Heft 
(1861) 12 12
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Th. Reinwald: Theodor.

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Niemals, Mutter. Wie konnte ich auch? Der Ruf, in dem dieſes ſchöne, beklagenswerthe Weſen ſtand, zwang mich, ihr fern zu beiben, ihre Verlaſſenheit gebot mir, ſie zu ehren. Am Tage ließ der Vater ſie nicht vom Arm, bei Nacht hütete ſie ein treuer Wächter, der keinen Eindringling zuließ

Ja, Tartar, das kluge Thier, das jetzt noch Hed⸗ wigs Schritte zu bewachen pflegt, warf die Gene⸗ ralin ein.

Wie oft, fuhr Theodor fort,faßte ich den Gedanken, das treue Thier zu beſtechen und Gott iſt mein Zeuge in wie reiner Abſicht zu dem jungen Mädchen zu gelangen, ihr meine Liebe zu geſtehen, ihr meinen Schutz anzubieten. Aber ich that es nicht. ‚Die Tochter des Spielers' hieß ſie allgemein und Jeder glaubte die guten Sitten der Tochter von den ſchlechten Abſichten des Vaters befleckt. Meine Liebe wuchs mein Entſchluß blieb feſt. Nur ihr Bild habe ich mir zum Abſchiede gemalt, als ſie einmal träumeriſch neben ihrem Vater ſaß und keine Ahnung von meiner Nähe hatte. Dieſes Bild, Mutter, trug ich mit Deiner Haar⸗ locke auf der Bruſt; das Medaillon fing jenen Stoß beim Brande zum Theile auf Alexanderfand es.

Mein armer Theodor, ſagte die Generalin, als er erſchöpft ſchwieg.

Nach einer Pauſe begann er wieder:Alex⸗ ander hält mich für ſchuldig ſeinem Weibe gegenüber, während ich die entſetzlichſte Qual litt, ſie als ſein Weib ſehen zu müſſen! O Mutter! was ich in dem Augen⸗ blick empfand, als er mir ſie, trunken von Glück, zeigte das kann kein Menſch faſſen.

Welch' unglückliches Zuſammentreffen von Um⸗ ſtänden, daß Du Hedwig in unſerem Hauſe nicht ſahſt!

Ja, ſagte Theodor ſchwermüthig;ich ſelbſt habe mir vielleicht den Weg zum Glücke zerſtört. Wäre ich heimgekommen, als Du mich dazu aufforderteſt, um die neue Schweſter zu begrüßen großer Gott! welches Entzücken hätte ich gefühlt! Aber zu jener Zeit litt ich durch den Gedanken, auf immer von meinem lebenden Heiligenbilde geſchieden zu ſein; im Kultus der Erin⸗ nerungen lag allein mein Troſt.

Jetzt begreife ich alles. Krüden.

Zwiſchen uns, Mama, iſt es klar geworden, ſagte Theodor.FIch bekenne Dir jetzt auch, daß ich für Hedwigs Ehre mich mit Schildenburg ſchlug. Er hatte ſie früher in Baden⸗Baden geſehen, wie wir in Homburg; er erkannte ſie und ließ Aeußerungen fallen, die mein Blut kochen machten. Ich beleidigte ihn durch ein Wort, daß kein Mann von Ehre dulden darf. Ueber Nacht beruhigte ſich mein Blut ich fühlte, daß ich einen Mord beginge, wenn ſich ihn um einer traurigen Wahrheit willen zum Zweikampf zwänge.

Und doch ließeſt Du es zum Duell kommen? fragte die Generalin voll Erſtaunen.

Ja. Ich hoffte, daß ſeine Kugel mich in's Herz treffen werde, während ich die meine in die Luft ſchickte. Rückgängig konnte ich das Duell nicht machen,

ſprach Frau von

wenn ich nicht ehrlos ſcheinen wollte; Schildenbu rg hat den Widerruf jenes Wortes von mir ſchriftlich er⸗ halten, nachdem wir uns gegenüber geſtanden waren.

Du hoffteſt das, mein Sohn? warf die Gene⸗ ralin vorwurfsvoll ein;iſt es möglich, daß ein kraft⸗ voller Männerwille ſo leicht zu brechen wäre? Sollte dieſe vergebliche Liebe Deinen Lebensmuth zerſtören?

Ich bin ſchwer für mein muthloſes Aufgeben be⸗ ſtraft, verſetzte Theodor leiſe.Ich ſuchte den Tod, weil das Leben mir die Liebe verſagte, jetzt ſehe ich, daß ich leben muß, denn die Kugel Schildenburgs hat mich bloß geſtreift und all das verlorene Blut mich nicht getödtet; ich ſoll leben und werde es nicht wagen, mich ferner aufzulehnen, aber meine Strafe habe ich empfangen es iſt ein Leben mit dem Schwerte über dem Haupte.

O nicht doch, mein Theodorl Der Himmel ſtraft nicht ſo grauſam; es wird noch alles gut werden.

Theodor lächelte, halb ungläubig, halb auf⸗ munternd. Er war erſchöpft und bat um Ruhe; nur rief er ſeine Mutter noch einmal zurück, und ließ von ihr jenes Packet den Flammen übergeben, daß er durch Doktor A... hatte verſchließen laſſen.

Es waren Bekenntniſſe für Alexander, im Falle meines Todes, ſagte er, als Frau von Krüden die Papiere im Ofen aufflackern ließ;wir bedür⸗ fen ihrer nicht mehr; was er wiſſen muß, will ich ihm ſagen.

Am andern Tage, dem erſten, den Theodor im Sopha ruhend zubringen durfte, kam Alexander wie gewöhnlich mit ſeinem Stiefvater.

Der General wußte nichts von dem Duell, aber um ſo ſchmerzlicher empfand er die Gefahr Theodors durch das ſchwere Leiden, das er überſtanden. Heute glänzte das Auge des alten Veteranen in friſcher Hoff⸗ nung und wie ein Kind ſcherzte er mit ſeinen Söhnen, die ihm nur zerſtreute Zuhörer ſein konnten, bis die Generalin unter einem paſſenden Vorwande ihn abrief.

Theodor bemerkte die trübe Stimmung ſeines Bruders.

Alexander, ſagte er liebevoll, indem er den gedankenvoll zum Fenſter Hinausſtarrenden leicht am Arm zu ſich zog;komm und ſage mir, daß Du nicht mehr an mir zweifelſt, daß Dein Mißtrauen ſelbſt ge⸗ ſchwunden iſt, ehe ich es durch eine Erklärung ver⸗ ſcheuchte. Haſt Du mich für fähig gehalten, in Deine heiligſten Rechte zu greifen?

Alexanders Wange färbte ſich tief. Dann ent⸗ gegnete er offen:Einen Augenblick habe ich es ge⸗ glaubt, Theodor. Als ich das Bild Hedwigs in jenem Medalllon erblickte, da verdunkelte ſich die ganze Welt vor mir ich ſah nichts mehr, als Deine und ihre Schuld.

Sie iſt rein wie friſcher Schnee, rief Theodor mit Ueberzeugung,und ich bin frei von der Schuld die Du mir zugemuthet haſt

Alexander bezwang ſich gewaltſam. Die Ver⸗ ſicherung von Hedwigs Unbefangenheit berührte ihn wie ein ſcharfer Stahl.