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Feuilleton.
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In Berlin hat am Sonntag die Krinoline einen ſchweren Unfall veranlaßt. Ein Herr verwickelte ſich beim Begegnen einer Dame mit dem Fuße in die Reifen ihrer Krinoline und ſtürzte dadurch ſo auf's Steinpflaſter, daß er ſchwer verletzt in einem Wagen nach ſeiner Wohnung gebracht werden mußte. Ein ganz ähnlicher Fall wird aus London gemeldet, wo am 14. Oktober Dr. Dell vom Reifen einer Krinoline erfaßt zu Boden ſtürzte und den Knöchel brach..
Aus Kirchhain(in Kurheſſen) wird der„Zeit“ folgender Vorfall berichtet: Der zwölfjährige Knabe einer dortigen Witwe ſchlug auf der Straße mit einer kleinen Peitſche nach einem Hunde. Der Herr Landrath Rohde ſieht das vom Fenſter aus und herrſcht den Knaben an, ſofort auf das Landrathsamt zu kommen. Da der kleine Uebelthäter, wie man ſich denken kann, nicht gehorcht, ſondern alsbald davon läuft, ſo wird ein Polizeidiener befehligt, ihn aufzuſuchen und vorzuführen. Als das ge⸗ ſchehen, prügelt der Herr Landrath den armen Knaben höchſteigenhändig durch und läßt ihn 24 Stunden in's Amtsgefängniß einſperren. Hier ſchreit der zum Tode er⸗ ſchrockene Junge ſo kläglich, daß den Gefängnißwärter Mit⸗ leid erfaßt und er die Mutter desſelben holt, die dem Knaben während der Nacht Geſellſchaft leiſtet. Am andern Morgen wird der Junge von einem Polizeidiener aus dem Gefängniß nach der Schule gebracht.
Einen originellen Leſerkreis hat ſich eine Stutt⸗ garter Buchhandlung gewählt: Kappf's„Selige Stunden hingerichteter Perſonen“ werden von ihr„für Gefangene, namentlich aber zum Tode Verurtheilte“ empfohlen. Auch einem„häufig gefühlten Bedürfniß der Geiſtlichen wird das Büchlein entgegenkommen“, und mauche Gegner der Todesſtrafe werden aus dem„göttlich beſtimmten Gewiſſen der Hingerichteten“ zur Nutzanwendung gebracht!!!
Der fünffache Mord, deſſen, Schauplatz am ver⸗ wichenen Sonntag der verödete Zizkaberg geweſen, iſt noch immer der allgemeine Geſprächsgegenſtand. Man hält es kaum für möglich, daß ein Vater das Herz haben konnte, bevor er ſich ſelbſt das Leben genommen, ſeine eigenen Kinder auf ſo gräßliche Art, eines nach dem an⸗ dern, abzuſchlachten. Den Kindern hatte er die Adern kreuz und quer durchſchnitten und theilweiſe ganze Fleiſch⸗ ſtücke von ovaler Form aus den Armen herausgeſchnitten und dann ſich ſelbſt durch einen Schnitt in den Hals ntleibt. Man fand an dem Ort der That— einer Erd⸗ vertiefung an der Mauer des ehemals Hraba'ſchen Gartens in der Gegend des Gloriettes— zwei blutige Tranſchir⸗ meſſer und zwei geleerte Flaſchen. Die Flaſchen enthielten, wie man vermuthet, ein geiſtiges Getränk, mit welchem er ſeine Kinder betäubt und vielleicht auch in Schlaf ge⸗ bracht haben mochte. Die Leichen wurden zuerſt von einer Bahnwächterin, welche am Montag Nachmittags auf den Zizkaberg Moos ſammeln ging, entdeckt. Sie boten in threm blutübergoſſenen Zuſtande einen gräßlichen Anblick. Noch am Ahend verfügte ſich die ſtrafgerichtliche Beaugen⸗ ie Wänd Roöommiſſion an Ort und Stelle, worauf die die Fotankammer des allgem. Krankenhauſes ¹g geſchafft wurden. Der Mann, welcher die henda ghat verübt hat, hieß Auguſtin Zimmermann, müſſen, ander 1 Zi N 1 182— 5), wo er eine Grieslernahrung führte.
7,5 und 1 Jahren und das vierte ein vier Jahre noch A Mädchen. Ueber das Motiv der That iſt noch nichts
erſieht, Hauſe entfernte, bemerkte man an ihm nicht das ge⸗
pfübel und wurde deßhalb von ihrer ältern Schweſter or dem Schlafengehen am ganzen Kopfe mit Spiritus ewaſchen. Da kommt das Kind mit ſeinen Haaren einer
brennenden Lampe zu nahe und im Nu ſteht der ganze Kopf in hellen Flammen. Das unglückliche Kind ſtarb erſt nach zwölf Stunden unſäglicher Leiden.
