Heft 
(1861) 7 07
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Die Lungenſchwindſucht. 217

nen ꝛc. vorzugsweiſe von der Lungenſucht heimgeſucht werden und ihr zum Opfer fallen.

Alle Krankheitsſtoffe, wenn ſie ſich auf die Lungen werfen, können die Krankheit erregen, und ganz beſon⸗ ders kommt dies bei verkehrter Behandlung der Gicht, des Rheumatismus, der Skropheln und bösartigen Aus⸗ ſchlagskrankheiten vor. Dasſelbe bewirken auch unter⸗ drückte gewohnte Blutausleerungen(worunter nicht etwa das Blutlaſſen durch Adernöffnung zu verſtehen iſt), die plötzliche Unterdrückung des Fußſchweißes und Aehnliches.

Endlich läßt ſich nicht läugnen, daß bei einem hohen Grade von eiteriger Lungenſchwindſucht ſich aus den Lungen ein Anſteckungsſtoff entwickeln kann, der die Kranheit Anderen, welche dazu disponirt ſind und in naher Verbindung mit einander leben, z. B. Eheleuten oder Stubengenoſſen, mitzutheilen vermag, ja ſelbſt in lange gebrauchte Federbetten und Kleidungsſtücke über⸗ tragen werden kann. Dieſe Uebertragung des Anſteckungs⸗ ſtoffes geſchieht in ſüdlichen Gegenden leichter als in nördlichen.

Der Verlauff der chroniſchen Lungenſchwindſucht iſt ſelten gleichmäßig, in der Regel taktweiſe mit einzel⸗ nen Verſchlimmerungen und dazwiſchen liegenden ruhi⸗ gen Zeiträumen. Ihr gewöhnlicher Ausgang iſt der Tod, und wenigſtens der ſechſte Theil der Menſchen fällt ihr zum Opfer. Sie tödtet am häufigſten durch Erſtickung in Folge von Ueberfüllung der Lungen mit ſchaumigen Auswurfsſtoffen; ſeltener durch Herzlähmung oder Er⸗ ſchöpfung in Folge der ſchwächenden Diarrhöen, oder

durch Blutleere.

Die Heilung der Lungenſucht geſchieht in eini⸗ gen ſeltenen Fällen von ſelbſt und erfolgt dann durch Stillſtehen der Knötchenbildung und Vertrocknen der

ſchon gebildeten Maſſen; doch iſt die Ausſicht auf Hei⸗

lung bei der konſtitutionellen oder erblichen Anlage zur Schwindſucht niemals günſtig, denn hier liegt der Keim der Krankheit in der Organiſation ſelbſt und das ganze Leben iſt ein fortwährendes Streben, denſelben zu ent⸗ wickeln. Bei dem weiblichen Geſchlechte kann ſie bis in die Jahre ohne Lebensgefahr ſein, in welchen der Ueber⸗ gang zum Alter liegt, dann aber iſt die Kranke entſchie⸗ den gefährdet. Oft ſchnell zum tödtlichen Ausgange füh⸗ rend iſt die Krankheit bei jugendlichen Perſonen vor vollſtändig erreichter Körperreife und ſogar noch ſpäter, etwa vom ſechzehnten Jahre an bis zum dreißigſten. Es iſt dies die Zeit, wo das Blutleben vorherrſcht und die Leidenſchaft das Blut immer nach Herz und Lunge drängt; daher in dieſer Zeit die meiſten Lungenſüchtigen vorkom⸗ men. Nach dem dreißigſten Lebensjahre wird die Krank⸗ heit nach und nach etwas weniger gefährlich, obſchon ihre Nachwehen oft bis in's höchſte Alter hinein noch auf den verſchiedenen Wegen Opfer fordern. Nach dem Wochenbette ausbrechende Lungenſuchten tödten um ſo ſchneller, weil ſie vorher durch die Schwangerſchaft unter⸗ brochen worden waren. Kommt die Krankheit durch Unterdrückung der Fußſchweiße, gewiſſer Abſonderungen, oder der flechtenartigen Hautausſchläge zum Vorſchein, ſo iſt ſie ebenfalls gewöhnlich unheilbar.

