Heft 
(1861) 8 08
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Hermann Jäger: Deutſche Bäume. 251

Deutſche Bäume.

Von Rermann Jäger. 3. Die Eiche. (Schluß.)

ie Eichen ſind die bedeutendſten, mächtigſten Ge⸗

ſtalten unter den Bäumen unſerer Erdzone. An

Höhe von wenigen übertroffen, wird die Eiche

an Stärke des Stammes, an Breite der Krone

und Reichthum und Stärke der Aeſte nur ſelten

von einzelnen Linden, im Süden Europa's von Platanen und Kaſtanien erreicht. In Bezug auf den Höhenwuchs, Stärke und Alter ſind die einheimiſchen Eichen etwas verſchieden; doch will ich hier nur von den Eichen im Allgemeinen ſprechen. Wo die Eichen ihre mächtigen Aeſte frei nach allen Seiten entwickeln können, erreichen ſie keine bedeutende Höhe, und 80 Fuß dürfte das durchſchnittliche Maß für alte Eichen ſein. Doch kommen ſie auch oft über 100 Fuß vor und ragen dann weit über alle Waldbäume empor. So ſtand vor nicht langer Zeit noch bei Bamberg eine Stieleiche, welche 137 Fuß hoch war, und man hat Ueberlieferungen von 180 Fuß hohen Bäumen(Stieleichen). 120 bis 130 Fuß hohe Bäume ſind von beiden Arten nicht ſehr ſelten. Wahrhaft rieſig iſt die Stärke des Stammes. Noch im vorigen Jahrhunderte kannte man Eichen von 25 bis 30 Fuß Durchmeſſer. Der Oberförſter Kunze in Tolle in der Altmark ließ eine ſolche Eiche fällen, welche 30 Klaftern Holz gab. Bei Bemel an der Lahna in Heſſen ſteht eine Eiche von 15 Fuß Durchmeſſer. Ray erzählt in ſeiner Geſchichte der Pflanzen(1686 bis 1704), daß er in Weſtphalen noch Eichen von 30 Fuß Durchmeſſer geſehen habe. Noch ſtand bis auf die neueſte Zeit eine Eiche bei Saintes im Departement der unteren Charente in Frankreich, welche man für die größte noch lebende in Europa hielt, von 21 Fuß Stammdurchmeſſer(in 6 Fuß Höhe gemeſſen), nahe am Boden ſogar 27 Fuß ſtark, in welcher ein Kämmerchen von 12 Fuß Weite ausgehauen war. Dieſer Rieſenbaum hatte nur 60 Fuß Höhe, aber einen Kronendurchmeſſer von 120 Fuß. Eichen von 9 bis 10 Fuß Durchmeſſer ſind faſt in allen Gegenden Deutſchlands noch einzeln zu finden. Aber es bedarf ſo rieſiger Verhältniſſe nicht einmal, um den Charakter des Erhabenen auszudrücken. So ſind Stämme von 6 Fuß Durchmeſſer mit bedeutender Kronenausbrei⸗ tung, deren es überall noch gibt, ſchon bewunderungs⸗ würdige, mächtige Bäume. Sehr reich an alten ſchönen Eichen ſind die Parke von Muskau in der Niederlauſitz, von Morizburg in Sachſen, von Buchwald in Schle⸗ ſien, von Rheder und Bentheim⸗Steinfurt in Weſtphalen und andern Orten, wo ſie durch ihren freien Stand mehr in die Augen fallen, als im Walde. Am reichſten an alten ſchönen Eichen ſind die deutſchen Niederungen und Hügelgegenden zwiſchen den mitteldeutſchen Ge⸗ birgen und Oſt⸗ und Nordſee, beſonders näher am Ge⸗ birge, ferner die niedrigen Höhenzüge, die Ebenen und das Hügelland Süddeutſchlands bis in die Voralpen,

