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Emil Dietze: Die Hofburgbelagerung. 243
Bürgermeiſter Ulrich Holzer. Sich vor ihm ſicher zu ſtellen, nahm er zweihundert Bürger in ſeinen Sold und nannte ſie ſeine Leibwache. Um nun auch die Uebrigen an ſich zu feſſeln, ſicherte er ihnen, bis er im Stande ſein würde, ſie zu bezahlen, den Zoll einer ſeiner Städte zu.
So ſuchte Albrecht die Wirkung der Acht und des Bannes zu ſchwächen und ſich wieder in Ruhe und Sicherheit zu wiegen, ja, er fühlte ſich endlich ſo ſicher, daß, nachdem er durch die Landſtände hinreichend mit Mitteln zur Beſtreitung ſeiner Ausgaben verſehen wor⸗ den war, er ſeine Leibwache entließ und wie ſchon vor⸗ her ſorglos ſeinen Neigungen und Gelüſten fröhnte.
Wie es nicht anders kommen konnte, bewirkte Albrechts Verſchwendung, daß das ihm verwilligte Geld bald zur Neige ging. Die Ebbe in ſeinem Schatze veranlaßte ihn, unter dem Vorwande, den räuberiſchen Kriegsgeſellen ihren noch rückſtändigen Sold auszahlen zu wollen, von der Bürgerſchaft eine Schatzung zu begehren. Unwillig wurde er abgewieſen. Ohne Geld konnte der Erzherzog indeß nicht lange bleiben; es ſich zu verſchaffen, war er um Mittel eben nicht verlegen; er brauchte ja nur Anhänger ſeines Bruders aufzuſpüren, einzukerkern oder des Landes zu verweiſen und ihr Ver⸗ mögen zu konfisciren. Das that er denn auch ganz unverſehens und keineswegs in allzubeſcheidener Weiſe.
In Wien herrſchte ſchon ſeit lange Zwietracht zwiſchen den Bürgern und dem gemeinen Volk; von Tag zu Tag nahm ſie mehr überhand und Jeder war mehr darauf bedacht, ſich vor ſeinem Nachbar als vor den äußeren Feinden zu ſchützen. Dazu kam, daß Al⸗ brecht nicht aufhörte, alle möglichen Gewaltthaten zu verüben. Verbannung und Kerker, Geldſtrafen, Ver⸗ luſt des Vermögens, Brandmarkung durch glühendes Eiſen, Folter. Abhacken der Finger, die den Schwur
der Trens geleiſtet, das waren die Urtheilsſprüche, die zür Tagesordnung gehörten. An immer neuen Opfern fehlte es nie, denn Albrecht beſoldete ein gutes Heer
von Kundſchaftern. Wer in ihre Unzufriedenheit mit der Albrecht'ſchen Regierung einſtimmte, war, ehe er es noch ahnte, des Herzogs Gefangener. Die Angeberei ſtieg ſo ungeheuer, daß Eltern und Kinder und Eheleute einander mit Mißtrauen beobachteten oder wohl gar einander anſchuldigten. Das Elend war größer geworden, als es irgend je zuvor war.
Das war der Zeitpunkt, den Kaiſer Friedrich nicht vorübergehen laſſen durfte, wenn es je für ihn eine Ausſicht auf Erfolg gab; jetzt war ſie vorhanden. Emiſſäre über Emiſſäre gingen nach Wien und waren raſtlos thätig, die Kluft zwiſchen Albrecht und der Bürgerſchaft und dem Volke noch mehr zu erweitern und namentlich das Letztere auf Friedrichs Seite zu ziehen. Konnte Holzer für das Intereſſe des Kai⸗ ſers gewonnen werden, ſo war dies für Albrecht ein Hauptſchlag, und unter den gegenwärtigen Umſtänden war eine ſolche Aufgabe nicht mit zu großen Schwierig⸗ keiten verknüpft. Die Verhandlungen wurden eingeleitet und blieben nicht ohne den gewünſchten Ausgang; welche Beweggründe den Bürgermeiſter vorzugsweiſe
leiteten, in das Lager ſeines bisherigen Gegners über⸗ zutreten, dürfte ſchwer zu entſcheiden ſein; daß indeß der Eigennutz dabei eine nicht unbedeutende Rolle geſpielt, läßt ſich wohl kaum bezweifeln; und eben ſo ſehr kann man annehmen, daß er von der nur noch kurzen Dauer des Regimentes Albrechts überzeugt war. Einmal ein Verbündeter des Kaiſers, entwarf er einen Plan, die Stadt in deſſen Hände zu liefern, und Friedrich nahm ihn bereitwillig auf. So leicht aber war die Aus⸗ führung nicht.
