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Der Redakteur. 203
Der Redakteur.
elcher Leſer gibt heutzutage ſich noch Mühe, ſagt der Verfaſſer der ſchon wiederholt ge⸗ nannten„Picta et Scripta“, beim Leſen ſeine Phantaſie noch beſonders anzuſtrengen, dafür war ja der Autor da, er ſelber(der Leſer) will nur genießen, Freiſtunden ausfüllen, viel⸗ leicht auch ſich ſanft in den Schlaf hinüber leſen. Kein leſendes Individuum wird alſo jemals daran denken, wie viel Zeit, Mühe, Sorge, Kummer, Arbeit u. ſ. w. die Herſtellung des kleinen Büchleins gekoſtet, das er in der Hand hält. Er denkt nicht daran, daß der Autor Monate lang über dieſe Seiten geſchrieben, denkt nicht daran, daß das kleine Buch Gegenſtand einer lebhaften Korreſpondenz zwiſchen Autor und Verleger wurde, daß dann drei Setzer darüber ſetzten, der Faktor die erſte und der Autor die zweite Korrektur las, zu welchem Behuf die einzelnen Bogen unter Kreuzband die weite Reiſe vom Wohnort des Druckers nach dem des Autors zu machen hatten, daß dann Buchbinder und Buchhändler⸗ kommiſſionäre nöthig waren u. ſ. f. Er denkt nicht daran, daß das kleine Werkchen, nehmen wir beiſpielsweiſe das vorliegende, zu ſeiner Herſtellung einen Koſtenaufwand von vierhundert Thalern mindeſtens erforderte, er macht ſich nicht klar, daß in einem durchaus nicht dickleibigen Werke mehr Geld ſteckt, als in manchem Krämerladen der Provinzialſtädte.
Sic est, mi lector carissime!
Winziger aber als ein ſelbſtändiges Buch, erſcheint ihm noch die Nummer einer Zeitſchrift. Es ſind nicht viel Seiten aber noch weniger Blätter, und doch haben noch mehr Hände an der Herſtellung gearbeitet als beim Buche. Denn dieſes ſchrieb(wir wollen es hoffen) der Autor allein, und an der Zeitſchrift war der Redakteur und ſein Herr Mitarbeiter thätig. Dabei aber ſteht doch keine Zeile in den loſen Blättern des Journals, die der Redakteur nicht geleſen. Wahrlich, ein wichtiger Poſten und ein wichtiger Mann.
Peſſimiſten und zur Verleumdung hinneigende Sterbliche werden zwar behaupten, daß ein Oaſein nicht intereſſant ſein könne, welches unter Leſen, Excerpiren und hin und wieder erfolgendes Probiren des eigenen Federkiels verſtreiche. Solche Leute haben nie in ein Redaktionsbureau geguckt.
Als Redaktions⸗Bureau bei literariſchen Journalen fungirt in den meiſten Fällen das Arbeitszimmer des Redakteurs.
Noch ſteht die erſte Taſſe Mokka auf dem Schreib⸗ tiſch und Dr. F., der Redakteur, ſchneidet die erſte Feder. Denn in dieſer Beziehung iſt er konſervativ und hält es mit der alten guten Sitte des Federkiels, ja er kann nicht begreifen, wie in dem federflaumig⸗weichen Jahrhundert die Stahlfeder in Aufnahme gekommen iſt, während im Säkulum des Stahls und Eiſens die Federpoſe gang und gäbe war.
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handlung bringt mit vielen Empfehlungen des Chefs
und einer Einladung zu freundſchaftlichſtem Souper ein Packet Bücher aus dem neueſten Verlage jener Handlung. In einem Handbillet bittet der Chef um recht baldige freundliche Beſprechung der Werke und verſichert den Doktor wiederholentlich ſeiner Hochachtung.
Dr. K. öffnet das Packet und enthüllt mit gemäch⸗ licher Ruhe zwei dreibändige Romane. Nachdem er die Titel geleſen und die Namen der Autoren ungefähr mit demſelben Intereſſe betrachtet hat, mit welchem er einen Unbekannten anſtaunen würde, der irgend ein Wagniß unternommen, ſchreibt er auf jedes Buch kalt den Namen irgend eines ſeiner Mitarbeiter, der mit nächſter Gele⸗ genheit die Bücher empfangen und dann das Vergnügen haben ſoll, ſich mit dem Inhalt bekannt zu machen, ihn geiſtig zu verarbeiten und darüber zu referiren und einen Urtheilsſpruch zu fällen.
Andere Burſchen kommen und bringen andere Bücherſendungen, welche per Beiſchluß der geehrten Re⸗ daktion übermittelt ſind. Einige dieſer Bücher erfreuen ſich des Vorzuges, vom Redakteur für ſich zurückgelegt zu werden, andere werden wieder mit gewiſſen Namen ver⸗ ſehen.
Das geſchieht während des Frühſtücks. Später re⸗ tournirt dann der eigene Burſche des Doktors und bringt die Poſtſachen. Es iſt ein ganzer Haufen Briefe, der jeden Morgen den Schreibtiſch des Redakteurs einnimmt; Freundesbriefe von fern und nah, Beiträge für ſein Blatt aus Oſten, Weſten, Süden und Norden. Die erſteren er⸗ kennt er an der Handſchrift und durchfliegt ſie ſchnell, die letzteren kennzeichnen ſich durch gewiſſe Chiffern und werden vorläufig ad acta gelegt.
Aber noch eine dritte Sorte Briefe iſt da, in der Regel mit feingefalteten Couverts umgeben, die nicht ſelten nach Roſen, Myrrhen, Ambra und ſämmtlichen Wohlgerüchen Indiens duften.
Er erbricht den einen.
Hochzuverehrender, hochgeſchätzter Herr Doktor!
„Es ſchlägt die Lerche und die Amſel ſchlägt,
Der Frühling hat den Winter todtgeſägt“
(aha, ein Poet, murmelt der Doktor vor ſich hin, über⸗ ſchlägt mit ſchlecht verhehlter Indignation den Erguß einer gefühlvollen, poetiſchen Seele und geht an das Praktiſche, an das Leſen der Proſa des Briefes.)
„Dieſe Verſe hat mir die erwachte Natur in das Herz gelegt und ich ſchrieb ſie für dieſen Brief nieder, ohne daß es meine Abſicht iſt, ſie der Oeffentlichkeit zu übergeben.
„Aber die ſchöne Zeit, welche nun gekommen, hat andere Klänge in meinem Buſen gereift, ähnlich, hoch⸗ geſchätzter Herr, wie bei Geibel, als er ſang: Der Mai iſt gekommen, die Bäume ſchlagen aus.
„Auch mein Herz, ſehr verehrter Herr Doktor, iſt eine Lerche und ſtimmet ein mit Schall.
„Anbei erfolgen denn zehn Wanderlieder, die ich zur Veröffentlichung in Ihrem geſchätzten Blatte beſtimmt habe. Dem Honorar ſehe ich bald entgegen, denn iſt im Augenblick des poetiſchen Schaffens die Honorarfrage
äter hervor.
Es klopft und der Laufburſche irgend einer Buch⸗ ſelbſtverſtändlich ganz im Hintergrunde, ſo tritt ſie doch
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