere Treffen und unter⸗ nehmen nur in kleinerer Anzahl Streifzüge gegen die Ruſſen. Einer ſolchen Abtheilung reitet der Führer, der umſichtigſte und gewandteſte Tſcherkeſſe, voran und bildet ſo die Spitze einer Art Avantgarde. Ferner reiten links und rechts in größerer Entfernung von dieſer Ab⸗ theilung Flankenbedeckungen. Je nach den Umſtänden des Terrains theilt ſich auch dieſer Trupp auf Seiten⸗ wege und trifft ſpäter wieder zuſammen. Die größte Stille wird beobachtet und durch Zeichen hat der Führer ſeine Mannſchaft an der Hand. So macht z. B. der Trupp unverzüglich Halt, wenu er den Finger auf den Mund legt. Gibt er einen bekannten Wink, ſo ſprengen die Reiter im geſtreckten Galopp dahin. Weiſtt er auf die Erde, ſo ſitzt die ganze Mann⸗ ſchaft ab.
In der Nacht wird dieſe Art Tirailleurlinie ſchon geſchloſſener und die Aufmerkſamkeit noch geſpannter. Der Führer reitet in etwas kleinerer Entfernung voran, begleitet von einer Bedeckung mit geſpanntem Hahn.
—Unverwandten Blickes lauert er auf die geringſte Be⸗
wegung der Ohren ſeines Pferdes; auch das kleinſte Geräuſch entgeht ihm nicht. Wie die Wilden in Amerika, ſo legen ſich auch hier zeitweiſe die Flankenbedekungen mit dem Ohre auf die Erde, um ein Geräuſch in der Ferne zu belauern. Die Tſcherkeſſen können auf dieſe Weiſe den Tritt verſchiedener Thiere ſehr gut unter⸗ ſcheiden. Man orientirt ſich während einer ſternhellen Nacht nach dem Polarſterne und nach dem kleinen und großen Bären. Nach dem Nebengeſtirn der Lager be⸗ rechnet man die Stunden. Iſt nun aber der Himmel umwölkt, ſo ſteigt der Führer einer ſolchen Patrouille auf eine Anhöhe, birgt die Hand in den Buſen und
ſtreckt ſie nach einiger Zeit, erwärmt, in die Luft. Wo
ſie am kälteſten afficirt wird, da liegt für ihn der Norden. Wenn nun ein dicker Nebel des Nachts das weite Sehen verhindert, und die einzelnen Trupps anfangen ſich zu ſehr zu zerſtreuen, ſo werden Funken von einem Feuer⸗ ſtahl geſchlagen.
Auf dieſe Weiſe kommen ſie oft unentdeckt mitten in das Lager des Feindes.
Das iſt ein kleiner Krieg, bei dem die Tſcherkeſſen oft genug im Vortheil ſein mögen. Ihr endliches Schick⸗ ſal, von den Ruſſen unterjocht zu werden, können ſie
auf dieſe Weiſe nicht von ſich abwenden. 7
Aus Hebels Leben.
V.. b ines Abends kehrte Hebel— er war ſchon Prälat— von einem Spaziergange von Mühl⸗ burg nach Karlsruhe zurück, heitern Sinnes und fröhlichen Herzens, wie immer und wie nur gute Menſchen ſein können. Er war in ſeinem ganzen Leben nie ein Kopfhänger ge⸗ weſen, obſchon er ein Geiſtlicher war und vielleicht eben deßwegen; viele aber meinen, das Kopfhängen und der Kirchenrock, das ſeien zwei Dinge, die ſich nicht von einander trennen laſſen.
Der Prälat Peter Hebel hat ſie getrennt.
Weil er aber an dieſem Abende beſonders ge⸗ müthlich und ſogar ein Wenig muthwillig aufgelegt war, ſo hätte er gerne außer ſich ſelbſt noch weitere Geſellſchaft gehabt(eine beſſere freilich, als ſich ſelbſt konnte er nicht finden) und deßwegen beſchleunigte er ſeine Schritte, um einen andern Spaziergänger einzu⸗ holen, der ehrbar und bedächtig vor ihm herwandelte.
Dem einſamen Spaziergänger ſchien es nicht ſo leicht um's Herz zu ſein, als dem geiſtlichen Herrn hinter ihm, denn er ging gebeugten Hauptes, als wolle er die Kieſelſteine auf dem Wege zählen; von Zeit zu Zeit blieb er ſtehen und holte tief Athem, als hätte er einen ſchweren Kummer, oder ſchaute in die Wolken hinauf, als wolle er ſich Troſt vom Himmel herunter holen, oder plauderte auch wohl mit ſich ſelber und geſtikulirte mit ſeinem Regenſchirme.
Dem Herrn Prälaten entging keine dieſer Bewe⸗ gungen, und es intereſſirte ihn, aus den Aeußerlich⸗ keiten des einſamen Wanderers herauszufinden, wer und was er ſei, und die Abſicht zu errathen, die ihn nach Karlsruhe führe.
Die ganze äußere Erſcheinung des Fremden be— zeichnete ihn als Geiſtlichen. Dieſer lange ſchwarze Rock, mit der kurzen Taille, dem hohen Kragen und den bauſchigen Achſeln, war offenbar von einem Dorf⸗ ſchneider gemacht worden; der Mann war alſo ein Landgeiſtlicher. Der Rock war ſauber zwar und ſorg⸗ fältig gebürſtet, das Tuch aber grob und fadenſcheinig, und dem Hute war offenbar durch etwas Bier oder Zuckerwaſſer ein letzter vergänglicher Glanz verliehen worden, der Geiſtliche war alſo arm und hatte eine geringe Pfarrei.—
Daß aus der hinteren Rocktaſche der Mundſpitz einer Pfeife herausſah, erhöhte nur die gute Meinung, die der Herr Prälat bereits von dem Pfarrer zu faſſen entſchloſſen war, denn Hebel war ſelbſt ein gewaltiger
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