Im Kontineutaltheater zu Philadelphia geriethen am 14. September zwölf Balletmädchen, die eben in der Garderobe Toilette machten, in Brand. Eine derſelben hatte ſich mit ihrem Flügelkleide einer Gasflamme genaht und brannte augenblicklich über und über. Zwei andere Mädchen, ihre Schweſtern, eilten ihr zu Hilfe und theilten ihr Schickſal. In Angſt und Schrecken ſtürzten die drei Brennenden in ein anſtoßendes Zimmer, welches eben falls voll Mädchen war. Die Folgen laſſen ſich denken. Mehre der armen Geſchöpfe ſprangen zum Fenſter auf die Straße hinaus. Alle trugen mehr oder minder ge⸗ fährliche Brandwunden davon... ſechs ſtarben nach wenigen Stunden.
Rieſenſtadt. Nach dem Temps zählt gegenwärtig Paris in ſeinen 20 Arrondiſſements 1,696.000 Einwohner, und das ganze Departement de la Seine 1,953.000.
Unter ſämmtlichen beim Viktoria⸗Theater in Berlin⸗ zur Feſtfeier des Krönungstages eingereichten Konkurrenz ſtücken hat das von Dr. Wilhelm Schröder verfaßte pa⸗ triotiſche Schauſpiel„Studenten und Lützower, ein Zeit⸗ bild aus dem Jahre 1813,“ den Vorzug erhalten. Dasſelbe wurde am 22. Oktober, als an dem Tage, an welchem König Wilhelm ſeinen Einzug in Berlin hielt, auf dem Viktoria⸗Theater als Feſtvorſtellung zur Aufführung gebracht.
Lang vorbedachter Selbſtmord. In Linz hat ſich am 14. Oktober ein Kommis mittelſt eines Piſtolenſchuſſes entleibt. Am 18. erhielt die Redaktion des„Abendboten“ durch die Behörde ein vom 19. Sept. datirtes Schreiben
des Selbſtmörders zugeſtellt; dasſelbe lautet wörtlich: „Euer Wohlgeboren! Erſuche Sie hiemit, beifolgende
Zeilen in Ihrem geſchätzten Blatte als Inſerat einzu ſchalten, zu welchem Zwecke ich 2 fl. ö. W. beilege, und empfehle mich Ihnen hochachtungsvoll. A. Schneider.“ Das Inſerat lautet:„Ich erlaube mir hiemit, allen meinen „Freunden und Bekannten anzuzeigen, daß ich mich nach reiflicher, jahrelanger Ueberlegung durch einen Schuß entleibt habe, und bitte, mich nicht gar zu ſtrenge zu beurtheilen und manchmal an mich zu denken. Linz, am 20. Sept. 1861. Auguſt Schneider.“
In Rom macht ein ſchrecklicher Selbſtmord großes Aufſehen und hat viele angeſehene Familien in Trauer verſetzt. Hr. Lazzari hat ſich am 6. Oktober in Gegenwart ſeiner Frau, ſeiner Töchter und ſeines Arztes erſchoſſen. Er hielt zwei Revolver in der Hand, einen gegen die Anweſenden gerichtet, den andern an ſeine Schläfe geſetzt, und während der Arzt einen Stuhl ergriff, um ſich zu vertheidigen und die That zu verhindern, drückte Herr Lazzari los und war kurz darauf eine Leiche. Er war ein ſehr vermöglicher und vielſeitig gebildeter Mann; eine ſeiner Töchter hatte vor zwei Monaten den Duca Altemps geheiratet.
In der Hauskapelle der Landesgerichts in Wien hatte am Kaplan Hr. P. Karl Böß eben die Segenmeſſe, welcher ſämmtliche männliche Sträflinge beiwohnten, geleſen und verneigte ſich eben nach beendeter Meſſe vor dem Altare, als plötzlich ein Sträfling, der 17jährige, bereits mehr⸗ mals wegen Diebſtahl abgeſtrafte Karl Weber, der als Miniſtrant fungirte, auf den Geiſtlichen losſtürzte und demſelben ein Meſſer in das Genick mit ſolcher Heftigkeit ſtieß, daß die Klinge zerbrach. P. Böß ſtürzte bewußtlos zuſammen und mußte fortgetragen werden. Die Meſſer⸗ klinge war ihm im Genick ſtecken geblieben, und die Aerzte erklärten nach ſofortiger Unterſuchung die Verletzung als eine ſchwere, die abſolut tödtlich geweſen wäre, wenn das Meſſer tiefer eingedrungen wäre. Der Verbrecher ſoll die That aus Rachſucht verübt haben, weil er auf Veranlaſſung des Kaplans wegen Verſpottung einer Pre⸗ digt einen Tag hatte faſten müſſen. Die d. 24 un. that entweihte Kirche wurd nee a benedieirt. ruſchigen
Strafanſtalt des k. k. letzten Sonntag früh der


