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Johann von Pomuk wird in die Moldau geſtürzt. 201
Tage zuvor kehrte ſie noch einmal zum Onkel zurück, wo auf jeden Fall wenigſtens der erſte Theil der Vermä⸗ lungsfeier ſtattfinden ſollte. Louiſe hatte ihre Ankunft erwartet, um ſie von dem Antrage Ren é's in Kenntniß zu ſetzen, und die Beglückwünſchungen, die ſie darob empfing, ließen ſie ihr Glück tiefer empfinden als je vorher. Klärchen ſuchte ihre Hoffnungsloſigkeit und ihre Ahnungen zu zerſtreuen; denn Louiſe befürchtete, mit einer vielgeprüften Menſchen oft anklebenden Aber⸗ gläubigkeit, ſie möchte in ihr eigenes Unglück ſtürzen, und die beſſere Zukunft, die ſie träumte, möchte eben nur ein Traum ſein. Aber Klärchen forderte ſie drin⸗ gend auf, vielmehr nur an all die Güter zu denken, die ſie mit René theilen würde: an das Schloß, das ſchöne, majeſtätiſche Wohnhaus, an den herrlichen, ſchattigen Park, in dem ſie ihre ſchönſten Träume träumte. Nach⸗ dem ſie ihr dann die Freuden einer Schloßherrin ge⸗ ſchildert, kam ein anderes Thema zur Sprache. Wie viele einfache, allerliebſte Toiletten entwarfen nun die beiden Freundinnen! Louiſe hatte mehr Geſchmack, Klärchen mehr Ueberlegung, und ſo machten ſie, das eine mit dem andern verbindend, ſich zu leibhaftigen Feen. Von Liebe ſprach man wenig, dachte aber daran viel; indeß Louiſe wußte ſchon was Blicke, Klärchen was ein Kuß bedeutete.
Aber Louiſe hatte noch immer einen Skrupel:
„Ich will nicht,“ ſagte ſie,„unſere letzten ſorgloſen Mädchenfreuden ſtören. Ich ſammle für Dich die Blätter meines Tagebuches; ich werde ſie Dir am Morgen Deiner Vermälung geben, Du wirſt ſie in Deiner reinen geho⸗ benen Stimmung leſen; dann wirſt Du mir Dein Ur⸗ theil mittheilen und— ich werde mich demſelben unter⸗ werfen.“
Der Hochzeitstag war bald da; Eltern, Verwandte, Freunde, Alle waren vom erſten bis zum letzten erſchie⸗ nen. Louiſe und René führten den Titel:„Ehren⸗ fräuleit und Ehrenpage“ und hatten die Beſtimmung, zu begleiten und„fein in Obacht zu nehmen“ die Jung⸗ vermälten. Die Etiquette verlangte, daß ſie ſtets bei⸗ ſammen blieben; noch mehr, man betrachtete ſie auf dem Lande ſchon als Verlobte; und weit entfernt, an ihrer Intimität Anſtoß zu nehmen, ſuchte man dieſelbe durch alle möglichen Kunſtgriffe noch zu ſteigern: ſo ein Bauer, ſo wenig fein er iſt, er weiß ſehr gut, was die Liebe will und verlangt.
Vom Hauſe des Doktors bis zur Kirche wurde, wie üblich, von Reitern Spalier gebildet; jeder Reiter nahm ſeine Genoſſin, die er ſich gewählt oder die man ihm zugewieſen, hinter ſich auf's Pferd. Die Bauern hatten jene derben Ackerpferde, die man nicht ſo leicht lendenlahm macht; Rensé hatte ſein Lieblingspferd, dasſelbe, welches Louiſe damals geritten. Aber das kluge Thier erkannte die jugendliche Amazone; denn, als ſie ſich in den Steigbügel hob, machte es gar nicht den Verſuch, nah der übrigens leichten Erhöhung ſeiner Laſt auszuſchlagen. Es machte einen kleinen Bückling und ſetzte ſich dann in einen gemeſſenen Trab, wäh⸗ rend der Reiter ſich von dem Arme Louiſens elek⸗ triſirt fühlte, den er mehr um ſeine Taille vermu⸗
Erinnerungen, LXXXII. 1861.
thete als gewahrte; ſo furchtſam hatte ſie ihn um⸗ fangen.
Nach der Civiltrauung umarmte der Maire, wie dies gewöhnlich geſchah, die Braut, die es, wenn auch nicht gern, ruhig geſchehen ließ; dann begab man ſich in die Kirche.
Ddie religiöſe Ceremonie war eben ſo kurz wie die auf der Mairie; denn der gute Pfarrer, dem das Reden überhaupt ſchwer fiel, drückte in ſeiner Anrede nur den Wunſch aus, daß die Verbindung der jungen Cheleute alle die zeitlichen und ewigen Früchte tragen möchte, die ihre Jugend und ihre Tugend erwarten ließen. Die meiſten Theilnehmer an dieſer kirchlichen Feier vergaßen, trotz ihrer zarten Anhänglichkeit an die Braut, für die⸗ ſelbe zu beten; ihr Brautſchmuck, vor Allem aber der allerliebſte Kranz aus Orangen⸗ und Apfelblüthen feſſelten ihre Aufmerkſamkeit ausſchließlich. Die einzigen bewegten Momente bei der ganzen Feier waren die, wo die barmherzigen Brüder, der Kirchendiener und die Schweſtern von der heil. Jungfrau ihre Spenden ſammelten. Man hielt der Freigebigkeit der Theilneh⸗ mer des Feſtes Teller und Schalen von Blech hin, auch alte durchlöcherte Beutel und Frühſtückſchalen. Jeder beantwortete die an ihn geſtellte ſtumme Frage mit einem Sou bis zu einem Centime und die, die nicht Kleingeld genug hatten, wechſelten erſt auf dem hinge⸗ haltenen Sammelapparat.
Nach der kirchlichen Feier tanzte man vor dem Portal auf dem Kirchhofe einen Kontretanz. René und Louiſe, denen auch hier die Hauptrolle zufiel, machten ihre Sache ganz nach Vorſchrift, aber man ſah ihnen gleich an, daß auch ſie ſehr in einander verliebt waren.
Nach Beendigung des Tanzes kehrte man zum Hauſe des Doktors zurück, um das Dejeuner einzuneh⸗ men. Mit der Zeit ward ſehr geſpart; dieſe erſte Ruhe dauerte nur zwei Stunden. Dann ſtieg man zu Pferd und begab ſich zu den Eltern Jeromes.
(Fortſetzung folgt.) 5
Johann von Pomuk wird in die Moldau geſtürzt.
(Hiezu die Bilderbeilage.)
(Dme Gewaltthat gräßlichſter Art. Nicht bloße Drohung und Einſchüchterung, der vielleicht doch die Vollſtreckung nicht gefolgt wäre, ſondern nächtlicher Mord, auf Geheiß des Tyrannen von Jo deſſen Schergen an einem geweihten Diener
der Kirche verübt. In dunkler, nur vom Fackel⸗ ſchein der Vollſtrecker des Gräßlichen und vom matten Lichte des bald von Wolken bedeckten Mondes erhellter Nacht wird der Märtyrer, gefeſſelt, von rohen Henkers⸗ knechten über das Geländer der Brücke in die Wogen des Stromes geſtürzt, die ihn ſchweigend bedecken ſollen. Geharniſchte Ritter überwachen die Vollſtreckung des Machtgebotes ihres Herrſchers. Der Leib des Opfers inkt in die Tiefe; ſein Geiſt aber ſchwingt ſich zum
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