Heft 
(1861) 7 07
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Die Lungenſchwindſucht. 215

Die Krankheit kann, je nach der Art ihres Auf⸗ tretens oder dem Alter des Patienten, in wenigen Tagen oder Wochen zum Tode führen, aber auch Jahre lang den Behafteten quälen und nur nach langer Dauer die Urſache ſeines Todes werden.

Die Fälle der erſtern Art bezeichnet man im ge⸗ wöhnlichen Leben mit dem Namen der galoppirenden Schwindſucht, und dieſe Art der Krankheit rafft ihre Opfer meiſt in der Blüthe des Lebens hinweg. Die gewöhnliche Lungenſchwindſucht aber entwickelt ſich in der Regel, beſonders als Konſtitutionskrankheit, in folgender Weiſe:

Die Lungen werden vorzugsweiſe an der Spitze von theils einzeln verſtreuten, theils gruppirt beiſammen ſtehenden Knötchen durchſetzt, zwiſchen welche ſpäter, in Folge hinzutretender Entzündung, eine der Krankheit eigenthümliche Anfüllung der einzelnen Lungenzellen hinzutritt, welche dieſelben luftleer und dicht macht, und ſie durch neuen Anſatz nach außen hin mehr und mehr vergrößert. Inmitten dieſer zuſammengeballten Knötchenmaſſen beginnt die Erweichung, Schmelzung und Vereiterung derſelben; die geſchmolzene eiterähnliche Maſſe entleert ſich endlich in die nächſten Luftröhren⸗ äſte und hinterläßt eine mehr oder weniger große Eiter⸗ höhle(das ſogenannte tuberkulöſe Lungengeſchwür), welche ſpäter verjauchend um ſich frißt, oder in ſelte⸗ neren Fällen ſich wieder ſchließt und vernarbt. Der ganze Krankheitsproceß kann aber auch auf jeder ſeiner vier Stadien(der Knötchen⸗Ablagerung, der Erweichung, der Geſchwürbildung und der Vernarbung) zum Still⸗ ſtand und zur allmäligen Heilung gelangen, obſchon dieſer letztere Fall immer zu den großen Seltenheiten gehört, ſobald ſich ſchon bedeutende ſchwindſüchtige Zufälle eingefunden haben.

Dieſem anatomiſchen Verlaufe entſprechend, zeigt die konſtitutionelle Lungenknotenſucht im Stadium der Ablagerung ſchon charakteriſtiſche Zeichen. Der Bruſt⸗ kaſten wird an ſeinem obern vordern Theile platt, flach und ſchmal, die Gruben ober⸗ und unterhalb der Schlüſ⸗ ſelbeine ſinken ein, das Bruſtbein ſenkt ſich nach ab⸗ wärts, ſo daß der Hals länger und magerer erſcheint und die Schlüſſelbeine ſchräg nach innen gerichtet ſind. Die den verdichteten Lungentheilen entſprechenden Rippen ſind weniger beweglich, während der Rücken ſich in dieſer Gegend etwas nach vorn krümmt, ſo daß die Schulterblätter flügelartig abſtehen. Nach unten hin aber verlängert ſich der Bruſtkaſten in mehr oder weniger ehlindriſcher Form, ſo daß die falſchen Rippen mit weiten Zwiſchenräumen ſchräg nach dem Becken herab⸗ ſtehen.

15 Gleichzeitig beginnt der Kranke häufig kurz und trocken zu hüſteln, beſonders nach Körperbewegungen, Treppenſteigen, ſehr tiefem Einathmen und nach den leiſeſten Hautverkühlungen, gegen welche er immer em⸗ pfindlicher wird. Dieſe Zufälle treten daher beſonders früh nach dem Aufſtehen, nach Gemüthsbewegungen und anderen Aufregungen ein. Sein Athem wird kürzer, beſonders das Einathmen, auch wohl ſtoßweiſe gebrochen und beſchleunigter, nadentlich bei den genannten Ver⸗

