Heft 
(1861) 7 07
Seite
211
Einzelbild herunterladen

wenig da 9

uch bei⸗

dei allen raft und dl in der kommt, ſogleich elbſtver⸗ uch nur

binden hen zum ben, um der her⸗ Att iſt 1, unter Sänger, döher ge⸗ bichen⸗ Symbol jſtock die obſchon geſehen deuſſch inweiſt

h früher ais dazu

ir mehr naniſche dürfen n ſolcher Deutſh⸗ auptgott

Emil Dietze: Die Hofburgbelagerung. 211

geweiht, mochte er Wodan, Perun, Zeus oder Jupiter heißen, und Frankreich, England, Polen, Ungarn und andere Länder, wo Eichen gedeihen, haben ebenſo ſchöne und ebenſo denkwürdige, mit ihrer Vorzeit verwebte Eichen. Wir ſollten daher vondeutſchen Eichen ebenſo wenig reden, wie von einem freiendeutſchen Rhein ſprechen, da in der That beide nicht eigenthümlich deutſch ſind, und der Rhein noch dazu unfrei iſt. Daß unter deutſcher Eiche nur die Winter⸗ oder Steineiche zu verſtehen ſei, und nur dieſe jene heiligen Bäume gebildet habe, wie behauptet wird, iſt gewiß falſch; denn gerade die ſtärkſten Eichen ſind nicht von dieſer Art, und ſie iſt in den Niederungen Deutſchlands, welche doch das eigentliche Eichenland bilden, ſehr ſelten und nur in den Bergen zu Hauſe. Allerdings nannten die Römer die in Germanien wachſenden Eichen Robur, welchen Namen jetzt die Wintereiche führt, aber damit meinten ſie beide Arten. Können doch jetzt nur wenige Menſchen beide Eichen ſicher unterſcheiden! Es iſt ferner nicht wahr, daß dieſe Eiche außerhalb Deutſchlands nicht ſehr ver⸗ breitet ſei und nicht ſo gut gedeihe; denn obſchon ſie an den Alpen ihre Südgrenze findet, ſo geht ſie doch ſehr weit nach Norden. (Schluß folgt.)

Die Hofburgbelagerung. Ein dunkles Blatt aus Wiens Vorzeit.

Von Emil Dietze. (Fortſetzung.)

2 ohl mochte es dem Kaiſer ſchwer um's Herz ſein, als er von den Fenſtern ſeiner Hofburg aus den wilden Tumult der Bürger und ihre Anſtalten, ihn zu belagern, gewahrte, aber ein Blick auf ſeine Freunde, wie gering ſie auch an Zahl waren, mußte ſeinen Muth

heben. Ein Häuflein von nur zweihundert Mann um⸗ ſcharte ihn. Sie machten ſich auf einen heißen Kampf gefaßt und rüſteten ſich zu hartnäckigem Widerſtande. Wer eine Waffe tragen konnte, nahm ſie zur Hand; ſelbſt der Probſt von Preßburg vertauſchte das geiſtliche Gewand mit dem Harniſch und nahm einen der zu vertheidigenden Poſten ein. Friedrich hatte ſich in⸗ zwiſchen ebenfalls von ſeinem erſten Schrecken erholt, und im Vertrauen auf die Gerechtigkeit ſeiner Sache und die Ausdauer ſeiner Freunde beſchloß er, ja ſchwur er, die Burg bis auf den letzten Mann zu vertheidigen und wenn ſie ſein Grab werden ſollte.

Die Feindſeligkeiten begannen. Wer den Anfang machte, iſt in Dunkel gehüllt. In der Stadt behauptete man, aus der Burg ſei zuerſt auf einige arglos vorüber⸗ gehende Männer mit Pfeilen getödtet worden. Erſt in gerung ernſtlicher Tune

niederriß und das ve Geſchüt

Bürger hatten ſich ſicherlich den Sieg ziemlich leicht vorgeſtellt, darum erſtaunten ſie auch nicht wenig, als man ihnen mit Stücken antwortete und als aus Mör⸗ ſern abgefeuerte große Steine die Belagerungsluſtigen ſchnell zerſtäubten.

