Heft 
(1861) 12 12
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Athmungsſtoffen in das Blut ſtattfindet. Es hängt eben damit Alles zuſammen, was auf eine geſunde Blutbe⸗ reitung Bezug hat, denn das Blut iſt der Lebensquell, von dem die Wohlfahrt und die Geſundheit unſeres Körpers abhängt. Wir alle eſſen, weil wir die ver⸗ brauchten Stoffe wieder erſetzen müſſen, wodurch eben die Neubildung des Blutes vor ſich geht. Denn die Nahrungsſtoffe werden vom Magen und Darmkanale durch die Saugadern in das Blut gebracht, wo ſie dann durch den Sauerſtoff der eingeathmeten Luft zur Bildung der eiweißartigen Beſtandtheile des Körpers vor⸗ und zubereitet werden. Was wir eben geſagt gilt von Milch, Käſe, Blut, Fleiſch, Eingeweide, Getreideſamen, Hülſen⸗ früchten, d. i. den ſog. Blut⸗ und Fleiſchbildnern; die anderen Nahrungsmittel aber, als Schmalz, Butter, Eierdotter, Honig, Zucker, Olivenöl, Alkohol ꝛc. dienen theils zur Bildung der Gewebe, theils zur Entwicklung der Eigenwärme, weßhalb eine gemiſchte Koſt für den Körper am zweckdienlichſten iſt. Es ſind alſo zwei Faktoren, welche für jedes Menſchenleben von hoher Wichtigkeit ſind: geſunde friſche Luft und kräftige Nah⸗ rungsmittel. Dieſe beiden Faktoren ſind aber ganz be⸗ ſonders in jenen Fällen zu berückſichtigen, wo die Krank⸗ heit durch ſchlechte unzweckmäßige Nahrung, durch Auf⸗ enthalt in ungeſunden Wohnungen hervorgerufen wurde. Wie ſoll nun aber der vielgeprieſene Leberthran, dieſes Alleinheilmittel gegen Skrophuloſe, die Grundurſache der Krankheit beſeitigen? Dieſe Frage ſoll uns nun zu⸗ nächſt beſchäftigen.

Es wird jederzeit das Dichten und Streben eines wahrhaft gebildeten Arztes ſein, die Urſache jeder Krank⸗ heit aufzuſuchen und geeignete Mittel anzuwenden, welche dieſelbe beſeitigen können. Was iſt nun aber hier die krankheitmachende Urſache? Wohl einzig und allein der Skrophelſtoff. Iſt nun dieſer Skrophelſtoff durch un⸗ reine abgeſperrte Luft, durch eine unzweckmäßige Er⸗ nährung, durch mangelhafte Blutbildung entſtanden, dann mag ſich Jedermann ſelbſt an den Fingern ab⸗ zählen, wie der Leberthran, der im Anfange Verdauungs⸗ ſtörungen und Ekel erregt, ja bei fieberhaften Zuſtänden gar nicht in's Blut aufgenommen wird, wie dieſe Anti⸗ Skrophel⸗Mixtur überhaupt das leiſten kann, was man von einem ſoliden Heilmittel mit Fug und Recht er⸗ langen kann! Iſt der Leberthran im Stande, den kranken Stoff aus dem Organismus auszuſcheiden(was eben bei der Behandlung der Skrophuloſe die Hauptaufgabe des Arztes iſt) und an ſeine Stelle einen geſunden lebensfähigen hineinzuſchaffen? Daß dies unter den ge⸗ nannten Bedingungen nicht der Fall ſein kann, iſt jedem Laien einleuchtend, der gar keine Kenntniß von der chemiſchen Zuſammenſetzung des Leberthrans hat. Wenn das Kind nicht in eine geſunde Wohnung gebracht wird, kann ſachverſtändlich jedes andere Heilmittel auch nichts nutzen, weil ja die krankmachende Urſache nicht entfernt iſt; iſt jedoch eine falſche Ernährung der Kinder an dieſer Krankheit ſchuld, dann frage ich Jedermann, ob der Le⸗ berthran, womit man ſich anderwärts die Stiefeln ſchmiert, wirklich ein Nahrungsmittel iſt ſelbſt im weiteſten Sinne des Wortes, indem hier nur durch gute Nahrung die