anlaſſungen, welche auch leicht Beklemmung oder Herz⸗ klopfen nach ſich ziehen. Die Stimme wird matter, die Muskeln welker und die Haut zeigt ſich bei verſuchter Faltenbildung ſchlaffer und dünner. Die Hautfarbe wird nach und nach die der Schwindſucht eigenthümliche, d. h. graulich⸗weiß oder gelblich⸗fahl; die früher rothen Wangen erbleichen entweder ganz, oder es findet ſich ſpäter eine eigenthümliche Wangenröthe ein, die ſoge⸗ nannten Schwindſuchtsroſen. Die Haut ſchwitzt leichter, beſonders des Nachts, vorzüglich aber gegen Morgen, oder nach Huſtenanſtrengungen.

Hier und da erſcheinen an verſchiedenen Stellen der Bruſt, des Rückens, oder des Zwerchfells leichte flüch⸗ tige Stiche, oder anſcheinend rheumatiſche Schmerzen der Bruſt⸗ oder Rückengegend. Der Puls iſt gewöhnlich beſchleunigt und ſehr veränderlich. Geiſtige Verſtimmt⸗ heit, wechſelfieberartige Anfälle, Bleichſucht, anſcheinende Magen, oder Leberſtörungen und andere oft ſehr täu⸗ ſchende Erſcheinungen können dieſen erſten Jeitraum der Lungenſchwindſucht begleiten, bei welchem der Aus⸗ wurf bald ganz fehlt, bald dem gewöhnlichen katarr⸗ haliſchen gleicht, doch zuweilen ſchon blutſtreifig oder ganz blutig iſt. Oftmals iſt die eintretende Lungen⸗ blutung das erſte auffallende Zeichen der begonnenen Lungenſchwindſucht.

Im Stadium der Erweichung oder des eiterigen Zerfließens einzelner Knötchenmaſſen tritt hierzu der eigenthümliche eiterig⸗ſchleimige Auswurf, der chroniſche Katarrh größerer Luftröhrenäſte und die Zerfreſſung größerer Blutgefäße. Der Auswurf fängt daher an, reichlicher und großklumpig zu werden, und enthält den aus den Lungenknötchen(Tuberkeln) erzeugten Eiter. Dieſer Eiter iſt gewöhnlich in grobſchaumigen Luft⸗ röhrenſchleim eingehüllt, ſo daß er auf dem Waſſer ſchwimmt und von da nach dem Boden des Gefäßes die in einem feinen Schleimröhrchen eingeſchloſſenen Eiterkügelchen in Form gelblicher feiner Fäden ſenkrecht herabfallen läßt, welche ſich ſodann am Boden des Gefäßes in horizontalen Schichten anſammeln und beim Umrühren das Waſſer milchig trüben. Uebrigens iſt der Auswurf der Schwindſüchtigen nicht immer ganz genau von der oben beſchriebenen Beſchaffenheit, ſondern von der verſchiedenſten Farbe, Konſiſtenz und Miſchung, bald übelriechend und jauchig, bald mehr eiterig oder ſchleimig, auch theilweiſe im Waſſer zu Boden ſinkend.

In dieſem Stadium beginnen auch, wenn ſie nicht ſchon früher eintraten, häufigere und reichlichere Anfälle von Bluthuſten, wobei das Entleerte bald roth, bald ſchwärzlich, mit oder ohne Schaum, flüſſig, feſt oder locker geronnen, eiterhaltig oder in Eiter und Schleim eingehüllt ſein kann. Auch erſcheint jetzt gewöhnlich das charakteriſtiſche hektiſche Fieber mit Fröſteln und Nach⸗ mittags eintretender Hitze, nächtlichen, ermattenden Schweißen, fliegender Wangenröthe u. ſ. w.

In dem folgenden Stadium d ankheit ent⸗ wickeln ſich die angegebenen Symptöme entweder in weit höherem Grade und der Patient geht in längerer oder kürzerer Zeit an gänzlicher Entkräftung durch reichliche Schweiſe und innerliche Eiterung zu Grunde,

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