Heft 
(1861) 11 11
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348
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Erinnerungen.

Illuſtrirte Blätter für Ernſt und Humor.

Der Auftrag.

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Herr:Jan! morgen früh weckſt mich Schlag drei Uhr auf. Bediente:Ganz wohl, Euer Gnaden, belieben nur gefälligſt zu läuten.

Was blieb alſo übrig, als ſchnell nach der Kirchen⸗ parade zum Friſeur zu gehen und die Haare ſtutzen zu laſſen.

Auf dem Wege dahin begegnet mir der Poſtwagen. Welche Ueberraſchung! Meine Marie, meine eigent⸗ liche, wahre Liebe ſitzt darin! Meine freudigen Gefühle, nach langer Trennung das holde Weſen, das ich das letzte Mal als Student geſehen, nun als Kadet, das heißt, als privilegirter Kurmacher wieder zu ſehen, ver⸗ mag ich gar nicht zu beſchreiben, denn ſie waren unbe⸗ ſchreibliche Gefühle!

Sie dürfte dich bemerkt haben, dachte ich.Wie freue ich mich, ſie heute im Elternhauſe zu treffen. Ihr Aufenthalt wird wohl nicht lange währen, denn ſie pflegt immer bald wieder abzureiſen. Wenn nur ſchon dieſes Ausrücken mit Sack und Pack vorüber wäre! Erſt um drei Uhr ſoll es ſtattfinden. Wie viele ſüße Stunden gehen da verloren!

Hlagen und ſagte:Schneiden Sie ſo, daß de pfne b

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Mit dieſem Wechſelſpiel der Gefühle von nHoftnung und Beſorgniß trat ich in die Barbier⸗ und Friſeurſtube, um mir die Haare ſcheren zu laſſen.

Wie wünſchen Sie, à la Bedouin oder na Vorſchrift?

Ich dachte an Marie. Mit einem Galeerenſträf⸗ lingsgeſicht konnte ich unmöglich vor ſie treten. Das HeJu oder vielmehr die Eitelkeit rief: à la Bedouin, Vernu pn⸗ und Pflicht: nach Vorſchrift. Ich ſuchte in dieſen zid ber

zeite der Meinungen die goldene Mittelſtraße wils

in wenig Friſur zu machen iſt. (Schluß folgt.)

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