— eſe Zeit ſchaften ds, der Burg
ſeien.
ernſtli tſchluſſ
veſenden
c gleichen rſtrichen,
verſtrei⸗
eßt wer⸗
gannen
clichſte.
uppen . ün n wicht en ſehen
beſchrie⸗
llles um⸗ Die
cit durch il zu
Emil Dietze: Die Fofburgbelagerung. 213
und es wurde ihr ſchwer, dem Kleinen begreiflich zu machen, daß ſie Gott bitten müßten, damit er ihnen nur das liebe Brod erhalte.
Da zeigten ſich mitten unter den Belagerern einige Züge des Mitleids. Sigmund von Schaumberg ſchickte dem Kaiſerſohn Eier, Mehl und andere leichte Speiſen. Keiner der Bürger, ſelbſt Holzer nicht und Herzog Albrecht widerſetzten ſich dem, aber die wacht⸗
haltenden Bauern riſſen dem Boten ſeine Laſt ab, war⸗
fen Alles auf die Erde und traten es mit Füßen. Ein Anderer, einer von des Kaiſers Hofdienern, ein ſieben⸗ bürgiſcher Schneider Namens Kronber ger, der durch Zufall von ſeinem Herrn ausgeſchloſſen worden war, ging vorſichtiger zu Werke. Er verſtändigte ſich mit ſeinen Freunden in der Burg, und ließ ſich im Dunkel der Nacht beladen mit allerhand Geflügel von ihnen aus dem Burggraben mit Stricken heraufziehen. Sein Sohn, ein Student, folgte ſeinem Beiſpiele. Alles, was er an Geld ſein nannte, und das waren vier Gulden, gab er für Geflügel aus, und gleich ſeinem Vater ließ er ſich nach vorausgegangener Verabredung in die Burg ziehen. Zum Lohn für dieſe Opferbereitwilligkeit machte ihn der Kaiſer zum Edelmann, nachmals zum Burg⸗ grafen, und der dankbare Maximilian verlieh ihm, nachdem er den Kaiſerthron beſtiegen, den Titel eines Domheern und bereicherte ihn durch ſechzehn Präbenden. Viktorins ſechstauſend Böhmen und das kaiſer⸗ liche Heer lagerten noch immer bei Enzersdorf; ſie be⸗ gnügten ſich mit kleinen Angriffen auf die Vorſtädte, die indeß ſo gut wie gar keinen Erfolg hatten. Den Hauptſtreich verſparten ſie bis zur Ankunft Georg von Podiebrads. Es gelang ihnen auch, dieſe Ab⸗ ſicht den Eingeſchloſſenen durch einen Boten Vikto⸗ rins unter dem Schutze der Nacht mitzutheilen. Vik⸗ torin erbot ſich jedoch, falls die Gefahr dringend ſei, den Angriff zu beſchleunigen, und ein angezündetes Feuer bei Nacht, oder ein ausgeſtecktes weißes Fähnlein bei Tage ſollte als Zeichen dazu dienen. Friedrich ſäumte nicht, es zu geben, denn die Noth in der Burg war groß und baldige Hilfe that noth, er ſendete auch Boten ab, damit mit einem kräftigen Angriffe nicht länger gezögert werde. Die Wachſamkeit der Bürger ver⸗ eitelte indeß, zum Theil wenigſtens, den beabſichtigten Zweck; einer der Boten wurde aufgefangen, und die Wiener erhielten Zeit, ſich zur Gegenwehr zu rüſten. Wiewohl der November bereits bis zur Mitte vor⸗ geſchritten war, ſo ſetzte ſich das kaiſerliche Heer doch noch am ſelben Tage in Marſch, zog über St. Gilgen⸗ kirch und übernachtete in Gumpendorf. Am frühen Mor⸗ gen des darauf folgenden Tages ſtanden Viktorin, Andreas Baumkircher und Schaumberg mit ihren Kriegern in Schlachtordnung, und zogen durch die Weingärten der St. Ulrichsvorſtadt zu. Wilhelm von Buchheim, Heinrich Strein und Wolfgang von Roggendorf, welcher letztere das öſterreichiſche Panier trug, ſtürmten den Uebrigen voraus auf die Wälle zu; allein ſie fanden die Bürgerſchaft ſchon zu ihrem Empfange bereit. Ulrich Holzer hatte zwan⸗ zigtauſend Mann zur Vertheidigung auf die Wälle po⸗
ſtirt und Albrechts Kriegsleute ſtanden hinter dieſen, um Diejenigen, welche feiger Weiſe die Reihen verlaſſen wollten, wieder zum Kampfe zu treiben.
