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252 Erinnerungen. Illuſtrirte Blätter für Ernſt und Humor.
Die vorſchriftswidrigen Sporen.
General:„Sie haben ja vorſchriftswidrige Sporen?“ Lieutenant(ſich faſſend):„Dieſelben wie der Herr General.“
General(ſich betrachtend):„Sie haben recht, Stunden für Ihre Sporen zum Profoßen.“
behält, das mit den alten Blättern und unbeſchädigten Laubpartien die ſchönſte Schattirung hervorbringt. Da ſolcher Maikäferfraß faſt alle 4 Jahre vorkommt, ſo iſt die Wirkung in der Landſchaft ſichtbar genug. Auch der bei Stockausſchlag bis zum Herbſt anhaltende Sommer⸗ trieb hat eine andere Belaubung und Farbe, die oft ganz roth wird. Im Herbſt geht die Farbe der Blätter im Oktober plötzlich in ein düſteres Braun über, ſo daß Eichen nur ſo lange zur Schönheit des herbſtlichen Waldes beitragen, als ſie noch grün ſind, während andere Bäume ſchon in Gelb und Roth übergehen. Dagegen iſt das Braunroth der jungen Blätter Ende Mai zwiſchen dem Lichtgrün anderer Bäume von prächtiger Wirkung. Das Laub fällt ſpät und bleibt bekanntlich an manchen Bäumen den ganzen Winter, beſonders bei Stockaus⸗ ſchlag und nach Maikäferfraß, wo der Saft noch lange in Thätigkeit iſt. Oft ſtoßen erſt die jungen Blätter Ende Mai die alten trocknen ab.— Iſt aber auch die herbſt⸗ liche Eiche nicht ſchön, ſo zeigt ſie ſich doch wieder herrlich und in der ganzen Eigenthümlichkeit ihres plaſtiſchen Weſens, wenn die Bäume völlig entlaubt daſtehen, wenn ſie ſich gegen den weißen Schnee oder den abendlichen Winterhimmel ſcharf abzeichnen, oder wenn ſie mit Eis⸗
darum gehen Sie zwölf Stunden für meine, und zwölf
kryſtallen(Duft oder Rauchfroſt) bedeckt, wie ein Schnee⸗ berg in der Sonne blitzen, während der niedrigere Wald umher von ihren Strahlen nicht getroffen wird. Wer dies nicht geſehen hat, kennt ſie noch nicht in ihrer ganzen Schönheit, und wer nicht das nackte Gerippe im Winter beobachtet, wird ſie nie kennen lernen. Gilt dies von den Laubbäumen im Allgemeinen, ſo gilt es doch ganz be⸗ ſonders von der Eiche. Welches Gewirr von Zacken und
Spitzen,— als ob 1000 Hirſchgeweihe vereinigt wären!
— Einen bedeutenden Eindruck machen auch die Wur⸗ zeln, wenn ſie, wie es im Walde der Fall iſt, bemooſt vom Stamme an frei über dem Boden liegen, bevor ſie eindringen, und oft den mächtigen Stamm faſt wie auf Stützen tragen. Wo ſie aber können, dringen ſie weit in die Tiefe, und auf ſie iſt es ſo recht zu beziehen, wenn Lenau(Waldlieder) ſagt:
„Die Wurzel holt aus ſelbſtgegrabenen Schachten
Das Moos des Stamms und treibt es himmelwärts.“
Dem ließe ſich noch viel hinzufügen, aber wir
müſſen ſchließen.(Nat.)
GOSN


