Heft 
(1861) 12 12
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364 Erinnerungen. Illuſtrirte auch nur zu ſchnell ſein Sterbelager ward. Er verſchied am 6. December 1783 in einem Alter von ſechsund⸗ vierzig Jahren, betrauert von Allen, die ihn kannten, ganz beſonders aber von den Armen, denen er, im Rück⸗ blick auf ſeine eigene Vergangenheit, in der Stille ein warmer Freund geweſen.

In Salona und im Banat. (u den für einen Touriſten anziehendſten Punkten Dalmatiens gehört auch Salona. Vor Alters gingen von dieſer wichtigen⸗ Handels⸗ und Regierungs⸗ ſtadt(jetzt iſt's nur noch ein Dorf) alle Hauptſtvaßen aus; dicke Mauern, nach innen zu von Pfeilern ge⸗ ſtützt, nach außen durch zahl⸗ reiche Thürme gedeckt, um⸗ zogen die Stadt in vielen. Biegungen, ſtarke Thore⸗ mit Fallgittern wehrten den Eingang in die mit großen⸗ Steinplatten gepflaſterten Straßen, und achteckige Thürme ſtiegen in kräfti⸗ gem Aufſtreben rechts und links neben dieſen Thoren empor als beſonderer Schutz. Derinen aber in der Stadt gab's zierliche Tem⸗ pel mit Marmorkuppeln, Theater und Amphitheater, 6 nette Wohnhäuſer mit Mo⸗ ſaikbildern auf dem Boden der Gemächer, eine uralte 3 chriſtliche Kirche, an deren Eingange zwei Hirſche aus N einem Gefäß trinkend in r Moſaik dargeſtellt waren. ⁶α In der Nähe entdeckte De 8 Carrara, der Ausgrabun⸗ gen im größten Maßſtabe dort einleitete und dem wir zumeiſt unſere Kenntniß des alten Salona verdanken, auch einen altchriſtlichen Friedhof mit reich geſchmückten Sarkophagen und ein rieſiges Felſengrab, deſſen Wände in grüner, weißer und rother Farbe Freskobilder ſchmücken, die Genien, Kränze, Blumenbouquets u. ſ. w. darſtellen.

Nun iſt verſchwunden die Pracht der Römerſtadt, elende Hütten ſtehen auf dem Grunde ſäulenreicher ſtolzer Paläſte, Oliven grünen in der Arena, Schafe weiden auf den alten Tempelſtätten, Dornenbüſche und Grasbüſchel wachſen auf den Reſten acht Pfeiler, die von der großartigen Waſſerleitung ſtehen blieben, und im Schatten derſelben ſammeln ſich an⸗

der

Bewohner von Salona.

Blätter für Ernſt und Humor.

heißen Sommertagen die Schaf⸗ und Ziegenhirten des Dorfes.

Die Trachten im heutigen Salona gehören zu den einfachſten und ſchmuckloſeſten Dalmatiens. Sandalen, enge ungariſche Hoſen, ein breiter Gurt mit den nöthigen⸗ Handwaffen, Spenſer und ein niedriger runder Hut mit breiter umgebogener Krämpe oder Turban, das iſt faſt durchgehends die Bekleidung der Männer. Die Frauen tragen eine Art türkiſche Schuhe, weiße oder blaue Strümphe, kurzes Unterkleid mit engem Mieder, ein offenes Oberkleid von grobem Tuch, ähnlich einem Pa⸗ letot, eine bunte Schürze und ein Kopftuch, welches am⸗ Hinterkopfe zopfähnlich zu⸗ ſammengebunden wird.

Von den zahlreichen weitern Dalmatinertrach⸗ ten erwähnen wir hier nur noch zwei. Vorerſt die ma⸗ leriſchſte und prachtvollſte, das iſt die der Riſano⸗ ten. Der Mann trägt einen gelben Turban oder ein ſchwarzes goldgeſticktes Käppchen, rothe Jacke oder violettes Wamms, darüber einen grünen Kaftan, blaue Pumphoſen und rothe Strümpfe; die Frau trägt K einen braunen Rock mit ro⸗ N ther Schürze, rothe Schuhe, grüne Joppe, gelben Schleier. Der Anzug bei⸗ der iſt dazu reich mit fei⸗ nen Schnüren und Metall⸗ knöpfen verziert. Mehr durch ihre Einfachheit ge⸗ fällt die Tracht in Spalato und Umgebung. Die Män⸗ ner ſind ganz blau gekleidet, mit ſchwarzem Baret und Haarzöpfen; die Frauen tragen gleichfalls blaues Wamms und blauen Rock, der an den Hüften in Fal⸗ ten gelegt iſt, darunter ein rothes Korſett mit knappen Schößen.

Unſer zweites Bild führt uns in das Banat.

Zu den geſegnetſten Ländern Europa's gehört das Banat. Hier iſt üppige Fruchtbarkeit gepaart mit über⸗ raſchender Schönheit. Unabſehbare Heiden wechſeln mit üppigen Getreidefeldern, ſchilfige Moräſte mit pracht⸗ vollen Laubwäldern, romantiſche Gebirgsthäler mit weiten Ebenen, und zu dieſer Mannigfaltigkeit der Landſchaften geſellen ſich der bunte Schmuck der ver⸗ ſchiedenen Trachten und der abweichenden Phyſiognomien der Landesbewohner. Hier hauſen blauäugige, gelb⸗ haarige Deutſche in ſtattlichen Dörfern, im nächſten Ort liegen Walachen in langen Hemden und weiten Bein⸗

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