Wer die mächtigen Steinklumpen hatte die Erde aufwühlen ſehen, floh, ohne Verlangen zu tragen, ſich ſelbſt allzu großer Gefahr auszuſetzen. Zum Glück waren nicht Alle ſo verzagt. Die Beherzteren ſammelten ſich und hielten Zinkendorfers Geſchoſſen, die meiſt gut gerichtet waren, Stand, nur daß man ſich nicht in unmittelbare Nähe der Burg wagte und daß man die Angriffe aus den naheliegenden Häuſern fortſetzte oder auch wohl Fäſſer vor ſich her wälzte, um den feindlichen Kugeln nicht die volle Perſon preiszugeben.

Drei Tage gingen vorüber, ohne daß man das Ganze hätte mehr als eine Spielerei nennen können, denn man wechſelte Schüſſe, die Niemand ſchadeten. Die Wiener ſahen, daß ſie ſo nichts erreichten; ſie fingen an, Erdbatterien aufzuwerfen und ſie mit ihrem ſchwe⸗ ren Geſchütz zu bepflanzen. Die Stampfmühle war das nächſte Ziel ihrer Kugeln; ſtürzte ſie ein, ſo mußte ſie nothwendiger Weiſe den Schloßbrunnen verſchütten, und geſellte ſich zu dem Mangel an Lebensmitteln noch der an Waſſer, ſo war die Einnahme der Burg weſentlich erleichtert, die Inſaſſen wurden wohl gar gezwungen, ſie zu übergeben. Drinnen war man aber auch klug und durchſchaute die Abſicht der Belagerer. Chriſto ph Quoß vereitelte ſie, indem er den gefährdeten Brunnen durch Pfähle und durch ein Pfoſtendach ſchützte.

Die Wiener verſchwendeten eine Zeit lang ihr Pul⸗ ver nutzlos, richteten aber, ſo bald ſie inne wurden, daß

ihre Bemühungen erfolglos blieben, ihre Geſchütze nach

dem Theile der Burg, welchen die Kaiſerin mit ihrem Sohne und ihren Hofdamen bewohnte. Es blieb den Bedrohten nur übrig, ſich in die unterirdiſchen Gewölbe zurückzuziehen.

Mittlerweile ſetzten die Wiener ihre Belagerung fort; allein wo viele Köpfe ſind, ſind auch viele Sinne; es fehlte an einem Führer. Jeder that, was ihm be⸗ liebte, und nirgends herrſchte Ordnung und Einigkeit, durch die allein es möglich wird, ein vorgeſtecktes Ziel zu erreichen. So herrſchte während dieſer Zeit unter den Bürgern die größte Unordnung; ſtatt ihren Zweck mit Behaerlichkeit zu verfolgen, überließen ſie ſich der Völle⸗ rei, und ſo oft ſie ein Stück abbrennen wollten, verkün⸗ dete dies den Belagerten ein lautes Jubelgeſchrei und dazwiſchen das Geſchmetter von Trompeten, Trommeln und Pfeifen.

So blieben die Sachen eine geraume Weile, ohne daß eine oder die andere Partei irgend einen Vortheil errungen hätte.

Mit einemmale ſahen die Eingeſchloſſenen ihre Gegner in Verwirrung gerathen; ſie ſtellten ihre An⸗ griffe ein und ein großer Theil der aufrühriſchen Bür⸗ ger zog von der Burg ab, freilich nur, um durch ein ſtarkes Heer Landvolk erſetzt zu werden. Ueber den Grund dieſer auffälligen Erſcheinung blieben die Bela⸗ gerten nicht allzulange in Ungewißheit: Andreas