namentlich von Salzburg an weſtlich bis zum Schwarz wald, die Ufer der Torfmoore(Mooſe), Seen und Flüſſe. In eigentlichen Gebirgen ſind ſo mächtige Eichen ſeltener, doch finden ſich deren auch. An Schirmfläche (Kronenausdehnung) kommt kein Baum der Eiche gleich, wenn wir einige Linden ausnehmen. 100 Fuß Kronen⸗ durchmeſſer iſt ſehr gewöhnlich. Ich kenne eine Eiche bei Brückenau am ſüdlichen Fuße des Rhöngebirges, welche keine 4 Fuß Stammdurchmeſſer und noch keinen trocknen Aſt hat, alſo verhältnißmäßig noch jung(etwa 200 Jahre alt) iſt, die mit ihren 35 dichtbelaubten Aeſten eine Krone von 125 Fuß Durchmeſſer bildet, alſo noch mehr als die ſtarke Eiche in Frankreich.

Der Stamm, in der Jugend ſilbergrau und glatt bis zu einem Alter von ungefähr 60 Jahren, iſt meiſtens geradſchaftig und bildet ſich im Alter zu jenen eckigen, felsartigen Formen aus, welche wir an der Eiche ſo be⸗ wundern. Aber er hat faſt immer eine lothrechte Haupt⸗ richtung, was ſehr charakteriſtiſch iſt; denn alle Laub⸗ holzbäume nehmen Licht ſuchend, von andern Bäumen gedrängt, eine ſchräge Haltung an; die Eiche aber läßt ſich nicht drücken, ſie behauptet ihren Platz oder geht unter. Nur an Felſen und ſteilen Bergen kommen, in Folge von Schneedruck, krumme Eichen vor. Wo nicht umſtehender Hochwald es verhinderte, beginnen die Aeſte nahe am Boden, oft ſchon bei 10 Fuß Höhe, meiſt bei 15 bis 20 Fuß; daher iſt der Stamm faſt immer kurz, was bei ſeiner großen Stärke noch mehr auffällt. Schwarzgrau von Farbe, mit tiefriſſiger Rinde, voll Knoten und Beulen, im Walde moosbewachſener als jeder andere Baum, ſteht er da wie ein Felſenthurm. Und welch' ein Aſtbau! Kühn, wild, bald zackig, bald gerundet, wagerecht ausgeſtreckt, oder wie es im Walde und bei manchen Bäumen der Fall iſt, ſpitzwinkelig in Krüm⸗ mungen aufſtrebend, kaum einen Zoll lang gerade aus⸗ laufend, unendlich und doch überſichtlich getheilt, jeder Aſt oft ein Baum für ſich, mit allen Eigenſchaften des Stammes ſtehen ſie da:

Uralter Bäume Patriarchenzahl, Wie Geiſter der im Kampf Erſchlag'nen faſt, Ein ſtummes Händeringen jeder Aſt.(Anaſt. Grün.)

Die Belaubung der Eiche iſt reich und dicht, die unendlich vertheilten, kurzen, büſchelförmigen, dicht und nach allen Seiten ſtehenden Zweige breiten ihre herr⸗ lichen, buchtigen Blätter vom ſchönſten dunkeln Grün ringsum aus, und die Blätter ſtehen an den kurzen Zweigen alter Bäume oder Sträucher oft roſettenartig dicht beiſammen, freiſtehend, die Oberfläche auch nach unten gekehrt, wie ſonſt bei keinem andern Baume. Die Eiche belaubt ſich ſpät, in Norddeutſchland oft erſt gegen Mitte Mai, und erſcheint in den erſten Tagen braun, dann olivengrün, endlich erhärtend dunkelgrün. Es iſt aber gerade dieſes Grün in Miſchwaldungen, wie es faſt immer vorkommt, ſehr ſchön und zu einer ausdrucks⸗ vollen Farbenharmonie faſt nothwendig in der Land⸗ ſchaft. Von wunderbarer Schönheit wird die Belaubung der Eichen, wenn das junge Laub theilweiſe von Mai⸗ käfern abgefreſſen wurde und nun im Sommer licht⸗ grün nachtreibt und bis zum Herbſt eine hellere Farbe