Dreimal ſtürmten die Kaiſerlichen gegen die Wälle, der ſtark gefallene Schnee machte ihnen das Erklimmen derſelben unmöglich. Die in der Burg Eingeſchloſſenen, die das vergebliche Abmühen ihrer Hilfsvölker von ihren Thürmen aus beobachten konnten, gedachten ihnen zu Hilfe zu kommen. Es konnte dies auf keine andere Weiſe geſchehen, als indem ſie die nächſtgelegenen Häuſer in Brand ſteckten: aber die ausgeworfenen Feuerbrände verlöſchten im hohen Schnee.
Der Graben unterhalb des Walles war mit feind⸗ lichen Leichen angefüllt, als endlich die Kaiſerlichen den Kampf aufgaben und ſich nach Gumpendorf zurückzogen. Die dadurch ermuthigten Wiener machten einen Ausfall durch die⸗Ulrichspforte, verfolgten die Fliehenden und kehrten mit zwei erbeuteten groben Geſchützen wieder heim. Zweihundert Böhmen und Oeſterreicher bedeckten den Wahlplatz, während der Verluſt der Bürger kaum nennenswerth war, und mehr in Verwundeten als in Todten beſtand. Die Wiener waren über ihren Sieg ſo erfreut, daß ſie jubelnd und lärmend und mit Muſik durch die Straßen zogen, ſich allen Ausgelaſſenheiten hingaben, und in der Ueberzeugung, daß der Kaiſer nunmehr in ihrer Gewalt ſei, die Belagerung der Burg mit neuem Ernſt wieder aufnahmen.
Ihr Triumph war nicht von langer Dauer. Es verbreitete ſich plötzlich die Nachricht, König Georg Podiebrad nahe ſich der Stadt mit neuntauſend kriegsgeübten Leuten. Angſt und Beſtürzung war auf Aller Geſichtern zu leſen, wie konnten ſie hoffen, ihm zu widerſtehen? Die Furcht ſpiegelte den bisher ſo über⸗ müthigen Bürgern die entſetzlichſten Schreckgebilde, Gal⸗ gen, Schwert und Rad, vor, und eine Kapitulation, die ihnen Leib und Gut ſicher ſtellte, war ihr nächſter Gedanke.
Da verkündete der Wächter auf dem Stephans⸗ thurme, daß von Korneuburg her eine Reiterſchar heran⸗ ziehe. Schon fürchtete man die Ankunft des Böhmen⸗ königs ſelbſt. Noch war er es nicht, er ſendete nur ſeine Abgeſandten Zdenko von Sternberg und Zet⸗ riſch von Tſchernaho mit fünfzig Reitern voraus. Ehe ſie noch der Erzherzog Albrecht vor ſich ließ, um ihre Botſchaft, die er wohl ahnte, zu vernehmen, griff er die Burg aufs Heftigſte an, damit er noch vor der Ankunft des Königs Herr derſelben und des Kaiſers werde. Von der Burg aus wehrte man ſich indeß mit dem Muthe der Verzweiflung, und Albrecht mußte weichen. Nun erſt empfing er im Verein mit dem Ma⸗ giſtrat Georgs Abgeſandte etwas freundlicher. Er gab ſich den Anſchein, als bedauere er ſeinen Bruder, und zeigte ſich geneigt, auf die vorgeſchlagenen Friedens⸗ unterhandlungen einzugehen.
Nachdem ihm von Georg ein freies Geleit zuge⸗ ſagt war, ritt er in deſſen Lager nach Kopneuburg und wurde dort mit Vorwürfen empfangen, weil ſelbſt unter Ungläubigen Brüder ſich nicht zu bekriegen pflegten, und
weil es noch weniger löblich ſei, daß Unterthanen gegen ihre angeborene Obrigkeit die Waffen ergriffen, und ſich