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geſunkenen Funktionen des Organismus, die herabge⸗ ſtimmte Ernährung gehoben werden kann. Sachver⸗ ſtändlich wird dies nicht durch Leberthran geſchehen, an den man ſich wie an eine bittere, ekle Medicin gewöhnen, den das Kind gleichſam hinunter würgen muß, und der deßhalb niemals einen Rang unter den Nahrungsſtoffen einnehmen wird, welche, wie alle Fette, zur Bildung der Gewebe und zur Entwicklung der Eigenwärme beitragen. Wenn es nun wiſſenſchaftlich erwieſen iſt, daß Butter, Schmalz Gänſe⸗ und Schweinefett ganz dieſelbe Wirkung haben, wie der Leberthran, ſo wird es wohl jede ver⸗ nünftige Mutter vorziehen, das Brod, welches ſie ihren Kindern gibt, mit Butter oder Schweinfett zu beſtreichen, was doch eine angenehme und ſchmackhafte Speiſe iſt, ſtatt die Kinder mit Thran zu regaliren, der einen trefflichen Verdauungsapparat erfordert, wie er eben bei Skrophulöſen ſelten zu finden iſt. Der letzte Ein⸗ wand jedoch, daß der Leberthran jodhältig ſei und der Jodgehalt namentlich auf die Lymphdrüſen wirke, iſt kinderleicht zu widerlegen, indem einerſeits der Jodge⸗ halt ſehr gering iſt, anderſeits der Arzt, wenn er Jod verordnen will, dasſelbe in jeder beliebigen Doſis ver⸗ ſchreiben kann, während er den Jodgehalt des Leber⸗ thrans nie genau bemeſſen, mithin auch nicht die Wir⸗ kung desſelben bemeſſen kann, was im erſteren Falle doch annäherungsweiſe möglich iſt. Wir ſehen alſo, daß der Leberthran nach allen Seiten hin entbehrlich iſt, wenn es die Mütter einmal gelernt haben werden, ihre Kinder naturgemäß zu ernähren, fette Speiſen zu geben und nicht wie es leider allgemein üblich iſt, dieſelben als ſchädlich zu halten. Gewiß werden ſchon viele Leſer gehört haben, wie Eltern ihren Kindern beim Eſſen predigten, daß fette Speiſen ungeſund ſeien, während ſie dann anderſeits durch den Leberthran die fehlenden Fettbildner in den Organismus hineinſchaffen, mithin die Dummheit der Eltern ſich an den eigenen Kindern rächt. Es iſt überhaupt ein großer Fehler der Haus⸗ haltungen in großen Städten, daß man zu mager kocht. Die Urſache davon iſt oft eine nicht zu billigende Oeko nomie, in den meiſten Fällen aber der künſtlich ver⸗ theuerte Preis der allernothwendigſten Nahrungsmiktel. Iſt nicht das Butterbrod, das für das Kind auf dem Lande etwas ganz Alltägliches iſt, für das Kind in der Hauptſtadt eine Delikateſſe, weil die Butter 70P 80 kr. koſtet, gerade verhältnißmäßig ſo theuer wie der Zucker, der leider auch einen unverantwortlich hohen Preis hat und in der Schweiz nur circa 21 kr. pr. Pfund koſtet? So lange man alſo in den Hauptſtädten nicht die Bau⸗ art der Häuſer verbeſſert, damit die Wohnungen luftig und ſonnig werden, ſo lange die Preiſe der Nahrungs⸗ mittel, welche durch ungebührliche Mittel vertheuert werden, nicht von Seite des Staates und der Polizei herabgemindert werden, damit dem Publikum nicht auf eine unverantwortliche Weiſe die nothwendigſten und wichtigſten Lebensbedürfniſſe entzogen werden; ſo lange man nicht für ein geſundes reines Trinkwaſſer, für die Beſeitigung großer ebener unbebauter Sandflächen in⸗ mitten von volkreichen Stadttheilen und für Aulegung zierlicher Gärten zur Erholung für die Kinder ſorgt,