Es war wirklich eine auffällige Erſcheinung, daß einer von des Kaiſers Regierungsäthen, einer ſeiner treueſten Anhänger, der Propſt von P eßburg, während dieſer ganzen Zeit unbeläſtigt in Wien gewohnt hatte, ja es ließ ſich kaum erklären, wie es möglich geworden war, daß dieſer ſelbe Propſt Albrechts Vertrauen erworben; genug daß es ſo war. Nichtsdeſtoweniger ging der Prälat damit um, dem Kaiſer die Stadt wieder zu überliefern, und gelang ihm dies, ſo ſollten ſechs⸗ tauſend Gulden des Preßburgers Anhäu glichkeit be⸗ lohnen. Um dies ſchneller zu erreichen, trat er mit Ulrich Holzer, der um dieſe Zeit bereits dem Kaiſer die Zuſage ſeiner Beihilfe gegeben, in Verbindung, und dieſer verſprach ihm, die Unterſtützung der Viertels⸗ und Zunftmeiſter zu erwirken. Alſo ging man an's Werk.
Unfern der Sradt lagerten unter der Auführung Auguſtin Triſtams vierhundert Reiſige des Grafen⸗ eggers. Dieſe in die Stadt zu bringen, ſollte die erſte Maßregel ſein. Der Propſt Georg übernahm die Verabredung mit dem Grafenegger und Holzer die Einführung der Krieger in die Stadt. Das Volk, dem daraus nur zu leicht Anlaß zu Argwohn, wo nicht gar zu einem Aufruhr gegeben, durfte davon nichts erfahren; ihm, dem Manne des Volkes, mußte Alles daran liegen, daß Alles, was er unternahm, den Anſchein erhalte, als geſchehe es zum Beſten der Gemeine.
Unter dieſen Vorbereitungen kam die Charwoche heran. Am Charfreitage eilten vertraute Boten durch die Stadt, um die Rathsherren, die vornehmſten Bürger und die Handwerksgeſchworenen zu einer vertraulichen, das Gemeinwohl betreffenden Berathung in ſeine Woh⸗ nung zu entbieten. Daß etwas Wichtiges im Werke ſei, ahnte Jeder und darum blieb Keiner aus; fiel es aber ſchon auf, daß jedem Haufen ein anderes Gemach zur Verſammlung angewieſen wurde, ſo befremdete es die Eingeladenen noch mehr, daß ſich der Beginn der ver⸗ ſprochenen Mittheilung bis zu einer ſpäten Stunde verzögerte. Zeichen von Ungeduld wurden laut. Holzer war überall, um den Unmuth zu beſchwichtigen. Es ſeien noch nicht Alle beiſammen, verſicherte er, und die, welche fehlten, wären eben ſolche, von denen er wiſſe, daß ſie Alles, was vorgehe, dem Fürſten hinterbrächten.
„Dann müßt Ihr als Bürgermeiſter eine ſolche Untreue von Amtswegen beſtrafen!“ warf ihm Holo⸗ brunner ein,„denn ſie allein iſt ſo lange ſchon die Quelle aller Unruhen der Bürger geweſen.“ Ohne etwas zu erwiedern ſchlüpfte Holzer aus dem Zimmer, denn er hörte in dieſem Augenblicke den Richter Kirch⸗
heim mit noch drei anderen Rathsherren daherkommen, 3
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