Die Behandlung muß ſich hauptſächlich darauf

Erinnerungen, LXXXII. 1861.

beſchränken, den drohenden Ausbruch der Krankheit zu verhindern, oder das ſchon vorhandene Uebel zu mildern. Eigentliche Arzeneien ſind aber zu dieſem Zwecke von geringem Nutzen und nur bei einzelnen gefährlichen Symptomen anwendbar. Die Grundideen der Behand⸗ lung ſind daher folgende.

Der Schwindſuchts⸗Patient muß eine trockene, ſon⸗ nige, wohlgelüftete Wohnung und Schlafſtätte beziehen, am Beſten ſich fleißig im Freien auf dem Lande, in wal⸗ digen, bergigen, jedoch nicht rauhen und gegen ſcharfe Nord⸗ und Oſtwinde geſchützten Gegenden aufhalten und friſche Waldluft, beſonders den Duft von Nadelhölzern einathmen. Während der kälteren und ſtürmiſchen Mo⸗ nate iſt es am zweckmäßigſten, den Kranken ganz in der gleichförmigen Temperatur des Zimmers zu erhalten, dann aber durch fleißiges Lüften, Vermeidung von Staub, Rauch und Tabaksqualm und durch Aufſtellen grüner, häufig mit Waſſer beſprengter Pflanzen für eine geſunde und reine Luft zu ſorgen. Das ſicherſte Mittel zur Ver⸗ hütung der immer wiederkehrenden Verſchlimmerungen und Rückfälle, welche den Kranken zuletzt aufreiben, iſt jedenfalls die rechtzeitige Ueberſiedelung in ein milderes Klima, welches man bald trocken, bald feucht wählt. Im erſteren Falle wird man daher Malaga, Malta, Algier oder Kairo, im letzteren Falle aber Madeira, Piſa, Hyé⸗ res, Pau, Rom oder Palermo zu wählen haben. Oftmals nützen zu demſelben Zwecke auch gewiſſe Gegenden des deutſchen Vaterlandes, z. B. Wiesbaden, Baden⸗Baden, Meran, ferner die Gegend des Genfer Sees u. ſ. w., oder, wenn eine ſolche Luftveränderung nicht möglich ſein ſollte, das Tragen eines Reſpirators vor dem Munde während der rauhen Jahreszeit.

Das anhaltende Sitzen mit zuſammengepreßtem Körper iſt unbedingt zu unterlaſſen. Die Athmungswerk⸗ zeuge ſind unter den nöthigen Vorſichtsmasregeln fleißig zu kräftigen, zu üben und zu tiefen Einathmungen anzu⸗ regen, wozu gymnaſtiſche Uebungen, namentlich mit den Armen, ferner Fahren, mäßiges Reiten und Bergſteigen kleine Fußreiſen, Gartenarbeit, lautes Vorleſen, Sprechen und Deklamiren nützen, hingegen heftigere erhitzende An⸗ ſtrengungen durch Tanzen, Laufen, Schreien u. ſ. w. ſchädlich ſind. Kalte Waſchungen der Bruſt und des Rückens mit Waſſer, verdünntem Branntwein, Eſſig, Terpentinöl, Rosmarinſpiritus und dergleichen, ſowie im Sommer die kühlen Fluß⸗, See⸗ oder Soolbäder, im Winter die ruſſiſchen Dampfbäder dienen bei noch nicht zu weit gediehener Krankheit zur Kräftigung der Ath⸗ mungsmuskeln, ſowie zu der hier ſo wichtigen Hautkultur und zur Abhärtung gegen die ſo häufig eintretenden Er⸗ kältungen. Katarrhe ſind, wie ſchon oben geſagt, auf jede Weiſe zu vbermeiden und die ausbrechenden baldigſt energiſch zu beſeitigen. Hierzu nützt beſonders in der rauhen Jahreszeit die Flanellbekleidung auf der bloßen Haut, das Warmhalten der Füße durch wollene Strümpfe, Kork⸗ oder Gummiſohlen, die Speckeinreibungen des ganzen Körpers ꝛc.

Die Diät wird faſt ohne Ausnahme kräftigend, jedoch, den beſonderen Verhältniſſen des Patienten ent⸗

ſprechend, bald reizend, bald mehr kühlend, reizlos und

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